EUR/USD stabilisiert sich bei $1,158, da Händler Wetten auf Zinssenkungen der Fed gegen die ruhige Haltung der EZB abwägen
EUR/USD wurde am Mittwoch bei 1,158 gehandelt und konsolidierte sich nach einer fünftägigen Gewinnsträhne, da die Anleger die Erwartungen auf eine mögliche Zinssenkung der Federal Reserve mit dem gemäßigten politischen Ansatz der Europäischen Zentralbank abwägten. Die Bewegung des Paares unterstreicht das Tauziehen zwischen einem nachgebenden US-Dollar und einer Wirtschaft der Eurozone, die sich bei moderater Inflation und vorsichtigem Optimismus als widerstandsfähig erweist.
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Höhepunkte
- EUR/USD hält sich in Erwartung der Inflations- und Arbeitsmarktdaten nahe 1,1580.
- Händler schätzen die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der Fed im Dezember auf 68 %.
- Die EZB hält die Stabilität aufrecht, während der fiskalische Optimismus in den USA dem Dollar kurzfristig Auftrieb verleiht.
Auf dem Tages-Chart bleibt EUR/USD innerhalb einer absteigenden Handelsspanne und zeigt erste Anzeichen einer Bodenbildung bei 1,153, die mit dem 0,382 Fibonacci-Retracement des Anstiegs von April bis Juli übereinstimmt. Dieser Bereich hat sich zu einer wichtigen Verteidigungslinie für Käufer entwickelt. Ein Wiederanstieg aus diesem Bereich könnte den Widerstand bei 1,162 testen, wo sich der 50-Tage-EMA befindet, gefolgt von 1,165, dem Zusammenfluss von 0,618 Fibonacci und 100-Tage-EMA. Ein nachhaltiger Schlusskurs über 1,1728 würde das zinsbullische Momentum bestätigen und den Weg in Richtung 1,1800, dem oberen Ende des Kanals, öffnen.

EUR/USD-Kursdynamik (Quelle: TradingView)
Das Momentum bleibt neutral. Der RSI bewegt sich in der Nähe von 45, was auf eine leichte Erholung aus dem überverkauften Bereich hindeutet, ohne dass es zu einem starken Aufwärtstrend kommt. Der Supertrend-Indikator hat nach mehreren Wochen des Abwärtsdrucks gerade ins Positive gedreht, was darauf hindeutet, dass die Paarung versuchen könnte, einen kurzfristigen Boden zu bilden. Auf der Abwärtsseite fungiert der 200-Tage-EMA bei 1,1407 als langfristiges Sicherheitsnetz; ein Tagesschlusskurs unter diesem Niveau könnte das Paar zurück in Richtung 1,135 ziehen.
Änderung der Fed-Politik steht im Gegensatz zur Zurückhaltung der EZB
Die Beständigkeit des Euro kommt daher, dass die EZB weiterhin auf Stabilität setzt. Die politischen Entscheidungsträger unter der Leitung von Vizepräsident Luis de Guindos signalisierten keine Eile, die Geldpolitik zu lockern, und stellten fest, dass sich die Inflation dem Ziel nähert und die regionalen Bedingungen überschaubar bleiben. Die Händler erwarten nun von den deutschen VPI- und HVPI-Daten die Bestätigung, dass sich die Inflation weiterhin allmählich abkühlt, was die maßvolle Haltung der EZB bekräftigt.
Auf der anderen Seite des Atlantiks stützte der Optimismus über die Beendigung des Stillstands der US-Regierung den Dollar. Die Verabschiedung eines Finanzierungsgesetzes durch den Senat und die erwartete Zustimmung des Repräsentantenhauses im Laufe des Tages verringerten die fiskalische Unsicherheit und verschafften dem Greenback vorübergehend Auftrieb. Schwächere Arbeitsmarktdaten wirken dieser Stärke jedoch weiterhin entgegen. Der ADP-Bericht zeigte einen durchschnittlichen Verlust von 11.250 Arbeitsplätzen pro Woche im Oktober, was eine Abkühlung des Arbeitsmarktes unterstreicht. Das CME FedWatch Tool zeigt nun eine 68%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte im Dezember an, was darauf hindeutet, dass die Erwartungen einer Lockerung den Dollar bald wieder belasten könnten.
Technische Scheidewege vor uns
EUR/USD wird derzeit zwischen 1,153 und 1,162 gehandelt, einer entscheidenden Zone, die die kurzfristige Richtung bestimmen wird. Ein entscheidender Durchbruch über 1,165 könnte einen Aufwärtstrend in Richtung 1,172 und 1,18 freisetzen, während ein Scheitern bei der Verteidigung der 1,1530 das Risiko birgt, dass das Paar in Richtung 1,14 zurückfällt. Das Wechselspiel zwischen den Erwartungen der Fed und der Stabilität der EZB wird wahrscheinlich bestimmen, welche Seite die Kontrolle gewinnt.
In früheren Diskussionen wurde 1,153 als entscheidende Unterstützung für die kurzfristigen Aussichten des Euro hervorgehoben. Dieses Niveau bildet weiterhin die Grundlage für die Struktur des Paares. Ein nachhaltiges Halten dieses Niveaus in Verbindung mit dovishen US-Daten könnte das Momentum zugunsten des Euro bis Ende November verschieben. Umgekehrt würde eine erneute Dollarnachfrage aufgrund stärkerer US-Zahlen diese Untergrenze wahrscheinlich erneut testen.
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