Nordkoreanische Hacker nutzen KI, um Kryptounternehmen ins Visier zu nehmen

Nordkoreanische Hacker nutzen KI, um Kryptounternehmen ins Visier zu nehmen
Hacker werden immer gefährlicher

​Die nordkoreanische Hackergruppe Kimsuky nutzt lokale KI-Systeme, um Kryptowährungs- und Finanzunternehmen ins Visier zu nehmen. Das geht aus einem am Montag veröffentlichten Bericht des südkoreanischen Cybersicherheitsunternehmens Genians hervor.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Laut dem Bericht fanden Cybersicherheitsexperten Beweise dafür, dass die Hacker drei lokale Umgebungen auf Basis großer Sprachmodelle eingesetzt hatten – Ollama, GPT4All und Msty.

Diese Tools können offline betrieben werden und unterstützen Retrieval-Augmented Generation (RAG). Dadurch können Nutzer ihre eigenen Datensätze abfragen, ohne Informationen an externe Cloud-Dienste zu senden.

Kimsuky hat außerdem Bibliotheken und Softwaretools gesammelt, um Sprachmodelle in die eigenen Anwendungen zu integrieren. Die Gruppe nutzte den KI-Coding-Assistenten Cursor sowie Speech-to-Text-Tools. Laut Genians prüfen die Hacker Möglichkeiten, bestehende Open-Source-KI-Modelle für die Entwicklung von Malware, die Datenanalyse und die Automatisierung von Angriffen einzusetzen.

Das Unternehmen ist der Ansicht, dass es sich nicht mehr um isolierte KI-Experimente handelt, sondern um systematische Vorbereitungen zur Integration der Technologie in reale Cyberangriffe.

Gleichzeitig scheint Kimsuky keine eigenen KI-Modelle von Grund auf zu entwickeln. Stattdessen konzentriert sich die Gruppe vor allem darauf, bestehende Lösungen in ihre Hacking-Tools zu integrieren.

Angriffe auf die Kryptobranche

Kimsuky nutzt generative KI weiterhin, um überzeugende Phishing-Dokumente zu erstellen, die sich auf digitale Vermögenswerte, Anlagestrategien und Fintech-Dienste beziehen.

Einige der von Forschern entdeckten Materialien imitierten Dokumente einer koreanischen, KI-gestützten Investmentplattform sehr genau. Sie zeichneten sich durch natürliche Sprache, eine professionelle Formatierung und einen einheitlichen visuellen Stil aus, wie er für mit generativen KI-Tools erstellte Inhalte typisch ist.

Im vergangenen Jahr stahlen nordkoreanische Hacker Kryptowährungen im Wert von 2,02 Milliarden US-Dollar. Laut Chainalysis war darin auch der 1,5-Milliarden-Dollar-Hack der Kryptobörse Bybit enthalten.

Ihre Methoden reichen von einfachen Phishing-E-Mails bis hin dazu, IT-Mitarbeiter in Kryptowährungsunternehmen einzuschleusen, um Zugriff auf sensible interne Daten zu erhalten.

Die Entwicklung der KI macht solche Angriffe zunehmend ausgefeilt. Illia Polosukhin, Mitgründer von NEAR Protocol, sagte zuvor, dass KI die Suche nach Schwachstellen erheblich beschleunige und Hackern ermögliche, Sicherheitslücken in Software schneller zu identifizieren, als herkömmliche Sicherheitsteams sie beheben können.

Teil des Staatsapparats

In Nordkorea sind Hackergruppen faktisch zu einem Teil des Staatssystems geworden. Ihre Aktivitäten gehen seit Langem über gewöhnliche Cyberkriminalität hinaus: Mit der DVRK verbundene Gruppen betreiben Spionage und stehlen Geld sowie Kryptowährungen, während die Erlöse zur Finanzierung staatlicher Programme verwendet werden. US-Behörden und andere Mitglieder internationaler Sanktionsüberwachungsgruppen haben solche Cyberoperationen direkt mit der Generierung von Einnahmen für Nordkoreas Programme zur Entwicklung von Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen in Verbindung gebracht.

Kryptowährungen sind zu besonders attraktiven Zielen geworden, weil gestohlene Vermögenswerte schnell über Grenzen hinweg bewegt werden können und sich ihre Nachverfolgung dadurch erschwert. Analysten weisen darauf hin, dass solche Diebstähle Pjöngjang dabei helfen, Einnahmen in ausländischer Währung zu erzielen und internationale Sanktionen zu umgehen, die den Zugang zum globalen Finanzsystem einschränken.

Zur Erinnerung: Chainalysis unterstützt Südkorea im Kampf gegen nordkoreanische Hacker.

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