BaFin leitet Prüfung von Zalandos Konzernabschluss 2025 ein

BaFin leitet Prüfung von Zalandos Konzernabschluss 2025 ein
BaFin prüft Zalando-Abschluss

Die deutsche Finanzaufsicht verschärft ihre Bilanzkontrolle bei Zalando und untersucht den gebilligten Konzernabschluss zum 31. Dezember 2025 samt zugehörigem Lagebericht. Auslöser sind konkrete Anhaltspunkte für einen möglichen Verstoß gegen Rechnungslegungsvorschriften im Zusammenhang mit der Übernahme von ABOUT YOU.

Höhepunkte

  • BaFin leitete am 19. Juni 2026 eine Prüfung des Zalandos Konzernabschlusses 2025 wegen möglicher Auslassungen im Anhang zu einer Transaktion mit der ABOUT YOU Holding SE ein.
  • Die anlassbezogene Prüfung basiert auf § 107 Absatz 1 Satz 1 des Wertpapierhandelsgesetzes und erfolgt bei konkreten Hinweisen auf fehlerhafte Rechnungslegung.
  • Die BaFin informiert die Öffentlichkeit unabhängig vom Ausgang der Prüfung, betont aber, dass die Einleitung keinen Hinweis auf festgestellte Fehler bietet.

Prüfungsanlass und regulatorischer Rahmen

Wie die BaFin mitteilte, leitete sie am 19. Juni 2026 die Prüfung ein, nachdem im Anhang des Konzernabschlusses Angaben zu einer Transaktion mit einem nahestehenden Unternehmen im Rahmen des Erwerbs der ABOUT YOU Holding SE möglicherweise fehlerhaft unterlassen wurden.

Nach Angaben der Behörde muss sie eine anlassbezogene Prüfung einleiten, wenn konkrete Anhaltspunkte für eine fehlerhafte Rechnungslegung bei einem betroffenen Unternehmen vorliegen. Rechtsgrundlage dafür ist § 107 Absatz 1 Satz 1 des Wertpapierhandelsgesetzes, die Prüfungen werden in der Regel von Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfern der BaFin durchgeführt.

Folgen für Transparenz und Marktbeobachtung

Weil die BaFin die Einleitung der Prüfung öffentlich bekannt gemacht hat, will sie die Öffentlichkeit auch über das Ergebnis informieren. Das gilt unabhängig davon, ob die Untersuchung letztlich Fehler in der Rechnungslegung feststellt oder nicht.

Die Behörde betont zugleich, dass die Veröffentlichung der Prüfungseinleitung Transparenz über ihre Bilanzkontrolle schaffen soll. Daraus folgt nach ihrer Darstellung jedoch nicht, dass die Rechnungslegung bereits fehlerhaft ist oder voraussichtlich ein entsprechender Befund festgestellt wird.

In unserem früheren Artikel zur NTSB-Untersuchung nach einem tödlichen Unfall mit einem Tesla Model 3 in Texas haben wir erläutert, wie die behördliche Prüfung den regulatorischen Druck auf Teslas autonome Fahrtechnologie erhöht. Zudem ging es um einen schwerwiegenden Datenvorfall mit geleakten Geschäftsgeheimnissen, der Risiken für geistiges Eigentum und Lieferketten verstärkte. Insgesamt zeigten wir, wie solche Prüfungen und Sicherheitsvorfälle das Risikoumfeld prägen und die Marktbeobachtung beeinflussen.

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