Bundesregierung unterstützt Hochlauf von e-SAF für Luftfahrtsektor
Mit der EU-Verordnung „ReFuelEU Aviation“ steigt der Druck auf Flugkraftstoffanbieter, den Anteil nachhaltiger Flugkraftstoffe an europäischen Flughäfen schrittweise zu erhöhen. Für Deutschland oder andere EU-Staaten gibt es dabei keine feste Produktionsvorgabe für bestimmte Mengen oder Standorte, die Quotenerfüllung liegt bei den verpflichteten Unternehmen im EU-Durchschnitt.
Das Wichtigste
- Die Bundesregierung bestätigt, dass die EU-Verordnung keine standortspezifische Pflicht zur Produktion bestimmter Mengen nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF) vorsieht, sondern eine EU-weite Durchschnittsquote gilt.
- Mit Instrumenten wie dem Doppelauktionsmechanismus für e-SAF will die Bundesregierung mittels staatlicher Garantien die Angebots- und Nachfrageseite stabilisieren und Investitionen absichern.
- Hohe Produktionskosten erschweren den Markthochlauf elektrobasierter SAF, wobei Wirtschaftlichkeit und Deckung der Nachfrage für die Luftfahrt in Deutschland und der EU im Fokus stehen.
Förderinstrumente und EU-Vorgaben für e-SAF
Wie Deutscher Bundestag unter Berufung auf die Bundesregierung berichtet, erklärt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, dass die EU-Verordnung keine spezifische Pflicht zur Produktion bestimmter SAF-Mengen an vorgeschriebenen Standorten enthält.Die Quote für nachhaltige Flugkraftstoffe sei vielmehr über alle Flughäfen in der EU, an denen ein Unternehmen Flugkraftstoff in Verkehr bringt, als Durchschnitt zu erfüllen. Die konkrete Ausgestaltung dieser Quotenerfüllung obliege den betroffenen Unternehmen.
Nach Angaben der Bundesregierung unterstützt sie den Hochlauf strombasierter Kraftstoffe mit Instrumenten wie dem „Doppelauktionsmechanismus für e-SAF“. Dieses Modell soll durch staatliche Garantien auf Angebots- und Nachfrageseite für mehr Planbarkeit und Investitionssicherheit sorgen.
Herausforderungen für Luftfahrt und Produktionsstandort
Zusätzlich steht die Bundesregierung nach eigener Darstellung über Gesprächsformate wie die AG SAF mit relevanten Branchenakteuren im Austausch. Damit zielt sie auf eine engere Abstimmung mit Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette ab.Die Grünen verweisen in ihrer Anfrage darauf, dass elektrobasiertes SAF derzeit als zentrale skalierbare Option zur Defossilisierung der Luftfahrt gilt. Zugleich belasten hohe Produktionskosten den Markthochlauf, weshalb für Deutschland und die EU die Frage im Raum steht, wie die entstehende Nachfrage gedeckt und ein erfolgreicher Ausbau der e-SAF-Produktion wirtschaftlich abgesichert werden kann.
In unserem früheren Artikel zur nationalen Umsetzung der EU-Quoten für nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) haben wir erläutert, wie ein Gesetzentwurf die Vorgaben der Verordnung (EU) 2023/2405 in deutsches Recht überführen soll. Dabei ging es auch um die erweiterten Kontroll- und Sanktionsbefugnisse des Luftfahrt-Bundesamts sowie um die Debatte zwischen mehr Rechtssicherheit für die Branche und befürchteten Mehrkosten für Airlines und Flughäfen.
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