Bundesnetzagentur startet Konsultation zum Gas- und Wasserstoffnetzplan mit Milliardenrahmen

Bundesnetzagentur startet Konsultation zum Gas- und Wasserstoffnetzplan mit Milliardenrahmen
Milliarden für Wasserstoffnetz

Mit dem Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur und dem Umbau bestehender Gasnetze rückt die nächste Planungsphase für das deutsche Energiesystem in den Fokus. Die Bundesnetzagentur legt dazu den zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans Gas und Wasserstoff 2025-2037/2045 zur Konsultation vor, der Investitionen von 24,3 Milliarden Euro für das Wasserstoffnetz und 2,9 Milliarden Euro für das Erdgasnetz umfasst.

Höhepunkte

  • Der zweite Entwurf des Netzentwicklungsplans Gas und Wasserstoff 2025-2037/2045 umfasst Investitionsmaßnahmen für ein 9.241 Kilometer langes Wasserstoffnetz mit 24,3 Milliarden Euro Gesamtkosten.
  • Für das Erdgasnetz sind bis 2037 Ausbauprojekte mit einer Leitungslänge von 672 Kilometern und Kosten von 2,9 Milliarden Euro geplant, vor allem für Kraftwerke und Industrie.
  • Die Bundesnetzagentur prüft den Entwurf nach Berücksichtigung der Konsultation bis zum 10. Juli 2026, eine Online-Konsultationsveranstaltung findet am 25. Juni 2026 statt.

Konsultation zum Netzausbau bis 2037

Wie die Bundesnetzagentur mitteilt, konsultiert sie ab heute den zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans Gas und Wasserstoff 2025-2037/2045. Er wurde von den Fernleitungsnetzbetreibern und den regulierten Wasserstofftransportnetzbetreibern erstellt, überarbeitet und der Behörde am 01. Juni 2026 vorgelegt.

Grundlage des Entwurfs ist der bereits genehmigte Szenariorahmen, der verschiedene Entwicklungspfade für den Hochlauf des Wasserstoffmarkts abbildet. Klaus Müller betont, der verzögerte Markthochlauf von Wasserstoff sei eine Herausforderung, der Ausbau eines Wasserstofftransportnetzes bleibe für ein klimaneutrales Energiesystem aber unverzichtbar.

Der Ausbauvorschlag sieht bis 2037 ein Wasserstoffnetz mit einer Länge von 9.241 Kilometern vor. Das liegt in etwa auf dem Niveau des genehmigten Kernnetzes von 9.040 Kilometern; die veranschlagten Gesamtkosten für die vorgeschlagenen Maßnahmen belaufen sich auf 24,3 Milliarden Euro.

Folgen für Erdgasnetz und Energiewirtschaft

Nach Darstellung im Entwurf betreffen die bis 2037 vorgesehenen Maßnahmen beim Wasserstoffnetz überwiegend Vorhaben, die bereits im Netzentwicklungsplan Gas 2022-2032 bestätigt wurden. Mit der Dekarbonisierung sinkt der Transportbedarf für Erdgas langfristig, sodass nicht mehr benötigte Erdgasleitungen auf Wasserstoff umgestellt werden können.

Kurzfristig können im Zuge der Umstrukturierung des Energiesystems jedoch weiter Maßnahmen für die Erdgasversorgung von Kraftwerken und Industrie nötig sein. Für das Erdgasnetz sind Ausbaumaßnahmen mit Gesamtkosten von 2,9 Milliarden Euro und einer Leitungslänge von rund 672 Kilometern vorgesehen.

Die Bundesnetzagentur prüft den zweiten Entwurf nun vor einer späteren Bestätigung und bezieht dabei Stellungnahmen aus der Konsultation ein. Beiträge können bis zum 10. Juli 2026 eingereicht werden, zudem ist für den 25. Juni 2026 eine Online-Konsultationsveranstaltung angesetzt, bei der der Entwurf vorgestellt wird.

In unserem früheren Bericht zur Entwicklung der Großhandelspreise in Deutschland im Mai 2026 ging es um den weiterhin hohen Preisauftrieb, der vor allem durch teurere Energieprodukte und Rohstoffe geprägt war. Wir erläuterten dabei, dass insbesondere Mineralölerzeugnisse die Teuerung nach oben trieben und wie geopolitische Spannungen im Nahen Osten die Kosten- und Inflationsrisiken für Industrie und Handel beeinflussen.

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