Erdgas stabilisiert sich bei 3,83 $, da die Energiegespräche zwischen Trump und China wieder Optimismus wecken
Die Erdgas-Futures wurden am Donnerstag um 3,83 $ pro MMBtu gehandelt und setzten ihren Aufschwung fort, nachdem US-Präsident Donald Trump bekannt gegeben hatte, dass China sich bereit erklärt hat, amerikanische Energielieferungen zu kaufen. Die Äußerungen im Anschluss an das Treffen zwischen Trump und China auf dem APEC-Gipfel ließen den Optimismus wieder aufleben, dass sich die lange aufgeschobene Handelskooperation in groß angelegten Öl- und Gasgeschäften niederschlagen könnte, einschließlich möglicher Lieferungen aus Alaska.
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Höhepunkte
- Erdgas wird bei 3,83 $ gehandelt, da die Energiegespräche zwischen den USA und China die Stimmung verbessern.
- Der Ausbruch über 3,80 $ signalisiert erneute technische Stärke nach monatelangem Druck.
- Das Augenmerk richtet sich auf die OPEC+-Politik und die Winternachfrage als nächste wichtige Faktoren.
Die Nachricht trug dazu bei, die Stimmung auf einem Markt zu verbessern, der einen Großteil des Jahres 2025 zwischen geopolitischer Unsicherheit und sich verändernden Nachfragemustern gefangen war.
Chartstruktur zeigt Ausbruchspotenzial
Das Tagesdiagramm zeichnet ein konstruktives technisches Bild. Erdgas ist über eine absteigende Trendlinie ausgebrochen, die die Preisentwicklung seit dem Frühjahr begrenzt hat. Der jüngste Anstieg ließ die Futures die Marke von 3,80 $ durchbrechen. Der Widerstand liegt nun bei 3,85 $, während die Unterstützung bei 3,20-$3,25 $, wo sich die 50- und 100-Tage-EMAs bündeln, gut etabliert ist. Diese Region hat seit dem Spätsommer wiederholt als Sprungbrett für Käufer gedient und bildet die strukturelle Basis der aktuellen Erholung.

Dynamik der Erdgaspreise (Quelle: TradingView)
Ein nachhaltiger Schlusskurs über 3,85 $ würde das zinsbullische Momentum bestätigen und zunächst 4,00 $ und darüber hinaus 4,20 $ anpeilen. Der 200-Tage-EMA bei 3,36 $ hat sich bereits von einem Widerstand in eine Unterstützung verwandelt, was die Aufwärtsrichtung weiter verstärkt. Sollte es jedoch nicht gelingen, die Marke von 3,20 $ zu verteidigen, würde sich die Ausgangslage verschlechtern und es bestünde die Gefahr einer Rückkehr zur Untergrenze von 2,80 $, die zuletzt im August getestet wurde.
Die Momentum-Indikatoren bestätigen die zinsbullische Tendenz. Der RSI ist auf 67 geklettert, was eine zunehmende Kaufkraft nach einer mehrwöchigen Konsolidierung widerspiegelt. Obwohl er sich einem überkauften Niveau nähert, fielen frühere Höchststände in diesem Bereich oft mit einer fortgesetzten Ausdehnung in Richtung neuer Höchststände zusammen, was darauf hindeutet, dass es zu einem Durchbruch kommen könnte, solange die Bewegung geordnet bleibt.
Makroökonomisches Umfeld wird unterstützend, aber fragil
Fundamental bleibt der Ton vorsichtig optimistisch. Trumps Äußerungen über erneute chinesische Energiekäufe sorgten für einen kurzfristigen Aufschwung, doch bleiben die Analysten hinsichtlich der Ausführungsrisiken vorsichtig. Peking hat in diesem Jahr aufgrund von Handelskonflikten und Zollkomplikationen die Einfuhr von Rohöl und Flüssiggas aus den USA weitgehend vermieden. Darüber hinaus haben chinesische Unternehmen amerikanische Ladungen häufig auf Sekundärmärkten weiterverkauft, was die Auswirkungen auf die US-Exporteinnahmen abschwächt.
Dennoch ist die geopolitische Optik potenzieller Energieabkommen zwischen den USA und China von Bedeutung. Ein konkretes Abkommen könnte dazu beitragen, die Handelsströme vor der winterlichen Nachfragesaison wieder ins Gleichgewicht zu bringen, insbesondere wenn das kältere Wetter die regionalen Lagerbestände verknappt. Die US-Gasspeicher befinden sich derzeit in der Nähe des Fünf-Jahres-Durchschnitts, was einen Puffer bietet, aber den Aufwärtstrend begrenzt, sofern die Nachfrage nicht drastisch ansteigt.
Was die Politik betrifft, so beobachten die Händler auch das bevorstehende OPEC+-Treffen, auf dem das Bündnis die Produktionskoordinierung mit Russland neu bewerten könnte. Etwaige Produktionskürzungen oder eine erneute Zusammenarbeit könnten indirekt die weltweite Gasstimmung beeinflussen, indem sie die Energiehandelsbilanzen und die Preiskorrelationen zwischen den einzelnen Energieträgern verschieben.
Ausblick: Aufwärtstendenz baut sich oberhalb von 3,80 $ auf
Erdgas befindet sich nach monatelangem schwankendem Handel an einem entscheidenden Wendepunkt. Der technische Ausbruch über die 3,80 $-Marke verstärkt die zinsbullische Tendenz, doch bedarf es zur Bestätigung eines Schlusskurses über der 3,85 $-Marke, um eine weitere Aufwärtsbewegung in Richtung 4,20 $ zu ermöglichen. Die Unterstützung liegt nach wie vor fest bei 3,20 $ bis 3,25 $, mit einem tieferen Schutz bei 2,80 $, falls die Dynamik nachlässt.
Wie bereits erwähnt, bietet die Kombination aus Handelsoptimismus, stabiler Winternachfrage und technischer Widerstandsfähigkeit Erdgas ein Potenzial für kurzfristige Stärke. Die Nachhaltigkeit der Erholung wird jedoch davon abhängen, ob sich die geopolitischen Versprechen in greifbare Handelsströme umsetzen lassen - und ob die wetterbedingte Nachfrage mit den sich verbessernden Chartsignalen übereinstimmt.
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