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Karol Nawrocki ist der neue Präsident von Polen. Obwohl er weithin als konservativ und euroskeptisch bekannt ist, positioniert er sich auch als Unterstützer von Bitcoin. Während der Wahlkampagne versprach er umfassende Unterstützung für die Kryptowährungsindustrie, sollte er gewählt werden. Aber kann man seinen Worten trauen?
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Am Wochenende fand in Polen die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen statt, bei der sich der Kandidat der Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit, Karol Nawrocki, den Sieg sicherte. Mit einem knappen Vorsprung setzte er sich mit 50,89 % der Stimmen gegen seinen Gegner, den Warschauer Bürgermeister Rafał Trzaskowski, durch.
Während des Wahlkampfs sprach sich der neue Staatschef gegen einen NATO-Beitritt der Ukraine aus und stellte bestimmte Bedingungen für ihre Integration in die Europäische Union. Im Bereich der Sicherheit orientiert er sich an der Politik des US-Präsidenten. Er hat sich skeptisch gegenüber den Brüsseler Energie- und Migrationsstrategien geäußert, was ihm den Spitznamen "Der polnische Trump" einbrachte.
Experten gehen davon aus, dass Karol Nawrocki von Berlin Reparationen für die Taten von Nazi-Deutschland fordern wird. Insgesamt könnte sein Sieg zu einer Verschärfung der Spannungen zwischen Polen und der EU führen.
Was uns jedoch mehr interessiert als die geopolitischen Ambitionen des neuen polnischen Präsidenten, ist seine Haltung zu digitalen Vermögenswerten.
Während des Wahlkampfes versprach Karol Nawrocki eine starke Unterstützung der Kryptoindustrie, falls er zum Präsidenten gewählt würde. Er veröffentlichte sogar ein Video, in dem er sich entschieden gegen jegliche Einschränkungen der "Freiheit des Investierens" aussprach.
Der Politiker gab jedoch offen zu, dass er persönlich nicht in digitale Vermögenswerte investiert, obwohl er sagte, er sei bereit, Krypto-Enthusiasten das Leben zu erleichtern.
"Polen sollte ein Ort sein, an dem Innovationen geschaffen werden, und nicht ein Ort, an dem neue Beschränkungen auferlegt werden. Als Präsident garantiere ich, dass keine destruktiven Vorschriften erlassen werden, die Ihre Freiheit einschränken", betonte er.
Wenn Nawrocki seine Versprechen einhält, könnte Polen zu einem Magneten für Kryptounternehmen und Blockchain-Experten in Europa werden. Um dies zu erreichen, braucht er jedoch die volle Unterstützung der Regierung und die Bereitschaft, sich an EU-Vorschriften wie MiCA anzupassen.
Es gibt jedoch eine Sache, die Zweifel an Nawrockis Versprechen aufkommen lässt - sein kontroverser Ruf. Sein Wahlkampf wurde von einer Reihe von Skandalen begleitet, die eine breite öffentliche Reaktion auslösten.
In einem Fall ging es um den Kauf einer Wohnung zu einem reduzierten Preis von einem älteren behinderten Mann. In einer Debatte hatte Nawrocki erwähnt, dass er nur eine einzige - völlig andere - Wohnung besitze. Noch mehr Aufsehen erregten die Vorwürfe, er sei während seiner Tätigkeit in einem Hotel in Sopot in ein Prostitutionsnetzwerk verwickelt gewesen. Nawrocki wies alle Vorwürfe zurück und drohte mit rechtlichen Schritten, aber die Journalisten von Onet blieben bei der Glaubwürdigkeit ihrer Ermittlungen.
Die Öffentlichkeit erfuhr auch von seinen zweideutigen Verbindungen zur kriminellen Unterwelt. Im Jahr 2018 wurde eine Biografie des Mafiabosses Nikodem Skotarczak unter dem Pseudonym Tadeusz Baty veröffentlicht. Später stellte sich heraus, dass Karol Nawrocki selbst der Autor hinter dem Pseudonym war. Außerdem nahm er 2009 an einer organisierten Fußball-Hooligan-Schlägerei teil - einige der Teilnehmer wurden später wegen schwerer Verbrechen verurteilt, darunter Drogenhandel, illegaler Waffenhandel und sogar Mord. Nawrocki leugnete seine Beteiligung nicht und nannte den Vorfall einen "edlen und männlichen Kampf".
Angesichts all dessen könnten sich Nawrockis Pro-Krypto-Erklärungen als bloße Worte herausstellen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er versuchte, die Wähler des rechtsextremen Kandidaten Sławomir Mentzen anzusprechen, der in der ersten Runde 14,8 % der Stimmen erhielt und als begeisterter Bitcoin-Anhänger bekannt ist.
Bereits 2023 war Polen führend bei der Zahl der Kryptounternehmen in der EU. Vor zwei Jahren waren 938 Unternehmen in dem Land registriert. Das Land hat Litauen, Italien, Frankreich und Spanien in der Entwicklung der Kryptoindustrie überholt und entwickelt sich stetig weiter in diese Richtung.
Deshalb ist es für den neuen Präsidenten von entscheidender Bedeutung, den Kryptosektor zu unterstützen. Aber ob Karol Nawrocki das tatsächlich tun wird, bleibt eine offene Frage. Trotz seiner Versprechen, sich für Bitcoin einzusetzen, ist der Politiker kein echter Liebhaber digitaler Vermögenswerte.
Und wenn Nawrockis Aussagen keine echten Taten folgen, könnte Polen seine Chance verpassen, sich eine führende Rolle auf dem europäischen Kryptomarkt zu sichern. Alles hängt nun davon ab, ob sich der neue Präsident als ein Mann erweist, der zu seinem Wort steht - oder nur ein weiterer Politiker, der geschickt Trends nutzt, um eine Wahl zu gewinnen.