Prognose für den Erdgaspreis: Europas Wasserkraftdefizit steigert die Nachfrage nach LNG, während die Preise in den USA bei 3 Dollar bleiben.
Die US-Erdgasfutures sanken am Mittwoch um 1,22 % auf $ 3,077 pro MMBtu und bewegten sich damit in der Nähe von Mehrwochentiefs, da sich die Händler weiterhin auf die schwache Inlandsnachfrage und steigende Angebotssignale konzentrierten. Der Rückgang erfolgte trotz neuer Impulse aus Übersee, wo eine schwächere Wasserkraftproduktion Teile Europas dazu zwingt, mehr Gas zur Stromerzeugung zu verbrauchen.
Höhepunkte
- Erdgas wird in der Nähe von 3,08 $ gehandelt, da die Preise die wichtige 3 $-Marke verteidigen.
- Italiens gasbefeuerte Produktion steigt um 24 %, und Österreich klettert um 17 %, da die Wasserkraft zu kurz kommt.
- Die europäischen Preise liegen im Jahr 2026 bei durchschnittlich 34 Euro/MWh, was die Wirtschaftlichkeit von LNG-Exporten aus den USA unterstützt.
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Der Markt bleibt zwischen zwei konkurrierenden Aussagen gefangen. Die inländischen Fundamentaldaten deuten weiterhin auf einen Rückgang hin, aber der Nachfrageschock in Europa verbessert das Exportumfeld und könnte dazu beitragen, die Talfahrt zu verlangsamen, wenn er bis zum Frühjahr anhält.
Technischer Druck baut sich an einem entscheidenden Punkt auf
Aus technischer Sicht spiegelt das Chartbild nach dem Einbruch nach dem Anstieg im Januar auf über 7,5 $ immer noch eine stark rückläufige Struktur wider. Die Trendindikatoren sind nach wie vor negativ, wobei der Supertrend bei 4,796 $ nach unten gedreht hat und der parabolische SAR weit über dem Preis bei 6,006 $ liegt. Die Futures konsolidieren sich knapp über der psychologischen Marke von 3 $, die im vergangenen Jahr zumeist als Untergrenze diente.

Dynamik der Erdgaspreise (Quelle: TradingView)
Die breitere Basisspanne, die einen Großteil des Jahres 2025 bestimmt hat, scheint unter Druck zu stehen, da der Preis die untere Begrenzung testet. Ein entscheidender Durchbruch unter die 3 $-Marke würde ein wesentliches technisches Versagen markieren und könnte den Markt einem tieferen Abrutschen in Richtung 2,7-$2,8 $ aussetzen. Die Stabilisierung in der Nähe der aktuellen Niveaus deutet darauf hin, dass die Händler das Risiko neu einschätzen, auch wenn das Momentum weiterhin nach unten gerichtet ist.
Einbruch der Wasserkraft in Europa steigert Gasverbrauch und LNG-Anziehungskraft
Eine bemerkenswerte Aufwärtsentwicklung vollzieht sich in Europa, wo die unterdurchschnittliche Schneebedeckung in wichtigen Gebirgsregionen die Wasserkraftproduktion einschränkt und die Energieversorger dazu veranlasst, sich der Gaserzeugung zuzuwenden. Die gasbefeuerte Produktion ist in Italien um 24 % und in Österreich um 17 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen, während die italienische Wasserkraft im Jahresvergleich um 22 % zurückgegangen ist.
Die Prognosen bis April deuten darauf hin, dass das Defizit weiter bestehen wird. Die italienische Wasserkrafterzeugung wird voraussichtlich 13 % unter dem langfristigen Durchschnitt liegen, während Österreich ein noch größeres Defizit von 40 % zu verzeichnen hat. Diese Dynamik ist insofern von Bedeutung, als Europa bereits mit knappen Vorräten zu kämpfen hat und eine anhaltende Gasnachfrage des Stromsektors die LNG-Einspeisung unterstützen würde.
Die europäischen Benchmark-Preise haben darauf reagiert und liegen im Jahr 2026 im Durchschnitt bei 34 Euro pro Megawattstunde gegenüber 27 Euro pro Megawattstunde im Dezember. Höhere europäische Preise können das Arbitrage-Fenster für amerikanisches LNG erweitern und damit die Exportwirtschaft verbessern, die in Zeiten schwacher Binnenkonjunktur oft dazu beiträgt, den Boden unter dem US-Gas zu bilden.
Dennoch bleiben die Fundamentaldaten in den USA ein Gegenwind. Die warmen Wettervorhersagen dämpfen weiterhin die Heizungsnachfrage in der Nebensaison, während die zunehmenden Produktionssignale, einschließlich der steigenden Aktivität im Haynesville-Schiefergestein, die Besorgnis über ein Überangebot aufrecht erhalten.
Wie bereits erwähnt, hat Erdgas seinen witterungsbedingten Preisanstieg mit ungewöhnlicher Geschwindigkeit abgewickelt, und der Durchbruch in Richtung 3 $ hat die Markterwartungen neu definiert. Ob sich die Preise jetzt stabilisieren können, wird wahrscheinlich davon abhängen, ob die Untergrenze von 3 $ gehalten werden kann und ob sich die Exportnachfrage in einer anhaltenden Stärke des Rohgases niederschlägt und nicht in einem kurzzeitigen Anstieg in Übersee.
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