Vonovia drängt auf einfachere Neubau-Standards zur Senkung der Baukosten
Der stockende Wohnungsbau in Deutschland erhöht den Druck auf große Vermieter und Projektentwickler, neue Wege für günstigere Neubauten zu finden. Vonovia will die Kosten je Quadratmeter deutlich senken und fordert dafür mehr Spielraum bei Ausstattung und kommunalen Genehmigungen.
Höhepunkte
- Vonovia plant neben den aktuell im Bau befindlichen 4.000 Wohnungen weitere 6.000, sieht angesichts einer Lücke von 1,4 Millionen Wohnungen jedoch nur begrenzten Effekt.
- Vonovia-Chef Luka Mucic fordert zur Kostensenkung auf höchstens 2.500 Euro pro Quadratmeter die Genehmigung einfacher ausgestatteter Wohnungen, etwa ohne Balkone oder Tiefgaragen.
- Laut Statistischem Bundesamt wurden 2025 bundesweit nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt, 18 Prozent weniger als im Vorjahr und niedrigster Wert seit 2012.
Vorstoß für günstigere Neubauten
Wie zuerst die WAZ berichtete, wirbt Vonovia-Chef Luka Mucic in Düsseldorf für einen grundlegenden Kurswechsel beim Wohnungsneubau. Der Konzern baut nach seinen Angaben derzeit 4.000 Wohnungen, weitere 6.000 sind geplant, bei einer Lücke von rund 1,4 Millionen Wohnungen in Deutschland bleibe das jedoch nur ein begrenzter Beitrag.Nach Darstellung von Mucic liegen die Baukosten trotz Fertigbauteilen und besserer Nutzung eigener Grundstücke aktuell bei rund 3.500 Euro pro Quadratmeter. Sein Ziel sind Kosten von höchstens 2.500 Euro je Quadratmeter, wofür Kommunen aus seiner Sicht auch einfacher ausgestattete Wohnungen genehmigen müssten.
Dazu zählt der Verzicht auf Balkone, begrünte Dächer und Tiefgaragen. Ein Balkon verteuere den Neubau nach seinen Angaben um 150 bis 200 Euro pro Quadratmeter, während Tiefgaragen aus seiner Sicht zu den größten Kostentreibern zählen; auch die hohen Schallschutzvorgaben in Deutschland sollten nach seiner Ansicht gelockert werden.
Schwache Fertigstellungen erhöhen Handlungsdruck
Mit diesen Forderungen steht Mucic in der Immobilienbranche nicht allein, denn viele Unternehmen drängen auf einfachere Regeln für den Neubau. Zusätzlichen Druck erzeugen die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts, wonach 2025 bundesweit nur noch 206.600 Wohnungen fertiggestellt wurden, 18 Prozent weniger als im Vorjahr und der niedrigste Wert seit 2012.Die schwarz-rote Bundesregierung will mit dem sogenannten Bauturbo zwar schnellere Genehmigungen ermöglichen. Aus Sicht von Vonovia reicht das jedoch nicht aus, solange aus Unternehmenssicht kostenintensive Standards und kommunale Vorgaben den Neubau weiter verteuern.
In unserem früheren Artikel zur BMW-Gewinnwarnung für 2026 haben wir berichtet, dass der Konzern seine Prognose deutlich gesenkt und einen Rückgang beim Vorsteuergewinn sowie bei den Auslieferungen in Aussicht gestellt hat. Als Gründe wurden unter anderem die schwache Nachfrage in China und zusätzliche geopolitische Belastungen genannt. Zudem ging es um angekündigte Struktur- und Effizienzmaßnahmen, die auch Sorgen über einen spürbaren Stellenabbau verstärkt haben.
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