Deutschlandweite Spritpreise driften regional stark auseinander
Die Kraftstoffpreise in Deutschland unterscheiden sich je nach Stadt derzeit deutlich, obwohl Verbraucher im selben Markt tanken. Besonders bei Super E10 liegen zwischen günstigen und teuren Standorten Preisabstände von bis zu 20 Cent je Liter, was die Belastung für Autofahrer spürbar erhöht.
Das Wichtigste
- Super E10-Preise variieren erheblich: München 1,998 Euro/Liter, Münster 2,198 Euro/Liter, Bundesschnitt 2,107 Euro/Liter, Differenz bei 50 Litern bis zu zehn Euro.
- Der Dieselpreisunterschied zwischen den 100 analysierten deutschen Städten beträgt 14,4 Cent pro Liter, wobei regionale Versorgungslage entscheidend ist.
- Niedrigwasser am Rhein (Pegel Kaub 26 cm vs. Mittel 208 cm) führt laut ING zu Logistikengpässen, höheren Transportkosten und zeitweiliger Kraftstoffknappheit insbesondere in NRW.
Preisgefälle bei Super E10 und Diesel
Wie BILD.de unter Berufung auf das Städte-Ranking von Clever Tanken berichtet, zahlten Autofahrer in München für einen Liter Super E10 im Durchschnitt 1,998 Euro, während in Münster 2,198 Euro fällig wurden. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern ergibt sich daraus ein Mehrbetrag von zehn Euro.Besonders günstig war Super E10 in Ingolstadt mit 1,982 Euro je Liter. Auch Fürth und Heilbronn lagen deutlich unter dem Bundesschnitt von 2,107 Euro. Zu den teureren Städten zählten neben Münster auch Gütersloh und Bottrop, in Kassel lag der Durchschnittspreis mit 2,210 Euro je Liter noch höher.
Auch beim Diesel zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. In den 100 untersuchten Städten betrug der Abstand zwischen dem günstigsten und dem teuersten Literpreis 14,4 Cent.
Transportengpässe belasten vor allem einzelne Regionen
Ein wichtiger Preistreiber ist nach Einschätzung von ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski das Niedrigwasser am Rhein. Er sieht darin Engpässe und höhere Kosten, weil Schiffe bei niedrigen Pegeln weniger Kraftstoff laden können.Bei Kaub lag der Pegel bei nur 26 Zentimetern, im langjährigen Mittel sind es 208 Zentimeter. Dadurch sind für dieselbe Menge mehr Fahrten oder zusätzliche Transporte per Lkw und Bahn nötig. Nach Angaben des Mineralölverbands en2x sind deren Kapazitäten begrenzt, im Rheinland fehlten an Tankstellen zeitweise einzelne Kraftstoffsorten. Nordrhein-Westfalen verlängerte deshalb die Ausnahme vom Lkw-Sonntagsfahrverbot bis zum 20. Dezember.
Für das regionale Preisniveau ist zudem entscheidend, woher der Kraftstoff kommt und wie er verteilt wird. Deutschland verfügt über elf Raffineriestandorte, doch die Nähe zu einer Raffinerie sorgt nicht automatisch für niedrigere Preise. Bayerische Raffinerien beziehen Rohöl per Pipeline aus Triest, Karlsruhe wird ebenfalls so versorgt, verschickt aber rund ein Viertel seiner fertigen Produkte per Schiff. Im Osten erhalten die Raffinerien Schwedt und Leuna Rohöl unter anderem über Verbindungen aus Rostock und Danzig. Werden diese Transportwege schwieriger oder teurer, steigt der Preisdruck an den Tankstellen.
In unserem früheren Artikel zur steigenden Inflation in Deutschland haben wir gezeigt, dass die Teuerungsrate im September 2026 vor allem durch deutlich höhere Energiekosten angetrieben wurde. Besonders stark fiel dabei der Anstieg bei Mineralölprodukten aus: Kraftstoffe verteuerten sich im Jahresvergleich spürbar, was sich direkt an den Tankstellen bemerkbar machte. Zudem haben wir eingeordnet, dass Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung in diesen Septemberdaten noch nicht sichtbar waren.
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