LVMH-Aktie konsolidiert bei € 506, da US-Touristen den Aufschwung im Luxussektor vorantreiben
Am 1. September wird die LVMH-Aktie bei 506,7 € gehandelt, was einem Anstieg von 0,5 % in den letzten 24 Stunden entspricht. Mit diesem Kurs liegt die Aktie knapp über dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt, der bei 489 € liegt, was auf eine Verschiebung des kurzfristigen Momentums von neutral zu bullisch hindeutet.
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Höhepunkte
- LVMH wird bei 506,7 € gehandelt, unterstützt durch eine Wiederbelebung der Ausgaben der US-Touristen in Europa und einen Ausbruch über wichtige technische Niveaus.
- Das Mode- und Lederwarensegment bleibt stark, während die Sparte Moët Hennessy weiterhin die Gesamtperformance belastet.
- Kurzfristig ist ein Aufwärtstrend wahrscheinlich, aber ohne eine grundlegende Trendwende könnten die Gewinne unter € 550 begrenzt sein.
Die Unterstützung bei 490 € bleibt stark, mit einer sekundären technischen Untergrenze um 470 €. Diese Niveaus wurden im August wiederholt getestet, ohne dass es zu einem nachhaltigen Durchbruch kam, was darauf schließen lässt, dass eine Akkumulation im Gange ist. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt derzeit bei 60 und damit immer noch unterhalb des überkauften Bereichs, was Raum für eine mögliche Erholung lässt, ohne dass es zu technischem Verkaufsdruck kommt.
Das Handelsvolumen hat in den letzten zwei Wochen allmählich zugenommen, was ein Zeichen für ein erneutes Anlegerinteresse nach einer ruhigen Sommerperiode ist. Es ist jedoch zu beachten, dass LVMH nach wie vor deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 762,70 € liegt, was einen längerfristigen Abwärtstrend widerspiegelt, der sich noch nicht vollständig umgekehrt hat. Der mittelfristige Chart zeigt immer noch einen absteigenden Kanal, und jede zinsbullische These muss die Notwendigkeit eines entscheidenden Ausbruchs über 550 € berücksichtigen, um die Trendumkehr zu bestätigen.

Kursdynamik der LVMH-Aktie (Juni 2025 - September 2025). Quelle: TradingView
Aus struktureller Sicht ist die unterdurchschnittliche Performance der Aktie im vergangenen Jahr größtenteils auf operative und makroökonomische Gegenwinde zurückzuführen und nicht auf eine rein technische Schwäche. Daher wird die kurzfristige Kursentwicklung weiterhin eng mit der Nachrichtenlage korrelieren, insbesondere in Bezug auf die Erträge, die globale Luxusnachfrage und die Rentabilität des Segments.
Amerikanischer Luxustourismus belebt den europäischen Einzelhandel
LVMH profitiert direkt von einer bemerkenswerten Veränderung im amerikanischen Verbraucherverhalten. Wohlhabende Amerikaner reisen zunehmend nach Europa, um Luxusgüter zu kaufen. Die Kombination aus einem starken US-Dollar, günstigen Mehrwertsteuer-Rückerstattungsregelungen und wettbewerbsfähigeren Preisen in der Eurozone hat zu einem Arbitrage-Effekt geführt, der wohlhabende Touristen dazu ermutigt, hochwertige Mode und Schmuck im Ausland zu kaufen.
Diese Verlagerung trägt dazu bei, die schwächere Nachfrage in China auszugleichen, wo die Verbraucherstimmung nach wie vor gedämpft ist und die regulatorische Unsicherheit weiterhin die Ausgaben für hochwertige Produkte beeinträchtigt. Darüber hinaus bleibt die nordamerikanische Inlandsnachfrage robust, unterstützt durch die starke Leistung von Tiffany & Co. und Sephora.
Allerdings entwickeln sich nicht alle Geschäftsbereiche gleich. Das Segment Moët Hennessy ist unter Druck geraten. Jüngste Veröffentlichungen zeigen einen Cash-Burn von 1,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 - im Vergleich zu einem positiven Cashflow von über 1 Milliarde Euro im Jahr 2019. Der Rückgang ist auf gestiegene Marketingausgaben, den Aufbau von Lagerbeständen und Akquisitionen zurückzuführen, die noch keine nennenswerten Erträge liefern. Diese Belastungen sind zwar nicht existenziell, aber sie erhöhen das Risiko für das Gesamtprofil der Gruppe und begrenzen das Ertragswachstum.
Kurzfristiger Aufwärtstrend wird durch internen Druck begrenzt
Das Basisszenario für LVMH für die nächsten 1 bis 3 Monate deutet auf eine anhaltende Stabilisierung oberhalb von € 500 hin, mit Aufwärtspotenzial in Richtung € 515 bis € 520, wenn die vom US-Tourismus getriebenen Umsätze stark bleiben und das technische Momentum anhält. Ein Ausbruch über die 532-€-Marke würde die Aufwärtsbewegung deutlich verstärken und die 550-€-Marke wieder in Reichweite bringen.
In einem Aufwärtsszenario, in dem die Gewinne im dritten Quartal eine Erholung bei Wein und Spirituosen oder verbesserte Margen in Asien zeigen, könnte die Aktie in Richtung 600 € steigen. Dies würde auch eine breitere Erholung des europäischen Luxussektors und ein Nachlassen der Bedenken hinsichtlich der chinesischen Nachfrage voraussetzen.
Französische Cognac-Hersteller wie Hennessy befinden sich in Gesprächen mit den chinesischen Behörden, um einen Mindestimportpreis festzulegen und potenzielle Zölle von bis zu 39 % zu vermeiden, obwohl noch keine Einigung erzielt wurde. Diese Ungewissheit in Verbindung mit den schwächeren Konsumausgaben in China veranlasst LVMH, seine Wachstumsaussichten für Premium-Spirituosen in der Region neu zu bewerten.
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