Adam Back erklärt, warum institutionelles Kapital langsam in Bitcoin fließt

Adam Back erklärt, warum institutionelles Kapital langsam in Bitcoin fließt
Adam Back und institutionelle Anleger

Trotz der Einführung des Bitcoin-Spot-ETFs von Morgan Stanley ist nicht mit einer raschen Erholung des Kryptomarktes zu rechnen. Dies erklärte Adam Back, CEO von Blockstream.

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Seiner Meinung nach sind ETFs zwar zu einem der wichtigsten positiven Faktoren für Bitcoin geworden, doch schreitet die institutionelle Akzeptanz langsamer voran, als Privatanleger erwarten. Selbst wenn BlackRock empfiehlt, 2–4 % der Portfolios in Bitcoin anzulegen, werden Fondsmanager dies nicht über Nacht umsetzen, berichtet die New York Times.

Adam Back geht davon aus, dass Kapitalzuflüsse über ETFs ein Jahr oder sogar bis zu 18 Monate dauern könnten. Der Prozess hat bereits begonnen, wird aber schrittweise verlaufen. Daher fungieren ETFs seiner Ansicht nach eher als langfristiger Rückenwind denn als unmittelbarer Wachstumsbeschleuniger.

Ein weiterer Faktor ist der Wandel in der US-Regulierung. Back merkt an, dass die Regierung unter Donald Trump ein günstigeres Umfeld für die Kryptoindustrie geschaffen hat als in der Zeit des starken Drucks durch die SEC unter Gary Gensler. Seiner Meinung nach hat dies auch andere Länder beeinflusst – so hat beispielsweise die britische FCA begonnen, ETFs in Altersvorsorgekonten zuzulassen.

Gleichzeitig ist Back der Ansicht, dass die Bedeutung von Bitcoin-ETFs über eine einzelne Regierung hinausgeht. Bitcoin hat nun mächtige Verbündete an der Wall Street – darunter BlackRock, Morgan Stanley, Fidelity und andere wichtige Akteure. Diese Unternehmen erzielen Einnahmen aus ETFs und werden dieses Geschäft wahrscheinlich durch ihren Einfluss und ihre Lobbykraft verteidigen.

Weitere Faktoren

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der vierjährige Zyklus von Bitcoin, der mit dem Halving verbunden ist. In der Vergangenheit durchlief der Markt nach Angebotsreduktionen Phasen des Wachstums, gefolgt von Rückgängen und Erholungen. Selbst wenn dieser Zyklus zu bröckeln beginnt, können die Erwartungen der Anleger die Preisbewegungen weiterhin beeinflussen: Wenn viele einen Rückgang erwarten und verkaufen, können sie dieses Ergebnis noch verstärken.

Laut Back wird sich die Situation ändern, sobald der Markt eine anhaltende Nachfrage verzeichnet. Eine solche Nachfrage bildet sich bereits durch ETFs, Staatsfonds, institutionelle Investoren und Unternehmen, die Bitcoin in ihren Bilanzen halten. Er erwähnte auch Strategy, ehemals MicroStrategy, das weiterhin Bitcoin kauft und neue Finanzinstrumente zur Kapitalbeschaffung nutzt.

Back glaubt, dass konsequente Käufer von Bitcoin letztendlich die Verkäufer überwiegen könnten. Wenn sich Vermögensverwalter, Pensionsfonds und große Finanzplattformen anschließen, könnte der Aufwärtsdruck auf das Bitcoin-Angebot zunehmen.

Eine überbewertete Bedrohung

Back äußerte sich auch zu den Bedenken hinsichtlich des Quantencomputings. Seiner Meinung nach wird das Risiko oft übertrieben dargestellt, kann aber aufgrund mangelnden Verständnisses dennoch die Marktstimmung beeinflussen. Privatanleger neigen dazu, Quantenbedrohungen als ein fernes Problem zu betrachten, während Institutionen systematischer vorgehen und selbst kleine Risiken im Voraus bewerten.

Insgesamt sieht Back starke langfristige Treiber für Bitcoin: ETFs, wachsendes Interesse an der Wall Street, günstigere Regulierung und eine stetige Nachfrage von Großinvestoren. Er warnt jedoch davor, dass die institutionelle Akzeptanz nicht über Nacht geschieht – ihre Auswirkungen auf den Markt werden schrittweise sein und sich über viele Monate hinweg entfalten.

Es ist erwähnenswert, dass Optionen auf den Bitcoin-ETF von BlackRock kürzlich Deribit auf dem US-Krypto-Derivatemarkt überholt haben.

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