Berliner Enteignungspläne könnten Immobilienmarkt und Investitionen belasten

Berliner Enteignungspläne könnten Immobilienmarkt und Investitionen belasten
Enteignung bedroht Immobilien

Die Debatte um eine mögliche Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen in Berlin gewinnt vor der Wahl am 20. September an wirtschaftspolitischer Brisanz. Im Zentrum stehen 220.000 Wohnungen sowie Warnungen vor höheren Finanzierungskosten, sinkenden Investitionen und möglichen internationalen Gegenreaktionen.

Höhepunkte

  • Das Institut der Deutschen Wirtschaft warnt, dass Berliner Enteignungspläne Kapitalabzug internationaler Investoren und Standortverluste für andere Branchen auslösen könnten.
  • Bei einem Zinsaufschlag von 0,5 Prozent würde der Berliner Haushalt laut Studie jährlich um 400 Millionen Euro zusätzlich belastet, bezogen auf 69 Milliarden Euro Schulden.
  • Vonovia mit 140.000 Berliner Wohnungen steht besonders im Fokus, während Bayern für vollständige Entschädigung gesetzlich eintritt und eine Normenkontrollklage erwägt.

Studie warnt vor Kapitalabzug und höheren Haushaltskosten

Wie BILD berichtet, erwartet das Institut der Deutschen Wirtschaft in einer diese Woche vorgestellten Studie erhebliche wirtschaftliche Folgen, falls größere private Wohnungsunternehmen in Berlin enteignet werden. Die Untersuchung mit dem Titel „Auswirkungen der Vergesellschaftung privater Wohnungsunternehmen in Berlin“ geht davon aus, dass internationale Investoren Kapital aus Deutschland abziehen könnten und auch Unternehmen anderer Branchen den Standort Berlin künftig meiden würden.

Auslöser der Debatte ist der Kurs der Linken, die nach eigenen Angaben die Eigentumsfrage unmittelbar nach der Berliner Wahl aufgreifen will. Im Fokus stehen Privatunternehmen mit mehr als 3000 Wohnungen, während als Entschädigung nur ein Bruchteil des Marktwerts vorgesehen sein soll.

Die Studie verweist zudem auf mögliche Belastungen für die öffentlichen Finanzen. Nach Einschätzung der Autoren würden Kredite wegen höherer Risikoprämien teurer; schon ein Aufschlag von 0,5 Prozent könnte den Berliner Haushalt mit zusätzlichen 400 Millionen Euro pro Jahr belasten, ausgehend von einem Schuldenstand von 69 Milliarden Euro.

Folgen für Wohnungsbau und politische Reaktionen

Ein zentrales Risiko sieht die Untersuchung auch für den Wohnungsbau. Genannt wird unter anderem Vonovia mit 140.000 Wohnungen in Berlin, deren Aktien mehrheitlich von institutionellen Investoren gehalten werden, darunter ein erheblicher Anteil aus den U.S.. Daraus leitet die Studie das Risiko ab, dass internationale politische Spannungen zunehmen könnten, wenn ausländische Anleger Verluste erleiden.

Zusätzlich warnen politische Akteure vor einem Rückzug der Banken aus der Baufinanzierung und vor steigenden Mieten infolge eines schwächeren Neubaus. Bayerns Staatsregierung kündigt deshalb eine Gesetzesinitiative im Bundesrat an, die für Wohnungsbaugesellschaften eine Entschädigung in Höhe von 100 Prozent festschreiben soll. Nach den vorliegenden Angaben soll der Beschluss dazu am 10. Juli fallen; sollte der Berliner Plan umgesetzt werden, will Bayern außerdem eine Normenkontrollklage beim Bundesverfassungsgericht einreichen.

In unserem früheren Beitrag zum Parteitag der Linkspartei in Potsdam ging es um den wachsenden Druck in der Union, den Umgang mit faktischen Abhängigkeiten von der Linken in ostdeutschen Ländern neu zu klären. Wir hatten beschrieben, dass die CDU-Führung offenließ, ob die Zusammenarbeit etwa in Thüringen und Sachsen beendet wird, während scharfe Angriffe und umstrittene Beschlüsse der Linken die Spannungen zusätzlich verschärften.

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