Indien unternimmt Schritte zur Isolierung des Bankensektors von Kryptowährungen
Die Reserve Bank of India (RBI) hat eine Eindämmungsstrategie für digitale Vermögenswerte unterstützt, um Banken und andere Finanzinstitute vor Risiken im Zusammenhang mit Kryptowährungen und privat ausgegebenen Stablecoins zu schützen. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem Gesetzgeber einen parlamentarischen Bericht über Indiens Politik für digitale Vermögenswerte vorbereiten.
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Laut The Economic Times präsentierten Vertreter der Zentralbank am Donnerstag die Position der Aufsichtsbehörde vor dem Ständigen Parlamentsausschuss für Finanzen.
In einer dem Ausschuss vorgelegten Hintergrundnotiz erklärte die RBI, dass ein Verbot von Kryptowährungen eine mögliche politische Option bleibe. Die Zentralbank empfahl außerdem, die Verwendung von Kryptowährungen für Zahlungen und Abrechnungen zu verhindern sowie die Beteiligung des Bankensektors an Operationen mit solchen Vermögenswerten zu begrenzen.
Die Aufsichtsbehörde warnte davor, dass die Anwendung traditioneller Regeln auf Kryptowährungen spekulative Vermögenswerte effektiv legitimieren und ein falsches Sicherheitsgefühl bei den Nutzern erzeugen könnte. Gleichzeitig forderte die RBI die Gesetzgeber auf, Kryptowährungen von tokenisierten Staatsanleihen, Unternehmensanleihen und anderen regulierten Finanzinstrumenten zu unterscheiden, damit Beschränkungen die Entwicklung der Tokenisierung nicht behindern.
Indien belegte den ersten Platz im Global Crypto Adoption Index 2025 von Chainalysis. Berichten zufolge stellte die RBI jedoch die Methodik solcher Krypto-Adoptions-Rankings des Privatsektors infrage.
Harte Haltung der RBI
Die aktuelle Position der RBI ähnelt dem Ansatz, den die Zentralbank bereits 2018 verfolgte. Damals untersagte die Aufsichtsbehörde den beaufsichtigten Finanzinstituten den Handel mit Kryptowährungen oder die Erbringung von Dienstleistungen für Einzelpersonen und juristische Personen, die mit solchen Vermögenswerten in Verbindung stehen.
In der Praxis schnitt dies indische Kryptobörsen vom Bankensystem ab, obwohl der private Besitz und der Handel mit Kryptowährungen nicht direkt verboten waren.
Im März 2020 hob der Oberste Gerichtshof Indiens dieses Rundschreiben nach einer Klage von Kryptobörsen und der Internet Mobile Association of India auf. Das Gericht erkannte das Recht der RBI an, Präventivmaßnahmen zu ergreifen, erklärte jedoch, dass die Entscheidung der Aufsichtsbehörde den Test der Verhältnismäßigkeit nicht bestanden habe. Insbesondere habe die Zentralbank nicht bewiesen, dass die unter ihrer Aufsicht stehenden Institute durch Kryptowährungen Schaden erlitten hätten.
Im Mai 2021 stellte die RBI klar, dass Banken das für ungültig erklärte Rundschreiben nicht mehr anführen dürfen, wenn sie Kunden vor Kryptowährungstransaktionen warnen. Gleichzeitig betonte die Aufsichtsbehörde, dass Finanzinstitute weiterhin die KYC-Anforderungen, Anti-Geldwäsche-Regeln und Devisenvorschriften einhalten müssen.
Warum indische Behörden Kryptowährungen ablehnen
Die indischen Behörden stehen Kryptowährungen nicht nur wegen Spekulationen und des Verlustrisikos für Anleger skeptisch gegenüber. Für die Aufsichtsbehörde ist dies auch eine Frage der Kontrolle über das Währungssystem. Wenn Unternehmen und die Öffentlichkeit beginnen, Bitcoin, Stablecoins oder andere digitale Vermögenswerte aktiver für Zahlungen und Ersparnisse zu nutzen, könnten Teile der Geldströme der Aufsicht der Banken und der Zentralbank entgleiten. Vor dem Hintergrund einer schwachen Rupee wird dieses Risiko besonders sensibel: Bürger und Unternehmen könnten Dollar-Stablecoins als Möglichkeit sehen, sich vor Abwertung zu schützen und Liquidität außerhalb der Landeswährung zu halten.
Aus diesem Grund versucht die RBI, Kryptowährungen vom Bankensektor zu trennen. Für Indien, wo Devisenkontrollen bestehen und Finanzstabilität wichtig ist, könnte eine massive Abwanderung in Krypto-Assets die Rupee unter Druck setzen, Kapitalflusskontrollen erschweren und die Abhängigkeit von privaten Dollar-Token erhöhen. Gleichzeitig zeigt die Nachfrage nach Kryptowährungen die andere Seite des Problems: Nutzer suchen nach schnelleren Überweisungen, Zugang zu globaler Liquidität und Schutz vor der Schwäche der Landeswährung.
Zur Erinnerung: Die Reserve Bank of India hat ihren Rahmen für die Bewertung von Devisenrisiken geändert.
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