Liberia sichert sich IWF-Auszahlungen im Rahmen von ECF und Klimafazilität

Liberia sichert sich IWF-Auszahlungen im Rahmen von ECF und Klimafazilität
Liberia schaltet IWF-Mittel frei

Liberia erhält neue IWF-Mittel, während das Land trotz eines schwierigeren externen Umfelds seine Reformen in den Bereichen Haushalt, Finanzsektor und Klimaresilienz vorantreibt. Die jüngsten Überprüfungen durch das Executive Board ermöglichen sofortige Auszahlungen in Höhe von insgesamt rund 50 Millionen US-Dollar und erfolgen, nachdem die Wirtschaft 2025 um 5,1 Prozent gewachsen ist und 2026 weiter wachsen dürfte.

Das Wichtigste

  • Das Executive Board des IWF hat die ECF- und RSF-Überprüfungen Liberias abgeschlossen und damit sofortige Auszahlungen von 36,92 Millionen SZR (50,16 Millionen US-Dollar) zur Unterstützung von Reformen freigegeben.
  • Liberias reales BIP-Wachstum erreicht 2025 5,1 Prozent und wird für 2026 mit 5,5 Prozent prognostiziert, angetrieben durch Bergbau, Baugewerbe und verarbeitendes Gewerbe.
  • Zu den zentralen Risiken für Liberia zählen höhere Kraftstoffpreise, ein Rückgang der Geberunterstützung und Klimaschocks, während der politische Fokus weiterhin auf der Mobilisierung inländischer Einnahmen, Bankenreformen und Verbesserungen der Governance liegt.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Board-Überprüfungen setzen Mittel frei und verlängern die Unterstützung für Reformen

Wie der Internationale Währungsfonds berichtet, hat sein Executive Board die vierte Überprüfung der 40-monatigen Extended Credit Facility-Vereinbarung mit Liberia sowie die erste Überprüfung der 21-monatigen Resilience and Sustainability Facility-Vereinbarung abgeschlossen. Dadurch werden sofortige Auszahlungen von 19,3 Millionen SZR im Rahmen der ECF und 17,62 Millionen SZR im Rahmen der RSF ermöglicht. Die Gesamtauszahlung beläuft sich auf rund 50,16 Millionen US-Dollar.

Der IWF erklärt, dass die beiden Vereinbarungen Liberias Bemühungen weiterhin unterstützen, makroökonomische Stabilität und Schuldentragfähigkeit zu sichern, die Widerstandsfähigkeit des Finanzsektors zu stärken, Governance-Reformen voranzutreiben und die Resilienz gegenüber klimabedingten Schocks zu erhöhen. Die ECF wurde am 25. September 2024 mit einem Zugangsvolumen von 155 Millionen SZR genehmigt, während die RSF am 27. April 2026 mit einem Gesamtzugangsvolumen von 193,8 Millionen SZR genehmigt wurde.

Die gesamten Auszahlungen im Rahmen der ECF haben inzwischen 96,5 Millionen SZR beziehungsweise rund 131,67 Millionen US-Dollar erreicht. Nach der Board-Sitzung erklärte der amtierende Vorsitzende und stellvertretende geschäftsführende Direktor Bo Li, Liberia habe trotz erhöhter globaler Risiken, insbesondere volatiler Ölpreise, weiterhin solide Maßnahmen umgesetzt und unter beiden Vereinbarungen erhebliche Fortschritte erzielt.

Wachstumsausblick verbessert sich, während Haushalts- und Bankenreformen im Fokus bleiben

Liberias Wirtschaft bleibt trotz eines schwierigeren externen Umfelds widerstandsfähig. Das reale BIP-Wachstum erreicht 2025 5,1 Prozent und dürfte sich 2026 auf 5,5 Prozent beschleunigen, gestützt durch eine starke Bergbauproduktion sowie Aktivitäten im Baugewerbe und im verarbeitenden Gewerbe, während die Inflation begrenzt bleibt.

Dennoch bestehen weiterhin Risiken, darunter höhere Kraftstoffpreise, sinkende Unterstützung durch Geber, Volatilität der Rohstoffpreise und klimabedingte Schocks. Laut IWF gehören zu den politischen Prioritäten die Mobilisierung inländischer Einnahmen durch die geplante Einführung der Mehrwertsteuer im Jahr 2027, der umsichtige und transparente Umgang mit einer einmaligen Zahlung aus einer Bergbaukonzession, der Abschluss der Bankenrestrukturierung, die Beseitigung verbleibender Schwachstellen im Finanzsektor, die Stärkung von Governance und Haushaltstransparenz sowie die Umsetzung von Reformen zur Klimaresilienz.

Bo Li erklärt, dass die Haushaltskonsolidierung dank der starken Einnahmenentwicklung fortgesetzt werde und so dazu beitrage, die Schuldenschwachstellen zu verringern, während die Investitionsausgaben beschleunigt würden. Er fügt hinzu, dass die Rekapitalisierung der Banken langsamer als geplant vorankomme, dass ein Abbau notleidender Kredite das Kreditwachstum im Privatsektor unterstützen würde und dass die Ausgabe neuer Banknoten eine unmittelbare Priorität sei, um die derzeitigen Engpässe zu mildern.

Der IWF erklärt außerdem, dass die Veröffentlichung von Liberias Governance-Diagnosebericht und die Umsetzung eines zielgerichteten Aktionsplans ein klares Bekenntnis zur Bekämpfung institutioneller Schwächen und Korruption signalisieren würden. Zudem seien fortgesetzte technische Unterstützung und die Koordinierung mit Entwicklungspartnern entscheidend, um klimabezogene Reformen im Zeitplan zu halten und die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit des Landes zu stärken.

In unserem früheren Artikel über die Prioritäten des US-Finanzministeriums für die IWF- und Weltbanktagungen haben wir Washingtons Bestreben erläutert, den Fokus der Institutionen auf Kernaufgaben wie Wachstum, makroökonomische Stabilität, Schuldentragfähigkeit und Armutsbekämpfung zu schärfen. Wir wiesen außerdem auf Forderungen nach strengerer Haushaltsdisziplin und Kreditreformen bei beiden Institutionen sowie auf die Betonung des Energiezugangs und einer vom Privatsektor getragenen Entwicklung in ärmeren Ländern hin.

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