VARA-Vorschriften gestalten den Kryptoderivatemarkt in Dubai neu
Eine aktualisierte Version des von der Dubai Virtual Assets Regulatory Authority (VARA) erstellten Regelwerks für Börsendienste ist in Dubai in Kraft getreten. Zum ersten Mal enthält das Dokument separate Anforderungen für Transaktionen mit Krypto-Derivaten. Die neue Version der Regeln ist seit dem 31. März 2026 in Kraft.
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Die Änderungen betreffen eines der größten Segmente des Kryptomarktes - Futures, unbefristete Verträge und andere derivative Instrumente, berichtete Cryptopolitan. Nach Marktschätzungen erreichte das Handelsvolumen in diesem Segment im Jahr 2025 85,7 Billionen US-Dollar, während der durchschnittliche Tagesumsatz bei etwa 264,5 Milliarden US-Dollar lag. Mit der Aktualisierung wird ein eigener operativer Rahmen für einen Markt geschaffen, der sich schneller entwickelt hat als seine regulatorische Basis.
Was genau hat sich geändert?
Das Regelwerk enthält nun einen eigenen Abschnitt - die Regeln für börsengehandelte Derivate. Er gilt für lizenzierte Unternehmen, die in Dubai Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte anbieten. Das Dokument enthält Anforderungen an die Kundenklassifizierung, die Trennung von Kundenkonten, Offenlegungsstandards, die Verwendung von Einschüssen und Hebeleffekten sowie Börsenmaßnahmen bei starken Marktbewegungen.
VARA hat auch den Geltungsbereich klargestellt: Die Regeln gelten für das Festland und die Freizonen Dubais, aber nicht für das DIFC.
Eine der wichtigsten Bestimmungen betrifft die Kleinanleger. Für sie wurde der Mindestersteinschuss auf 20 % des Nennwerts einer Position festgesetzt. Dies bedeutet, dass die maximale Hebelwirkung für diese Kundenkategorie auf 5:1 begrenzt ist. Verglichen mit den Bedingungen, die lange Zeit von Offshore-Plattformen angeboten wurden, ist dies ein deutlich strengerer Ansatz zur Risikokontrolle.
Was dies für den Markt bedeutet
Die neue Fassung der Vorschriften schafft eine Rechtsgrundlage für lizenzierte Teilnehmer, um Derivatprodukte auf den Markt zu bringen. Für Dubai ist dies eine wichtige Etappe, da der lokale Markt für virtuelle Vermögenswerte bereits internationale Unternehmen angezogen hat, während der Aufsichtsrahmen schrittweise über den Spothandel hinaus auf komplexere Instrumente ausgeweitet wird.
Ruben Bombardi sagte: "Derivate sind ein natürlicher nächster Schritt in der Entwicklung der Märkte für virtuelle Vermögenswerte, aber sie erfordern einen höheren Standard der Governance".
Die Bedeutung dieser Entscheidung geht über einen einzelnen Markt hinaus. VARA bietet ein Regulierungsmodell für Krypto-Derivate an, das auf Grundsätzen beruht, die der traditionellen Finanzaufsicht nahe kommen: Risikolimits, obligatorische Offenlegung der Bedingungen, Kontrolle des Zugangs von Kleinanlegern und die Möglichkeit für die Regulierungsbehörde, bei Bedarf schnell einzugreifen. Wenn sich dieses Modell als praktikabel erweist, könnten sich andere Rechtsordnungen, die Kleinanlegern den Zugang zu solchen Instrumenten noch nicht gestatten, daran orientieren.
Im Mai 2025 hatte VARA bereits seinen Regulierungsrahmen überarbeitet und die Anforderungen an Hebelwirkung und Sicherheiten für Broker-Dealer und Börsen verschärft. Mit der aktuellen Aktualisierung wird dieser Ansatz fortgesetzt: Die Regulierungsbehörde verschärft die Anforderungen für risikoreichere Marktsegmente kontinuierlich.
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