Deutschland treibt KI-Strategie bis 2030 voran

Deutschland treibt KI-Strategie bis 2030 voran
KI-Strategie bis 2030

Die Bundesregierung will Deutschland bis 2030 zu einer "souveränen KI-Nation" entwickeln und damit den Abstand zu den U.S. und China verringern. Im Zentrum des Fahrplans stehen höhere KI-Nutzung in Unternehmen und Behörden sowie ein deutlicher Ausbau der Rechenkapazitäten.

Das Wichtigste

  • Die Bundesregierung legt 18 Maßnahmen vor, um bis 2030 KI in mindestens 80 Prozent der Großunternehmen und 55 Prozent der KMUs zu etablieren.
  • Kapazität der KI-Rechenzentren in Deutschland soll laut Strategiepapier bis 2030 gegenüber 2025 um 300 Prozent steigen, mit Staat als strategischem Ankerkunden.
  • Digitalgipfel in Berlin diskutiert industriepolitische Rolle Deutschlands im internationalen KI-Wettbewerb mit Fokus auf Souveränität und internationale Partnerschaften.

Fahrplan mit Zielen für Unternehmen und Behörden

Wie Bild unter Berufung auf Politico und den Ergebnisbericht der KI-Taskforce berichtet, wird der Fahrplan am heutigen Digitalgipfel mit Bundeskanzler Friedrich Merz vorgestellt. Demnach sieht die Strategie 18 Maßnahmen vor, mit denen KI in Wirtschaft, Regierung und Verwaltung schneller eingeführt werden soll.

Bis 2030 sollen nach den Regierungsplänen mindestens 80 Prozent der Großunternehmen und 55 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen Künstliche Intelligenz einsetzen. Zudem sollen 90 Prozent der Bundesbehörden bis dahin mindestens eine KI-Anwendung produktiv nutzen, während sogenannte KI-Agenten Verwaltungsvorgänge vorbereiten und möglichst auch vollautomatisiert abschließen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Infrastruktur. Die Kapazität von KI-Rechenzentren soll gegenüber 2025 um 300 Prozent wachsen, während "KI made in Germany" mit hochspezialisierten Modellen als international anerkanntes Markenzeichen positioniert werden soll. Laut Strategiepapier will der Staat dabei als strategischer Ankerkunde auftreten und Anbietern den Markteintritt erleichtern.

Wachstum, Souveränität und Gipfel in Berlin

Die Bundesregierung gründete die KI-Taskforce im Juni, um Vorhaben der Ministerien besser zu koordinieren. Federführend ist das Digitalministerium von Karsten Wildberger, der im ARD-"Morgenmagazin" sagt, in dem Bereich lägen Wertschöpfung, Wachstum und Arbeitsplätze, nun komme es darauf an, den Ausbau konsequent voranzutreiben.

Mit Blick auf die Abhängigkeit von den U.S. stellt Wildberger den Begriff der Souveränität in den Vordergrund. Er verbindet damit vor allem Wahlmöglichkeiten bei Technologien und Partnern, betont zugleich aber, dass Deutschland weiterhin in einer Welt leben wolle, die von Partnerschaften geprägt ist.

Beim Digitalgipfel in Berlin beraten heute und morgen Regierungsvertreter, Experten und Tech-Unternehmer aus verschiedenen Ländern mit Merz über Chancen, Risiken und Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz. Damit erhält der Fahrplan auch industriepolitische Bedeutung, weil er die künftige Rolle Deutschlands im internationalen KI-Wettbewerb absteckt.

In unserer früheren Berichterstattung über die Beratungen im Bundestag stand unter anderem ein Gesetz zur Einführung digitaler Identitäten im Fokus, das Bürgerinnen und Bürgern einen sichereren Zugang zu digitalen Dienstleistungen ermöglichen soll. Außerdem ging es um weitere Digitalthemen wie die Digitalisierung im Gesundheitswesen sowie um verschiedene Ausschussanhörungen und parlamentarische Initiativen.

Dieses Material kann Meinungen Dritter enthalten, keine der Daten und Informationen auf dieser Webseite stellt eine Anlageberatung gemäß unserem Haftungsausschluss dar. Obwohl wir uns an strikte redaktionelle Integrität halten, kann dieser Beitrag Verweise auf Produkte unserer Partner enthalten.