Fed wird voraussichtlich Zinsen bei Warshs erster Sitzung halten
Die Federal Reserve wird die Zinssätze am Mittwoch bei Kevin Warshs erster Sitzung als Vorsitzender voraussichtlich unverändert lassen, doch die Rhetorik zur künftigen Politik könnte sich deutlich verschieben. Starke Einstellungszahlen, ein widerstandsfähiger Konsum und die kriegsbedingte Inflation haben die Argumente für Zinssenkungen geschwächt, auch wenn die Ölpreise aufgrund der Hoffnung auf ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran sinken.
Höhepunkte
- Es wird erwartet, dass die Fed bei Warshs erster Sitzung die Zinsen stabil hält.
- Starke Arbeitsmarkt- und Einzelhandelsdaten haben die Argumente für Senkungen geschwächt.
- Die Inflation bleibt trotz niedrigerer Ölpreise über dem 2 %-Ziel der Fed.
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Starke Daten begrenzen Spielraum für Senkungen
Es wird allgemein erwartet, dass der Offenmarktausschuss der Federal Reserve die Kreditkosten stabil hält, wenn er um 14:00 Uhr EDT seine Zinsentscheidung, die Grundsatzerklärung und die aktualisierten Wirtschaftsprognosen veröffentlicht, berichtet Reuters. Anleger werden sich weniger auf den Zinssatz selbst konzentrieren als vielmehr darauf, ob die Fed Formulierungen streicht, die auf mögliche „zusätzliche Anpassungen“ hindeuten – eine Phrase, die bisher die Offenheit für niedrigere Zinsen signalisierte.
Jüngste Wirtschaftsdaten geben den Entscheidungsträgern kaum Anlass zur Lockerung. Die Arbeitslosenquote bleibt mit 4,3 % relativ niedrig, während die Inflation immer noch deutlich über dem 2 %-Ziel der Fed liegt. Die Einzelhandelsumsätze stiegen im Mai um fast 1 %, was etwa dem Doppelten der Erwartungen von Ökonomen entspricht und zeigt, dass die Verbraucher trotz höherer Preise weiterhin Geld ausgeben. Ohne Benzin stiegen die Umsätze um 0,7 %, nach 0,2 % im April.
Die stärkeren Daten haben die Märkte zu einer hawkisheren Interpretation der Fed-Politik veranlasst. Anleger erwarten nun, dass die Zentralbank die Zinsen in dieser Woche stabil hält, während die Futures-Preise auf eine mögliche Erhöhung um einen Viertelpunkt im weiteren Jahresverlauf hindeuten. Viele Marktteilnehmer bezeichneten Warshs erste Sitzung zudem als Test dafür, wie der neue Vorsitzende Inflationsrisiken mit den Erwartungen an die politische Kontinuität in Einklang bringen kann.
Warsh beginnt mit einem Kommunikationswechsel
Kevin Warshs Debüt könnte auch eine Änderung in der Art und Weise markieren, wie die Fed über Politik spricht. Er hat sich zuvor skeptisch gegenüber der Forward Guidance geäußert, und Analysten erwarten, dass die Fed zu einer neutraleren Sprache übergehen könnte, die sowohl Erhöhungen als auch Senkungen offen lässt.
Eine Reuters-Umfrage ergab, dass eine überwältigende Mehrheit der Ökonomen erwartet, dass die Fed ihren Leitzins bis Ende 2026 unverändert lässt, während die mit dem Iran-Krieg verbundene Inflation die Erwartungen für Zinssenkungen gedämpft hat. Die Research-Abteilung von JPMorgan erklärte zudem, dass die Juni-Sitzung ein Wendepunkt in der Fed-Kommunikation werden könnte, wobei die Zentralbank in diesem Jahr wahrscheinlich pausiert, bevor sie später handelt, falls die Inflation anhält.
Warsh, der Jerome Powell letzten Monat ablöste, übernimmt das Amt in einem politisch sensiblen Moment. Powell bleibt stimmberechtigtes Mitglied des Gouverneursrats, während die Fed unter Druck steht, ihre Unabhängigkeit nach monatlichen Spannungen zwischen dem Weißen Haus und der Zentralbank unter Beweis zu stellen.
Inflation hält die Fed in Alarmbereitschaft
Die zentrale Frage ist, ob niedrigere Ölpreise ausreichen, um die breiteren Inflationsrisiken aus dem Iran-Krieg auszugleichen. Hoffnungen auf ein Friedensabkommen haben die Rohölpreise sinken lassen und den Druck auf die Märkte etwas gemildert, doch die Prognosen der Fed könnten weiterhin die Sorge widerspiegeln, dass sich frühere Energieschocks in der gesamten Wirtschaft ausgebreitet haben.
Dies ist für Haushalte, Unternehmen und Anleger von Bedeutung, da die Fed von einer Debatte über Zinssenkungen zu einer offeneren Haltung übergehen könnte. Mit einer Arbeitslosenquote von 4,3 %, weiterhin starken Einzelhandelsumsätzen und einer Inflation über dem Zielwert hat Warsh Spielraum, für Geduld zu plädieren. Das erste Signal wird nicht von der Zinsentscheidung ausgehen, sondern von der Wortwahl darüber, wozu die Fed als Nächstes bereit ist.
Wie wir bereits berichteten, steigen die US-Futures vor der Zinsentscheidung der Fed.
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