EUR/USD stabilisiert sich bei $1,156, da Händler auf Zinssenkungen der Fed wetten und das Drama um den Stillstand in Washington beobachten
EUR/USD wird um die Marke von 1,156 gehandelt und hat sich damit von der Erholung der letzten Woche erholt, da die erneute Stärke des Dollar auf Anzeichen von Fortschritten bei der Beendigung des 41-tägigen Stillstands der US-Regierung folgte. Der Senat verabschiedete mit 60 zu 40 Stimmen ein Finanzierungsgesetz, das Präsident Trump nach seiner Zustimmung durch das Repräsentantenhaus unterzeichnen wird.
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Höhepunkte
- EUR/USD bewegt sich nach vier Tagen mit Kursgewinnen nahe 1,1560.
- Der US-Senat bringt das Finanzierungsgesetz voran und stärkt die Stimmung im Dollar.
- Die vorsichtige Haltung der EZB bietet Unterstützung, während die Erwartung einer Zinssenkung durch die Fed wächst.
Die Bewegung ließ den Dollar auf breiter Front steigen und beendete den viertägigen Aufschwung des Euro, da Händler ihre Positionen im Vorfeld wichtiger Wirtschaftsdaten neu kalibrierten.
Technisches Setup zeigt Abwärtsdruck
Auf dem Tages-Chart bleibt EUR/USD innerhalb einer absteigenden Handelsspanne gefangen, die den Abwärtstrend von Oktober bis November bestimmt hat. Dem Paar gelang es in der vergangenen Woche nicht, die obere Begrenzung zu durchbrechen, so dass die Verkäufer die Kontrolle behielten. Der Preis handelt jetzt knapp über der Mitte des Kanals und der Fibonacci-Unterstützung bei 1,1520-1,1550, die in den letzten Sitzungen als Drehpunkt diente.

EUR/USD-Kursdynamik (Quelle: TradingView)
Ein nachhaltiger Halt oberhalb dieser Zone hält das Abwärtsrisiko in Grenzen. Der 20-Tage-EMA bei 1,1580 und das 38,2%-Fibonacci-Retracement bei 1,1588 bilden jedoch ein kurzfristiges Widerstandscluster. Der 50-Tages-EMA bei 1,1620 markiert die Schlüsselmarke für eine strukturelle Verschiebung des Momentums. Solange das Paar nicht über dieser Schwelle schließt, bleibt der allgemeine Trend rückläufig.
Der RSI bewegt sich weiterhin unter dem mittleren Wert von 50, was darauf hindeutet, dass das Momentum weiterhin die Verkäufer begünstigt. Trotz der vorübergehenden Stabilisierung sind die Erholungen eher korrigierend als richtungsweisend, wobei der 200-Tage-EMA bei 1,1405 eine letzte wichtige Unterstützung bietet, falls der Druck wieder zunimmt.
Dollar legt zu, aber Zinsaussichten begrenzen Aufwärtstrend
Der jüngste Anstieg des Dollars wurde durch den Optimismus angetrieben, dass der Shutdown bald beendet sein könnte, doch die allgemeine Stimmung bleibt durch die Erwartungen einer geldpolitischen Lockerung eingeschränkt. Laut CME FedWatch gehen die Märkte mittlerweile von einer 62%igen Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte im Dezember aus. Fed-Gouverneur Stephen Miran erklärte gegenüber CNBC, dass die Fortschritte bei der Inflation und die Abschwächung der Beschäftigungstendenzen eine akkommodierende Haltung rechtfertigen, und deutete sogar an, dass eine Senkung um 50 Basispunkte möglich bleibt, falls sich die Wachstumsdaten weiter verschlechtern.
Dieser dovishe Ausblick begrenzt das Aufwärtspotenzial des Dollars. Unterdessen behält die Europäische Zentralbank ihren vorsichtigen, aber beständigen Ton bei. EZB-Vizepräsident Luis de Guindos erklärte, die derzeitigen Zinssätze seien nach wie vor "angemessen", da die Inflation in der Nähe des Zielwerts bleibe und die wirtschaftliche Unsicherheit infolge des verbesserten Handelsdialogs nachlasse. Die Geldmärkte preisen keine potenziellen Zinssenkungen der EZB bis Ende 2026 ein, was dem Euro trotz der kurzfristigen Schwäche eine gewisse grundlegende Widerstandsfähigkeit verleiht.
Fokus auf ZEW-Daten und Shutdown-Lösung
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die deutsche ZEW-Umfrage, die den nächsten richtungsweisenden Hinweis geben könnte. Ein stärkeres Vertrauen könnte EUR/USD dabei helfen, die Marke von 1,1580 und möglicherweise 1,1620 wieder zu erreichen, die Ausbruchsmarke, von der abhängt, ob die Hausse kurzfristig wieder an Fahrt gewinnt. Gelingt es hingegen nicht, den mittleren Bereich des Kanals zu halten, besteht die Gefahr eines Rückfalls in Richtung 1,1450 oder der langfristigen Unterstützung bei 1,1405.
Für den Moment handelt das Paar defensiv innerhalb des Kanals, da Händler die kurzfristigen fiskalischen Entwicklungen in den USA mit den sich ändernden geldpolitischen Erwartungen auf beiden Seiten des Atlantiks abwägen.
In früheren Analysen wurden die Zurückweisung von EUR/USD aus dem Bereich von 1,17 und das wiederholte Scheitern an der oberen Begrenzung des absteigenden Kanals als frühe Signale für ein anhaltendes rückläufiges Momentum identifiziert. Der aktuelle Pullback bestätigt diese Struktur. Solange der Kurs unter 1,1620 bleibt, handelt EUR/USD weiterhin in einem kontrollierten Abwärtstrend mit begrenztem Aufwärtsimpuls.
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