WTI-Preisprognose: Geopolitische Spannungen treiben Rohöl trotz Lagerbestandsanstieg in Richtung 67 Dollar

WTI-Preisprognose: Geopolitische Spannungen treiben Rohöl trotz Lagerbestandsanstieg in Richtung 67 Dollar
WTI-Rohöl steigt aufgrund der Iran-Spannungen in Richtung 66 $

WTI-Rohöl kletterte um 1,71 % auf 65,29 $ pro Barrel und erreichte damit den höchsten Stand seit Monaten, da die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran dem Markt neue geopolitische Risiken bescherten.

Höhepunkte

  • WTI springt auf 65,29 $, da die Spannungen im Nahen Osten die Befürchtungen von Versorgungsunterbrechungen wieder aufleben lassen.
  • Das API meldet einen Aufbau von 13,4 Mio. Barrel Rohöl, den größten seit November 2023.
  • Der Widerstand liegt bei 65-66 $, wobei ein Ausbruch die Tür zu 67-68 $ öffnet.

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Die Rallye findet statt, obwohl ein starker Anstieg der US-Lagerbestände und Warnungen vor einem Überangebot die allgemeinen Aussichten trüben.

Der Anstieg der Rohölpreise spiegelt wider, wie schnell Händler Risiken neu bewerten, wenn die Schifffahrtsrouten im Nahen Osten gefährdet erscheinen. Da die Preise in Richtung der oberen Begrenzung eines seit langem bestehenden Abwärtskanals drängen, testet der Markt nun einen wichtigen technischen Wendepunkt, während er gleichzeitig widersprüchliche fundamentale Signale verdaut.

Technisches Momentum verstärkt sich in der Nähe eines wichtigen Widerstands

Aus technischer Sicht hat sich die Struktur von WTI erheblich verbessert. Die Preise haben sowohl den parabolischen SAR bei 61,12 $ als auch den Supertrend bei 59,02 $ durchbrochen, was eine Verlagerung hin zu einem Aufwärtsmomentum unterstreicht. Seit dem Tiefststand Ende Dezember bei 55 $ hat Rohöl eine Reihe höherer Tiefststände gebildet und damit den Abwärtstrend, der über weite Strecken des Jahres 2025 vorherrschte, allmählich umgekehrt.

WTI-Preisdynamik (Quelle: TradingView)

Der jüngste Anstieg über den Konsolidierungsbereich von 58-64 $ deutet darauf hin, dass die Bodenbildung abgeschlossen ist. WTI drückt nun gegen den Widerstand im Bereich von 65-66 $. Ein nachhaltiger Anstieg über dieses Niveau könnte einen Weg in Richtung 67-$-$68 eröffnen, ein Niveau, das zuletzt im Spätsommer erreicht wurde. Gelingt es jedoch nicht, entscheidend nach oben auszubrechen, könnte dies eine erneute Konsolidierung auslösen.

Geopolitische Prämie kollidiert mit Überangebotssorgen

Der wichtigste Katalysator für die Rallye ist die Eskalation der Spannungen zwischen Washington und Teheran. Berichten zufolge erwägen die USA, iranische Rohöltransporte abzufangen und könnten zusätzliche Marineeinheiten einsetzen, falls die Atomgespräche scheitern. Jede Unterbrechung der Ströme durch die Straße von Hormuz, durch die rund 20 % der weltweiten Öllieferungen fließen, hätte erhebliche Auswirkungen auf den Markt.

Doch die Gegenkräfte der Baisse nehmen zu. Das American Petroleum Institute meldete in der vergangenen Woche einen Anstieg der US-Rohöllagerbestände um 13,4 Millionen Barrel, was der größte Anstieg seit Ende 2023 sein könnte, sofern die offiziellen Daten dies bestätigen. Ein solcher Anstieg deutet auf eine schwächere Inlandsnachfrage oder ein steigendes Angebot hin, was die Aufwärtsbewegung erschwert.

Die Marktteilnehmer warten auch auf den monatlichen Ausblick der OPEC und die bevorstehende Einschätzung der Internationalen Energieagentur. Die IEA hat bereits davor gewarnt, dass das weltweite Angebot die Nachfrage im Jahr 2026 übersteigen könnte, was das Risiko eines Überschusses erhöhen würde, der eine anhaltende Preiserholung beenden würde.

Im Moment scheint Rohöl zwischen geopolitischen Risiken und strukturellen Überangebotsängsten gefangen zu sein. Die Händler wägen die unmittelbaren Störungsrisiken gegen die längerfristigen Bilanzen ab.

Wie bereits erwähnt, hatte WTI bereits Anfang des Monats seine absteigende Trendlinie überschritten und wichtige Momentum-Indikatoren zurückerobert, was eine Abkehr von der Baisse-Struktur des letzten Jahres signalisierte. Der jüngste Anstieg verstärkt diesen Übergang, aber die Bestandsdaten und die Angebotsprognosen sind nach wie vor ein entscheidender Faktor dafür, wie weit der Aufschwung reichen kann.

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