Scope Ratings bestätigt B+-Rating von Grammer, Ausblick bleibt stabil

Scope Ratings bestätigt B+-Rating von Grammer, Ausblick bleibt stabil
Grammer-Rating bleibt stabil

Die Bonität von Grammer steht weiter unter dem Einfluss schwacher Automobilmärkte und einer weiterhin fragilen Cashflow-Deckung. Gleichzeitig stützen die im Jahr 2025 verbesserte Profitabilität, robustere Kreditkennzahlen und die erwartete rechtzeitige Refinanzierung der 2027 fälligen Verbindlichkeiten die stabile Einschätzung.

Höhepunkte

  • Scope Ratings bestätigt das B+/Stable-Emittentenrating der Grammer AG und erwartet höhere Erträge sowie erfolgreiche Refinanzierung der Fälligkeiten 2027.
  • Die EBITDA-Marge steigt 2025 deutlich auf 7,9 Prozent nach 3,8 Prozent im Vorjahr; das EBITDA erreicht 144 Mio. Euro trotz rückläufiger Erlöse.
  • Das Verhältnis von Schulden zu EBITDA verbessert sich 2025 auf 4,4, bleibt 2026 bei etwa 4,5 und soll 2027 auf circa 4,0 sinken.

Ratingtreiber und operative Entwicklung

Wie Scope Ratings mitteilt, bestätigt die Ratingagentur das Emittentenrating der Grammer AG bei B+/Stable und verweist dabei auf ein moderates Geschäftsrisikoprofil, höhere Erträge im Jahr 2025 sowie eine erwartete erfolgreiche Refinanzierung der 2027 anstehenden Fälligkeiten.

Das Geschäftsrisikoprofil bleibt bei BB- unverändert. Scope sieht Belastungen vor allem durch die zyklischen Automobil- und Nutzfahrzeugmärkte, die im Vergleich zu größeren globalen Wettbewerbern moderate Größe des Unternehmens sowie ein fokussiertes Produkt- und Kundenportfolio. Positiv wertet die Agentur dagegen die solide Position im Nutzfahrzeugsegment und die breite geografische Aufstellung, die regionale Schwächephasen teilweise abfedern.

Ein wesentlicher Hemmschuh bleibt die historisch nur mäßige operative Profitabilität, insbesondere im dominierenden Automobilgeschäft sowie wegen laufender Restrukturierungen, Auslastungseffekten und Hochlaufkosten, vor allem in Amerika. Dort ist die EBIT-Marge seit 2020 negativ. Im Jahr 2025 verbessert sich die Profitabilität jedoch deutlich, die EBITDA-Marge steigt auf 7,9 Prozent nach 3,8 Prozent im Vorjahr und liegt damit über der Scope-Prognose von 6,8 Prozent. Das EBITDA erreicht 144 Mio. Euro, obwohl die Erlöse wegen gedämpfter Nachfrage zurückgehen.

Für 2026 bleibt das Marktumfeld nach Einschätzung von Scope in allen Regionen schwach, besonders im Automobilsegment. Im ersten Quartal 2026 sinkt der ausgewiesene Umsatz von Grammer um 5,2 Prozent im Jahresvergleich, währungsbereinigt um 1,9 Prozent. Eine spürbare Erholung der Endmarktnachfrage im zweiten Halbjahr 2026 erwartet die Agentur nicht, rechnet aber mit Unterstützung durch Wachstum in China und neue Produkteinführungen nach dem ersten Quartal 2026. Daraus ergibt sich eine Umsatzprognose von rund 1,75 Mrd. Euro für 2026, bevor der Umsatz ab 2027 auf etwa 1,97 Mrd. Euro steigen soll.

Finanzprofil und Bedeutung für den Autozuliefersektor

Das Finanzrisikoprofil bleibt bei B unverändert. Scope begründet dies mit weiterhin hohem Verschuldungsgrad, einer moderaten bis guten Schuldendienstfähigkeit und historisch schwacher sowie volatiler Cashflow-Generierung.

Die Verschuldung verbessert sich 2025 deutlich, das Verhältnis von Schulden zu EBITDA fällt auf 4,4 nach 8,7 im Vorjahr. Für 2026 erwartet Scope einen Wert von rund 4,5 und für 2027 eine weitere Verbesserung auf etwa 4,0, getragen von höherem EBITDA. Auch die Zinsdeckung legt zu und steigt 2025 auf 4,7 nach 2,2 im Jahr 2024; über den Prognosezeitraum soll sie oberhalb von 4,0 bleiben.

Als zentrales Ratinghemmnis gilt weiter die schwache Cashflow-Entwicklung. Zwar dreht der freie operative Cashflow 2025 mit 33 Mio. Euro ins Plus, für 2026 und 2027 rechnet Scope jedoch erneut mit negativem freiem operativem Cashflow. Als Gründe nennt die Agentur Mittelabflüsse im Working Capital, höhere Investitionen im Zusammenhang mit Wachstumsprojekten und den Wegfall positiver Sondereffekte aus dem Jahr 2025.

Für den europäischen Autozuliefersektor unterstreicht die Einschätzung den anhaltenden Druck durch schwache Fahrzeugproduktion, hohe Investitionsanforderungen und die Abhängigkeit von Refinanzierungsmärkten. Der stabile Ausblick für Grammer basiert darauf, dass die verbesserte Ertragslage gehalten wird, das Verhältnis von Schulden zu EBITDA in den kommenden zwei Jahren in einer Bandbreite von 4,0 bis 5,0 bleibt und die 2027 fälligen Schulden erfolgreich refinanziert werden.

Zum verschärften Sanierungsprogramm bei Volkswagen hatten wir zuvor berichtet, dass der Konzern intern einen tiefgreifenden Umbau mit einem milliardenschweren Sparkurs prüft. Dabei standen mögliche Werksschließungen, Portfolio- und Managementanpassungen sowie ein umfangreicher Stellenabbau zur Debatte. Das Szenario verdeutlichte den wachsenden Anpassungsdruck in der gesamten Branche – mit potenziellen Auswirkungen entlang der Lieferketten und damit auch für Zulieferer.

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