Nikkei 225 rutscht auf 50.276 ab, da der Ausverkauf im Technologiesektor eine Korrektur in der ausgedehnten Rallye auslöst
Der Nikkei 225 fiel am Freitag um 1,19 % auf 50.276 Punkte und weitete damit seinen wöchentlichen Rückgang aus, da die Märkte in Tokio von starken Verlusten bei Technologieaktien geprägt waren. Der Rückgang folgte auf einen scharfen Ausverkauf an der Wall Street, wo die Schwäche von US-Mega-Cap-Unternehmen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz Gewinnmitnahmen im gesamten globalen Technologiesektor auslöste.
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Höhepunkte
- Nikkei 225 fällt um 1,19% auf 50.276 inmitten des von der US-Tech-Branche angeführten weltweiten Ausverkaufs.
- SoftBank stürzt um 7% ab, da KI- und Risikopositionen die Stimmung belasten.
- Der Index bleibt über dem wichtigen 20-Tage-EMA bei 49.559 und signalisiert eine kontrollierte Korrektur.
Die SoftBank Group stürzte um fast 7 % ab, da sie stark in der künstlichen Intelligenz und im Risikokapitalgeschäft engagiert ist, während chipbezogene Namen wie Advantest und Disco ebenfalls abrutschten. Der Rückgang erstreckte sich auch auf Industrie- und Konsumwerte, was darauf hindeutet, dass die Anleger nach einer starken mehrmonatigen Rallye das Risiko reduzieren.
Korrektur folgt auf Ausbruch aus steilem Erholungskanal
Technisch gesehen ist der Nikkei 225 in eine Konsolidierungsphase eingetreten, nachdem er unter den steilen aufsteigenden Kanal, der sich seit der Rallye Anfang Oktober gebildet hat, ausgebrochen ist. Der Kurs rutschte in Richtung der unteren Begrenzung dieses Kanals und verlor dabei kurzfristig an Dynamik, blieb aber komfortabel über seiner langfristigen Unterstützungsstruktur. Der 20-Tage-EMA bei 49.559 dient als erste Verteidigungslinie für die Bullen, während der 50-Tage-EMA bei 47.083 mit einer wichtigen Aufwärtstrendlinie vom April übereinstimmt und eine starke Nachfragezone bildet.

Preisdynamik des Nikkei 225-Index (Quelle: TradingView)
Dieser Bereich zwischen 49.500 und 47.000 Punkten ist nun das Schlachtfeld, das darüber entscheidet, ob der aktuelle Rücksetzer eine gesunde Korrektur bleibt oder sich zu einem tieferen Rücksetzer entwickelt. In der Vergangenheit hat der Index jedes Mal, wenn er diesen Bereich erneut getestet hat, als Sprungbrett für erneute Käufe gedient. Ein Tagesschluss über 51.000 würde bestätigen, dass die Käufer wieder die Kontrolle übernommen haben, und könnte den Index in Richtung der 53.500er-Zone, seinem jüngsten Höchststand, treiben.
Trotz des Rückschlags bleibt die mittelfristige Struktur bullisch. Der Index verzeichnet weiterhin höhere Höchst- und Tiefststände oberhalb der 100- und 200-Tage-EMAs, die beide nach oben tendieren. Der RSI, der derzeit bei 57 liegt, hat sich aus dem überkauften Bereich abgekühlt, ist aber noch weit davon entfernt, eine Erschöpfung anzuzeigen. Dies deutet darauf hin, dass es sich bei dem derzeitigen Rückgang eher um eine Rückstellung des Momentums als um eine Trendumkehr handelt.
AI-Verkauf drückt auf die Stimmung, aber Fundamentaldaten bleiben stabil
Der Ausverkauf wurde durch die erneute Besorgnis über die überzogenen AI-Bewertungen am US-Aktienmarkt ausgelöst und nicht durch eine Verschlechterung der inländischen Fundamentaldaten Japans. Diese Unterscheidung ist wichtig, da sie darauf hindeutet, dass die Korrektur von außen verursacht wurde. Der Rückgang von SoftBank verstärkte die Bewegung aufgrund seiner starken Gewichtung im Nikkei und seiner Korrelation mit der weltweiten Stimmung im Technologiesektor.
Unter der Oberfläche ist weiterhin selektive Stärke zu erkennen. Recruit Holdings stieg um 16,1 %, nachdem das Unternehmen unerwartet gute Ergebnisse gemeldet hatte, was zeigt, dass das Interesse der Anleger an soliden Fundamentaldaten auch bei Volatilität intakt bleibt. Analysten weisen darauf hin, dass japanische Aktien weiterhin von stabilen Unternehmensgewinnen, einem schwächeren Yen und dem schrittweisen, datengestützten Ansatz der Bank of Japan zur Normalisierung der Geldpolitik profitieren - all dies bietet ein günstiges Umfeld für langfristige Anleger.
Wenn sich die weltweite Stimmung stabilisiert und die US-Märkte sich von ihrer KI-bedingten Korrektur erholen, könnte der Nikkei seinen Aufwärtstrend wieder aufnehmen. Entscheidend wird sein, wie der Kurs um den Bereich 49.500-47.000 reagiert. Hält sich der Kurs oberhalb dieses Bereichs, bleibt die zinsbullische Struktur intakt, während ein Schlusskurs unter 47.000 einen technischen Durchbruch bedeuten und die Tür zu einer tieferen Konsolidierung öffnen würde.
In früheren Diskussionen wurde hervorgehoben, dass die mehrmonatige Rallye des Nikkei überstrapaziert wurde und ein technischer Rücksetzer bevorstand. Dieses Szenario zeichnet sich nun ab. Solange der Kurs jedoch oberhalb der April-Trendlinie und innerhalb seines langfristigen Aufwärtskanals bleibt, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend gültig. In den kommenden Sitzungen wird sich zeigen, ob sich diese Korrektur in eine Kaufgelegenheit oder einen Stimmungsumschwung verwandelt.
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