Verdächtige in Südkorea im Zusammenhang mit Solana-Memecoin CatFi festgenommen
Südkoreanische Staatsanwälte haben zwei Hauptverdächtige in einem Fall rund um die Solana-basierte Memecoin CatFi festgenommen. Drei weitere Personen wurden angeklagt, befinden sich aber weiterhin auf der Flucht.
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Laut der offiziellen Webseite der Behörde starteten die Verdächtigen CatFi Anfang 2025 über Pump.fun, eine Plattform zur Erstellung von Memecoins im Solana-Netzwerk. Kurz nachdem Investoren erhebliche Mittel in den Token investiert hatten, gaben die Entwickler das Projekt faktisch auf. Diese Art von Betrug ist im Kryptomarkt als Rug Pull bekannt.
Laut Staatsanwaltschaft ist dies der erste Fall, in dem Südkoreas Virtual Asset User Protection Act genutzt wurde, um einen Rug Pull nach den Regeln gegen betrügerischen und unfairen Handel zu ahnden. Es handelt sich zudem um den ersten Strafprozess des Landes wegen einer Krypto-Straftat, die über eine dezentrale Börse abgewickelt wurde – ein Bereich, der lange Zeit eine regulatorische „Grauzone“ war.
So funktionierte das Betrugsschema
Nach dem Start von CatFi sollen die Verdächtigen Investoren über gefälschte Social-Media-Accounts angelockt haben. Einer der Hauptakteure gab sich als unabhängiger Krypto-Influencer aus und forderte Nutzer zum Kauf des Tokens auf. Ein weiterer Verdächtiger verwaltete den offiziellen Kanal des Projekts, erhöhte künstlich die Follower-Zahlen und veröffentlichte Falschinformationen zu angeblichen Token-Lockup-Plänen, um Vertrauen und Aktivität rund um das Projekt vorzutäuschen.
Ermittler gehen zudem davon aus, dass die Gruppe mehrere Wallets nutzte, um Tokens zu verteilen, und Wash-Trades durchführte, um ihre Kontrolle über einen erheblichen Teil des Angebots zu verschleiern.
Laut Staatsanwaltschaft stieg der Preis von CatFi innerhalb von 26 Stunden nach dem Start um das 1.001-Fache. In diesem Zeitraum kauften rund 6.000 Investoren den Token. Davon meldeten 256 einen Gesamtschaden von 900 Millionen südkoreanischen Won, etwa 600.000 US-Dollar. Die Verdächtigen erzielten dabei angeblich einen Gewinn von mehr als 400 Millionen Won.
On-Chain-Ermittler hatten die Verdächtigen und die zugehörigen Wallets bereits zuvor identifiziert und die Informationen an die Behörden weitergegeben. Die Polizei stellte das Verfahren jedoch ohne Ergebnis ein, nachdem die Beschuldigten behauptet hatten, sie seien angeblich gehackt worden.
Später leitete die Financial Services Commission die Unterlagen an die Staatsanwaltschaft weiter. Eine Spezialeinheit zur Untersuchung von Straftaten mit virtuellen Vermögenswerten arbeitete mit Finanz- und Steuerbehörden zusammen, um die Verdächtigen ausfindig zu machen. Einer von ihnen war etwa drei Monate lang untergetaucht und nutzte mehrere Verkleidungen.
Zwei Verdächtige wurden am 11. Mai festgenommen, drei weitere am Mittwoch.
Die Staatsanwaltschaft betonte, dass sie Teilnehmer des Kryptomarktes, die mit illegalen Methoden schnell reich werden wollen, darauf hinweisen will, dass Marktmanipulation zwangsläufig zu schwerwiegenden finanziellen und persönlichen Konsequenzen führt.
Ein Problem, das über ein einzelnes Projekt hinausgeht
Der CatFi-Fall steht im größeren Zusammenhang des Solana-Memecoin-Marktes. Laut Solidus Labs zeigten etwa 98,7 % der Tokens auf Pump.fun und 93 % der Liquiditätspools auf Raydium Anzeichen von Pump-and-Dump-Schemata oder Rug Pulls. Das bedeutet nicht, dass jedes dieser Projekte automatisch als Betrug gilt, aber es verdeutlicht das Ausmaß der Risiken: Viele neue Tokens verlieren schnell an Liquidität, sodass Investoren oft mit entwerteten Assets zurückbleiben.
Auch Händlerstatistiken zeigen ein Ungleichgewicht, das zu Lasten von Privatanlegern geht. Laut von Branchenmedien zitierten Daten von Dune Analytics handelten die meisten Pump.fun-Nutzer in bestimmten Zeiträumen mit Verlust, während große Gewinne nur an einen kleinen Teil der Wallets gingen. Deshalb ist der CatFi-Fall nicht nur als einzelner Rug Pull relevant, sondern auch als Signal für den gesamten Solana-Memecoin-Markt: Regulierungsbehörden beginnen, solche Schemata nicht mehr als „normales Krypto-Risiko“, sondern als potenziellen Betrug und Marktmanipulation zu betrachten.
Zur Erinnerung: Die SEC stufte SOL als potenzielles Wertpapier ein.
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