Ant Group und JD.com stellen Stablecoin-Projekte nach China-Warnung ein
Chinesische Technologieriesen, darunter Ant Group und JD.com, haben ihre Pläne zur Ausgabe von Stablecoins in Hongkong auf Eis gelegt, nachdem die Regulierungsbehörden in Peking ihre Besorgnis über den wachsenden Einfluss privat ausgegebener digitaler Währungen geäußert hatten. Laut mehreren Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, haben Behörden wie die People's Bank of China (PBoC) und die Cyberspace Administration of China (CAC) großen Tech-Unternehmen geraten, vorübergehend von Stablecoin-bezogenen Initiativen abzusehen.
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Wie die Financial Times unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen berichtet, rieten Vertreter der PBoC von der Teilnahme am Stablecoin-Pilotprogramm in Hongkong ab und begründeten dies mit den Risiken, die damit verbunden sind, dass private Unternehmen währungsähnliche Vermögenswerte schaffen oder verwalten können. Eine Quelle sagte, dass Peking privat ausgegebene Stablecoins als potenzielle Bedrohung für das eigene Projekt der Zentralbank für den digitalen Yuan (e-CNY) ansieht. Eine andere Person fasste die Hauptsorge zusammen: "Die eigentliche regulatorische Sorge ist, wer das ultimative Recht auf Münzprägung hat - die Zentralbank oder irgendwelche privaten Unternehmen auf dem Markt?"
Globale Aufsicht und politische Kluft
Stablecoins - Kryptowährungen, die an traditionelle Fiat-Währungen wie den US-Dollar gekoppelt sind - sind weltweit in den Fokus der Regulierungsbehörden gerückt. Ihre wachsende Bedeutung in der globalen Finanzwelt hat zu Debatten unter den Führern der Zentralbanken geführt. Die Europäische Zentralbank warnte, dass die weit verbreitete Verwendung von Dollar-gestützten Stablecoins die lokale monetäre Kontrolle untergraben könnte, während in den Vereinigten Staaten Stablecoins aufgrund der frühen politischen Unterstützung als Instrumente der finanziellen Einflussnahme angesehen werden.
Die Hongkonger Währungsbehörde (HKMA) begann im August mit der Annahme von Anträgen für Stablecoin-Emittenten und positionierte die Stadt als potenzielle Brücke zwischen dem chinesischen Festland und den internationalen Kryptomärkten. Zunächst sahen chinesische Unternehmen darin eine Gelegenheit, mit Yuan-gestützten Token zu experimentieren, von denen einige Beamte glaubten, dass sie das internationale Ansehen des Renminbi verbessern könnten.
Verschiebung zur Vorsicht
Trotz der anfänglichen Begeisterung schlug die Stimmung um, nachdem der ehemalige Gouverneur der PBoC, Zhou Xiaochuan, auf einem Finanzforum im Juli zur Zurückhaltung aufgerufen hatte. "Wir müssen uns vor dem Risiko hüten, dass Stablecoins übermäßig für die Spekulation mit Vermögenswerten genutzt werden, da eine Fehlleitung zu Betrug und Instabilität im Finanzsystem führen könnte", sagte Zhou auf dem China Finance 40 Forum. Er drängte auch auf eine "sorgfältige Bewertung des tatsächlichen Bedarfs an Tokenisierung als technologische Grundlage".
Der ehemalige stellvertretende Finanzminister Zhu Guangyao hatte zuvor die strategische Bedeutung von Stablecoins hervorgehoben und im Juni erklärt, dass "der strategische Zweck hinter der US-Förderung von Stablecoins darin besteht, die Vorherrschaft des Dollars zu erhalten."
Nach den Äußerungen von Zhou haben die Regulierungsbehörden jedoch Berichten zufolge eine vorsichtigere Haltung eingenommen und die Entwicklung privater Stablecoin-Projekte in Hongkong effektiv eingefroren.
Siehe auch: OpenSea verschiebt sich in Richtung Token, SEA-Start für 2026 geplant
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