EZB treibt digitales Euro-Projekt mit Partnerschaft zur Betrugsbekämpfung voran
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Rahmen ihrer zweiten Vorbereitungsphase für den digitalen Euro, der 2029 eingeführt werden soll, fünf Ausschreibungen vergeben.
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Das portugiesische Start-up-Unternehmen Feedzai wurde für die Erbringung von Dienstleistungen zur Betrugserkennung und -prävention ausgewählt und arbeitet mit PwC zusammen, um die Einhaltung der EU-Datenschutz- und Sicherheitsstandards zu gewährleisten. Die KI-gestützte Plattform von Feedzai wird für jede Transaktion eine Betrugsrisikobewertung erstellen, die den Zahlungsdienstleistern hilft, fundierte Entscheidungen über Genehmigungen zu treffen. Nuno Sebastiao, CEO von Feedzai, betonte, wie wichtig adaptive KI ist, um den sich entwickelnden Betrugstaktiken bei Dutzenden von Milliarden von Transaktionen zu begegnen. Der geschätzte Wert der Ausschreibung liegt zwischen 79,1 Mio. € und 273 Mio. €, was das Ausmaß der digitalen Euro-Ambitionen der EZB unterstreicht.
Anbieter zur Unterstützung von Offline-Zahlungen, Pseudonym-Suche und App-Entwicklung
Neben Feedzai wurden mehrere andere europäische Unternehmen für die Bereitstellung wichtiger Komponenten der digitalen Euro-Infrastruktur ausgewählt. Das deutscheUnternehmen Giesecke+Devrient wird mit Nexi und Capgemini zusammenarbeiten, um eine Offline-Zahlungslösung zu entwickeln, die den Zugang auch ohne Internetverbindung gewährleistet. Die Sapient GmbH und Tremend Software Consulting wurden für die Pseudonym-Suche ausgewählt, die Funktionen zur Wahrung der Privatsphäre unterstützt.
In der Zwischenzeit werden sich Almaviva SpA und Fabric SpA auf die Entwicklung von Apps und SDKs konzentrieren, während Senacor FCS den Austausch von Zahlungsinformationen zwischen Finanzinstituten sicherstellen wird. Die EZB stellte klar, dass die endgültige Entwicklung und Ausgabe des digitalen Euro erst nach der Verabschiedung der Verordnung über den digitalen Euro durch die EU-Gesetzgeber erfolgen wird.
Rückläufige Bargeldnutzung verstärkt den Druck auf den digitalen Euro
EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone wies auf die Dringlichkeit des Projekts hin und verwies auf den starken Rückgang der Bargeldnutzung in der Eurozone. Zwischen 2019 und 2024 wird der Anteil des Bargelds an den Transaktionen volumenmäßig von 72 % auf 52 % und wertmäßig von 47 % auf 39 % sinken, was eine Verlagerung der Verbraucher hin zu digitalen Zahlungen widerspiegelt. Cipollone argumentierte, dass der digitale Euro den Zugang der Bürger zu staatlichem Geld bewahren und gleichzeitig den Wettbewerb im Zahlungsverkehr stärken und das Wachstum europäischer Fintechs fördern würde.
Er wies auch auf die geopolitische Bedeutung des Projekts hin, da es die Abhängigkeit von außereuropäischen Zahlungssystemen verringere und die wirtschaftliche Souveränität schütze. Die EZB plant eine verteilte Infrastruktur mit Offline-Funktionalität und einer speziellen App, die einen nahtlosen Anbieterwechsel ermöglicht und so die Widerstandsfähigkeit und Wahlfreiheit der Verbraucher in der digitalen Wirtschaft gewährleistet.
Kürzlich haben wir darüber berichtet, dass die Europäische Zentralbank ihr Modell für einen digitalen Euro abgeschlossen hat, um sich auf die Frage vorzubereiten, ob die Fiat-Währung der EU in einer neuen Struktur hergestellt werden soll.
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