Deutschlands Industrie überzeichnet CO2-Differenzverträge im Gebotsverfahren 2026
Nach Ablauf der Gebotsfrist für die CO2-Differenzverträge am 9. September 2026 zeigt sich eine hohe Nachfrage aus der energieintensiven Industrie in Deutschland. Insgesamt gehen 21 Gebote ein, deren beantragte Fördermittel das Auktionsvolumen von 5 Mrd. EUR deutlich übersteigen.
Das Wichtigste
- Die CO2-Differenzverträge im Gebotsverfahren 2026 sind deutlich überzeichnet, mit breiter Beteiligung aus Chemie, Metallen, Zement und weiteren Industriezweigen.
- Seit Inkrafttreten des KSpTG im November 2025 sind erstmals auch CCU/S-Projekte im CCfD förderfähig, was das Technologiespektrum für Industrieunternehmen erweitert.
- Die Projektzuschläge werden im pay-as-bid-Verfahren bis Ende 2026 vergeben, wobei Investitions- und Betriebskosten über 15 Jahre abgesichert werden.
Breite Nachfrage nach Dekarbonisierungsförderung
Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mitteilt, endet die Frist für die Einreichung von Geboten im Rahmen des Gebotsverfahrens 2026 der CO2-Differenzverträge, kurz CCfD, am 9. September 2026. Die Zahl der eingereichten Anträge und das überzeichnete Fördervolumen deuten darauf hin, dass das Instrument in der deutschen Industrie auf breites Interesse stößt.Gebote kommen unter anderem aus den Sektoren Chemie, Glas und Keramik, Gips, Kalk, Metalle, Zellstoff und Papier sowie Zement. In den Projekten sind verschiedene Dekarbonisierungstechnologien vertreten, darunter Elektrifizierung, CCU/S und Wasserstoff.
Seit dem Inkrafttreten des Kohlendioxid-Speicherung-und-Transport-Gesetzes, KSpTG, im November 2025 ist CCU/S im Gebotsverfahren 2026 der CCfD erstmals förderfähig. Das erweitert den Kreis möglicher Transformationsprojekte für energieintensive Unternehmen.
Nächste Prüfschritte und Bedeutung für den Industriestandort
Im nächsten Schritt prüft das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die eingereichten Gebote. Anschließend werden die Zuschläge im Gebotspreisverfahren, pay-as-bid, vergeben, bis das Fördervolumen der Auktion ausgeschöpft ist.Ziel des Verfahrens ist es, Vorhaben mit möglichst effizientem Mitteleinsatz auszuwählen, die zugleich erhebliche Treibhausgasemissionsminderungen erreichen. Die Bezuschlagung der ausgewählten Projekte ist bis Ende des Jahres vorgesehen.
Nach Einschätzung des Ministeriums zeigt die umfangreiche Teilnahme, dass Unternehmen trotz des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds weiter in die Dekarbonisierung ihrer Produktionsverfahren am Standort Deutschland investieren wollen. CO2-Differenzverträge sollen dabei Investitionen in wettbewerbsfähige, CO2-arme Verfahren absichern, indem sie schwankende CO2- und Energiepreise ausgleichen und Kostenunterschiede gegenüber konventionellen Produktionsmethoden über 15 Jahre abfedern. Förderfähig sind sowohl Investitions- als auch Betriebskosten.
In unserem früheren Artikel zum 7. BAFA-Energietag haben wir über das große Interesse von mehr als 500 Fachleuten an Förderangeboten der Bundesregierung für Energiewende und Energieeffizienz berichtet. Im Fokus standen dabei Instrumente und Rahmenbedingungen für Industrie und Gebäude, darunter Energieaudits, Managementsysteme und die Förderung klimaneutraler Wärme, die als Grundlage für Investitionen in klimafreundliche Technologien dienen.
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