Zollermittler sichern 1,5 Millionen unversteuerte Zigaretten im Rhein-Pfalz-Kreis
Im Rhein-Pfalz-Kreis gehen die Ermittlungen gegen eine mutmaßliche Gruppe wegen bandenmäßiger Steuerhinterziehung und gewerbsmäßiger Steuerhehlerei weiter. Nach dem Zugriff auf eine Lieferung mit rund 1,5 Millionen unversteuerten Zigaretten steht ein Steuerschaden von mindestens 280.000 Euro im Raum.
Höhepunkte
- Zollfahndungsamt Stuttgart und Hauptzollamt Heilbronn sichern 1,5 Millionen unversteuerte Zigaretten bei Zugriff im Rhein-Pfalz-Kreis und durchsuchen vier Städte.
- Ermittler stellen weiteres Beweismaterial und rund 250.000 Euro Bargeld sicher, nachdem zwei Verdächtige beim Entladen der Ware erwischt wurden.
- Der mutmaßliche Steuerschaden beträgt mindestens 280.000 Euro, könnte jedoch aufgrund des Verdachts vorangegangener Lieferungen deutlich höher ausfallen.
Zugriff bei Entladung und weitere Durchsuchungen
Wie der Zoll mitteilte, führt das Zollfahndungsamt Stuttgart im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern ein Ermittlungsverfahren gegen mehrere Verdächtige. Bei der Gruppe handelt es sich um eine Frau und fünf Männer im Alter von 41 bis 56 Jahren, zwei Personen werden Anfang des Monats auf frischer Tat ertappt, als sie die Zigarettenlieferung auf einem Firmengelände im Rhein-Pfalz-Kreis aus einem Lkw entladen.Nach der Sicherung der beiden Männer und der Ware durch eine Spezialeinheit des Zolls durchsuchen Einsatzkräfte des Zollfahndungsamts Stuttgart und des Hauptzollamts Heilbronn mehrere Privatwohnungen und Gewerbeimmobilien. Die Maßnahmen erstrecken sich auf den Rhein-Pfalz-Kreis, Worms, Frankfurt am Main und Baden-Baden.
Neben weiterem Beweismaterial stellen die Ermittler dabei auch Bargeld von rund 250.000 Euro sicher.
Verdacht auf weitere Einfuhren erhöht fiskalisches Risiko
Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen besteht der Verdacht, dass die Beschuldigten bereits in der Vergangenheit weitere ähnlich gelagerte Einfuhren durchgeführt haben. Damit könnte der tatsächlich verursachte Steuerschaden deutlich über den bislang genannten mindestens 280.000 Euro hinausgehen.Der Fall unterstreicht die finanziellen Risiken des illegalen Zigarettenhandels für den Fiskus, da unversteuerte Tabakwaren nicht nur Steueraufkommen entziehen, sondern nach Einschätzung der Ermittler auch Teil organisierter Strukturen sein können. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern und des Zollfahndungsamts Stuttgart dauern an.
Unsere frühere Berichterstattung zur geplanten Tabaksteuer-Erhöhung bis 2030 zeigte, dass die Bundesregierung die Abgaben auf Zigaretten schrittweise anheben will, um zusätzliche Staatseinnahmen in Milliardenhöhe zu erzielen und zugleich gesundheitspolitische Ziele zu unterstützen. Der Entwurf sieht vor, den Steueranteil je Packung deutlich zu steigern, wodurch der Durchschnittspreis einer 20er-Packung bis 2030 spürbar klettern könnte.
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