Bäcker Lampe meldet Insolvenz an, 44 Filialen und 280 Jobs betroffen
Die Thüringer Traditionsbäckerei Bäcker Lampe gerät nach stark gestiegenen Energie-, Personal- und Rohstoffkosten in eine existenzielle Krise. Von dem Insolvenzantrag sind derzeit 44 Verkaufsstellen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie rund 280 Beschäftigte betroffen.
Höhepunkte
- Bäcker Lampe GmbH & Co. KG hat Insolvenz angemeldet, wovon 44 Filialen und 280 Arbeitsplätze betroffen sind, Betrieb läuft vorerst weiter.
- Löhne der Beschäftigten sind für drei Monate über Insolvenzgeld abgesichert, konkrete Sanierungsmaßnahmen und Filialschließungen stehen noch nicht fest.
- Ursachen der Krise sind gestiegene Produktions- und Energiekosten, Konsumzurückhaltung, starker Preiswettbewerb mit Discountern und ein gescheiterter Expansionskurs.
Fortführung des Betriebs und nächste Schritte
Wie BILD berichtet, hat die Bäcker Lampe GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Roßleben-Wiehe im Kyffhäuserkreis Insolvenz angemeldet, obwohl das Unternehmen erst vor wenigen Wochen noch eine weitere Filiale eröffnet hat. Die Geschäftsführung zieht damit nach eigener Darstellung die Reißleine, während die Zukunft des 1879 gegründeten Familienunternehmens nach 147 Jahren ungewiss ist.Insolvenzverwalter Dr. Frank Kreuznacht sagt, Produktion und Verkauf liefen uneingeschränkt weiter. Auch die Belieferung mit Rohstoffen und Zutaten bleibe vorerst gesichert, unter anderem durch den Hauptlieferanten BÄKO.
Für die Beschäftigten sind die Löhne laut Kreuznacht zunächst für drei Monate über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert. Ziel sei es, den Betrieb zu erhalten, konkrete Sanierungsmaßnahmen sowie mögliche Filialschließungen oder Kündigungen stehen jedoch noch nicht fest.
Kostendruck verschärft Krise der Bäckereibranche
Kreuznacht sieht die wirtschaftlichen Probleme des Unternehmens vor allem in der akuten Krise der gesamten Bäckereibranche. Er verweist auf einen erheblichen Anstieg der Produktions- und Energiekosten sowie auf eine deutliche Konsumzurückhaltung der Kunden.Zusätzlichen Druck erzeugt nach seiner Einschätzung der Preiswettbewerb mit Discountern, die Brötchen bereits für 20 Cent verkaufen. Klassische Bäckereibetriebe könnten damit immer schwerer mithalten, während Preiserhöhungen die Belastung nicht mehr ausreichend auffingen.
Schon 2022 hatte Lampe einen Energiebeitrag von vier Prozent auf den Kaufpreis verlangt und dies mit höheren Strom- und Benzinpreisen begründet. Zudem dürfte auch der frühere Expansionskurs zur heutigen Lage beigetragen haben, nachdem das Unternehmen Anfang 2016 insgesamt 31 Filialen der damals insolventen Kette Der Stadtbäcker in Sachsen-Anhalt übernommen hatte.
Über den Umbau des europäischen Fertigungsnetzwerks bei Gardena haben wir zuvor berichtet: Der Hersteller reagiert auf rückläufige Umsätze und Ergebnisdruck, indem er den geplanten Ausbau in Heuchlingen stoppt und bis Ende 2028 rund 250 Stellen in Baden-Württemberg abbaut. Zugleich sollen Produktionslinien innerhalb des europäischen Netzwerks verlagert werden, um Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und die Standorte langfristig zukunftsfähig auszurichten.
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