Spanien strebt vollständige Einführung von MiCA im Jahr 2026 an
Spanien bereitet sich darauf vor, die EU-Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA) bis Mitte 2026 vollständig umzusetzen, nachdem es sich dafür entschieden hat, die längste nach EU-Recht zulässige Übergangsfrist zu nutzen.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Während MiCA im Dezember 2024 in der gesamten EU vollständig anwendbar wurde, haben die spanischen Behörden die Durchsetzung verschoben, um den inländischen Unternehmen mehr Zeit für die Anpassung zu geben. Gemäß dem Plan wird die MiCA-Aufsicht der Nationalen Wertpapiermarktkommission (CNMV) obliegen, die bereits mehr als 60 kryptobezogene Unternehmen beaufsichtigt, berichtet Cryptopolitan.
Der Rahmen wird standardisieren, wie Krypto-Vermögenswerte ausgegeben, vermarktet und klassifiziert werden, wobei Utility Token, Security Token und Stablecoins abgedeckt werden. Nur Unternehmen, die eine vollständige MiCA-Genehmigung erhalten, dürfen nach dem 1. Juli 2026 in Spanien tätig werden. Die Regulierungsbehörden argumentieren, dass die Verzögerung ein Gleichgewicht zwischen Innovation und Verbraucherschutz schafft. Kritiker sagen jedoch, dass der langwierige Übergang Unsicherheiten für Startups und Investoren birgt.
DAC8 weitet die steuerliche Überwachung von Kryptoaktivitäten aus
Neben MiCA wird Spanien die EU-Richtlinie über die Verwaltungszusammenarbeit (DAC8) umsetzen, die sich auf die Transparenz und Durchsetzung von Krypto-Steuern konzentriert. Die DAC8 wurde im Oktober 2025 vom Parlament verabschiedet und wird am 1. Januar 2026 in Kraft treten.
Die Richtlinie verlangt von Kryptobörsen und Dienstleistern die automatische Meldung von Nutzerdaten, einschließlich Guthaben, Transaktionen und Überweisungen, an die Steuerbehörden. Damit wird die Anonymität für regulierte Kryptoaktivitäten innerhalb der EU effektiv beendet. Die spanische Steuerbehörde, die Agencia Tributaria, erhält außerdem die Befugnis, Krypto-Vermögen zu beschlagnahmen, um unbezahlte Steuerschulden zu begleichen. Die im Jahr 2026 gesammelten Informationen werden ab 2027 an die Behörden weitergeleitet. Offiziell heißt es, dass die Maßnahme die Steuereinnahmen deutlich erhöhen könnte, aber sie hat bei den Nutzern Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes geweckt.
Debatte über Regulierungsintensität wächst
Die Entscheidung Spaniens, sowohl MiCA als auch DAC8 durchzusetzen, hat Kritik von Analysten hervorgerufen, die argumentieren, dass das Land einen restriktiveren Ansatz als andere Länder verfolgt. Einige Ökonomen warnen, dass eine verschärfte Aufsicht Innovation und Kapital in andere Länder treiben könnte. José Luis Cava, Autor des Buches Die Kunst des Spekulierens, kritisierte die Gesetzgeber dafür, dass sie globale Trends ignorieren, und verwies auf US-Vorschläge, die Steuerzahlungen in Bitcoin erlauben würden, ohne Kapitalgewinne auszulösen.
Die politische Debatte verschärfte sich Ende 2025, als Mitglieder der parlamentarischen Gruppe Sumar Änderungsanträge zur Erhöhung der Steuern auf Kryptogewinne einbrachten. Befürworter des neuen Rahmens sagen, dass strenge Regeln notwendig sind, um Betrug zu bekämpfen und die Transparenz zu verbessern. Die Gegner halten dagegen, dass eine übermäßige Kontrolle die Wettbewerbsfähigkeit Spaniens in der Wirtschaft der digitalen Vermögenswerte untergraben könnte. Mit dem Näherrücken des Jahres 2026 bleibt die Balance zwischen Regulierung und Innovation ein zentraler Streitpunkt.
Kürzlich schrieben wir, dass El Salvador und der Internationale Währungsfonds sagen, dass die Verhandlungen über die Bitcoin-Politik des Landes und die Veräußerung der staatlichen Chivo-Wallet ein fortgeschrittenes Stadium erreicht haben.
Neueste crypto Nachrichten
- Forex
- Crypto