JPMorgan warnt vor Risiken am Kryptomarkt vor der zweiten Jahreshälfte

JPMorgan warnt vor Risiken am Kryptomarkt vor der zweiten Jahreshälfte
JPMorgan wird vorsichtig beim Krypto-Ausblick

JPMorgan hat eine vorsichtigere Einschätzung zu digitalen Vermögenswerten eingenommen und argumentiert, dass die Performance des Kryptomarktes in der zweiten Jahreshälfte von zwei ungelösten Fragen abhängen könnte: dem Bitcoin-Finanzierungsmodell von Strategy und dem Schicksal des CLARITY Act in Washington. 

Höhepunkte

  • JPMorgan hat seine Einschätzung zu digitalen Vermögenswerten von positiv auf vorsichtig geändert.
  • Der Verkauf von 32 BTC durch Strategy war klein, warf aber Fragen zur künftigen Finanzierung auf.
  • JPMorgan sieht eine Chance von weniger als 50 %, dass der CLARITY Act noch in diesem Jahr verabschiedet wird.

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Strategy-Verkauf wirft Finanzierungsfragen auf

JPMorgan erklärte, dass der jüngste Verkauf von 32 Bitcoin durch Strategy zwar geringfügig war, aber eine wichtige Signalwirkung hatte. Die Sorge der Bank gilt nicht der Größe dieser Transaktion, sondern der Frage, ob das Unternehmen weiterhin Bitcoin verkaufen muss, um Dividenden auf seine Vorzugsaktien zu finanzieren.

Strategy bleibt einer der größten institutionellen Bitcoin-Halter, weshalb jede Änderung im Treasury-Verhalten vom Markt genau beobachtet wird. Laut JPMorgan decken die aktuellen Dollar-Reserven des Unternehmens nur etwa 6,3 Monate an Dividendenzahlungen ab, während die jährlichen Dividenden für Vorzugsaktien auf rund 1,7 Milliarden US-Dollar geschätzt werden.

Sollten Anleger glauben, dass das Unternehmen auf Bitcoin-Verkäufe angewiesen ist, um Dividendenverpflichtungen nachzukommen, könnte dies die Stimmung gegenüber Bitcoin und anderen digitalen Assets belasten. 

CLARITY Act steuert auf Kampf im Senat zu

Der zweite wichtige Faktor ist die Regulierung. JPMorgan warnt, dass das Zeitfenster für die Verabschiedung des CLARITY Act immer kleiner wird, obwohl der Gesetzentwurf in Washington so viel Dynamik wie nie zuvor entwickelt hat. Das Repräsentantenhaus verabschiedete H.R. 3.633 im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen, und der Bankenausschuss des Senats hat den Entwurf kürzlich mit 15 zu 9 Stimmen vorangebracht.

Senatorin Cynthia Lummis hat den Druck auf die Gesetzgeber erhöht, während der Entwurf auf die Abstimmung im Senat zusteuert. Sie erklärte, dass die Ausschussphase abgeschlossen sei, und signalisierte, dass der nächste Kampf im Plenum stattfinden werde. Sie betonte, der Entwurf sei zu weit fortgeschritten, um ihn jetzt aufzugeben.

Das Gesetz ist eines der am genauesten beobachteten Vorhaben zur Kryptomarktstruktur im Kongress. Es soll klären, ob digitale Vermögenswerte unter die Zuständigkeit der Securities and Exchange Commission oder der Commodity Futures Trading Commission fallen, und jahrelange Einzelfall-Entscheidungen durch klare Bundesregeln ersetzen.

Dennoch ist der Weg für das Gesetz noch weit. Es muss den gesamten Senat passieren, mit der Version des Repräsentantenhauses abgeglichen werden und anschließend dem Präsidenten zur Unterzeichnung vorgelegt werden. JPMorgan schätzt die Chance auf eine Verabschiedung in diesem Jahr mittlerweile auf unter 50 %, was den Entwurf zu einem zentralen Unsicherheitsfaktor für den Krypto-Ausblick im zweiten Halbjahr macht.

Marktvertrauen hängt von der Umsetzung ab

Es steht viel auf dem Spiel, da beide Themen dieselbe Frage betreffen: Kann Krypto weiterhin Kapital anziehen, ohne unter Druck durch Unternehmensbilanzen oder Verzögerungen in Washington zu geraten? Die Dividendenlast von Strategy könnte die Stimmung für Bitcoin beeinflussen, falls Anleger wiederholte Verkäufe einpreisen. Der CLARITY Act hingegen könnte entscheiden, ob Institutionen den regulatorischen Rahmen erhalten, den sie für eine Expansion in den USA benötigen.

Für die zweite Jahreshälfte lautet die Botschaft von JPMorgan, dass der Weg von Krypto weniger von der allgemeinen Risikobereitschaft als vielmehr von der konkreten Umsetzung abhängt. 

Zuvor wurde berichtet, dass JPMorgan plant, den CLARITY Act abzulehnen, während Dimon die Lobbyarbeit von Coinbase kritisiert.

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