Nordkorea bestreitet Beteiligung an Krypto-Diebstählen im Wert von 577 Millionen Dollar
Nordkorea behauptet, nicht an groß angelegten Kryptowährungsdiebstählen beteiligt zu sein, obwohl Daten aus der Blockchain-Analyse auf verstärkte Aktivitäten nordkoreanischer Hacker hindeuten. Ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums bezeichnete die Vorwürfe als „absurde Verleumdung“ und als „politisches Instrument“, das von den Vereinigten Staaten genutzt werde, um eine feindselige Politik voranzutreiben.
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Dem Sprecher zufolge versuche Washington, obwohl es über einige der weltweit stärksten Cyberfähigkeiten verfüge, sich als das „größte Opfer“ von Cyberangriffen darzustellen. Pjöngjang erklärte zudem, es werde Konfrontationsversuche nicht tolerieren und sei bereit, „alle notwendigen Maßnahmen“ zu ergreifen, um seine nationalen Interessen zu schützen, berichtete KCNA.
Die Erklärung erfolgte vor dem Hintergrund neuer Daten von TRM Labs. Dem Unternehmen zufolge ist der Anteil der mit Nordkorea in Verbindung stehenden Angriffe an den Gesamtverlusten durch Kryptowährungs-Hacks stark gestiegen: Während er 2020–2021 unter 10 % lag, erreichte er 2025 64 %.
Opfer von Hackerangriffen
In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 stahlen mit Nordkorea in Verbindung stehende Gruppen laut TRM Labs etwa 577 Millionen US-Dollar. Dies machte 76 % aller weltweiten Verluste durch Kryptowährungs-Hacks in diesem Zeitraum aus.
Der größte Teil dieses Betrags stammte aus zwei Angriffen im April: dem 292-Millionen-Dollar-Exploit bei KelpDAO und dem 285-Millionen-Dollar-Angriff auf Drift Protocol. Gleichzeitig machten diese beiden Vorfälle seit Jahresbeginn nur etwa 3 % aller registrierten Kryptowährungsangriffe nach Fallzahl aus.
TRM Labs brachte den KelpDAO-Hack mit TraderTraitor in Verbindung, einer mit Lazarus verbundenen Operation. Das Unternehmen schrieb den Angriff auf Drift Protocol einer anderen Untergruppe zu, obwohl die endgültige Zuordnung noch geprüft wird. Seit 2017 beläuft sich der Gesamtbetrag der von mit Nordkorea verbundenen Einrichtungen gestohlenen Kryptowährungen auf über 6 Milliarden US-Dollar.
US-amerikanische und internationale Behörden haben wiederholt erklärt, dass diese Gelder zur Finanzierung der militärischen Infrastruktur Nordkoreas verwendet werden. Ein aktueller UN-Bericht stellte fest, dass gestohlene digitale Vermögenswerte eine wichtige Einnahmequelle für Pyongyangs Nuklear- und Raketenprogramme darstellen.
Die Vereinigten Staaten verhängen zudem weiterhin Sanktionen gegen Personen und Unternehmen, die mit solchen Machenschaften in Verbindung stehen. Am 13. März verhängte das Amt für die Kontrolle ausländischer Vermögenswerte (OFAC) des US-Finanzministeriums Beschränkungen gegen sechs Personen und zwei Organisationen, die mit nordkoreanischen IT-Machenschaften in Verbindung stehen. Nach Angaben der Behörde trugen diese im Jahr 2024 dazu bei, fast 800 Millionen US-Dollar zu generieren, unter anderem durch Kryptowährungstransaktionen und die Umwandlung von Geldern in digitale Vermögenswerte.
Warum Nordkorea so viele Hacker hat
Ein Grund für diese Aktivitäten ist die internationale Isolation Nordkoreas. Das Land unterliegt seit Jahrzehnten strengen Sanktionen, hat nur eingeschränkten Zugang zum globalen Finanzsystem und kann nicht frei Devisen durch regulären Handel oder Investitionen beschaffen. Vor diesem Hintergrund sind Cyberangriffe für das Regime zu einem Weg geworden, Geld zu beschaffen und dabei Banken, Zahlungssysteme und internationale Kontrollen zu umgehen.
Kryptowährungen eignen sich besonders gut für solche Machenschaften: Sie lassen sich schnell grenzüberschreitend transferieren, auf viele Wallets aufteilen, über Dienste vermischen, die Spuren verwischen, und in andere Vermögenswerte umwandeln. Deshalb werden mit Nordkorea verbundene Hackergruppen nicht einfach als Cyberkriminelle betrachtet, sondern als Teil eines staatlich unterstützten Einnahmesystems. Analysten und internationalen Behörden zufolge könnten gestohlene digitale Vermögenswerte zur Finanzierung militärischer Programme, einschließlich der Raketen- und Nuklearentwicklung, verwendet werden.
Zur Erinnerung: Im Jahr 2025 stahlen nordkoreanische Hacker Kryptowährungen im Wert von mehr als 2 Milliarden US-Dollar.
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