SPD vermietet weitere Flächen im Willy-Brandt-Haus und setzt Modernisierungskurs fort
Die SPD nutzt ihre Berliner Parteizentrale zunehmend auch als Einnahmequelle, nachdem die Partei nach eigenen Angaben an einer Modernisierung von Gebäude und Arbeitsatmosphäre arbeitet. Auslöser ist nach Informationen von BILD, dass das Willy-Brandt-Haus für die heutige Organisationsgröße zu groß ist und deshalb zusätzliche Büroflächen für externe Mieter frei gemacht werden sollen.
Höhepunkte
- SPD will im Willy-Brandt-Haus eine weitere Etage räumen und vermieten, sodass künftig etwa 50 Prozent der Parteizentrale untervermietet sind.
- Der angrenzende Altbau Paul-Singer-Haus wird über einen Makler für 26 Euro pro Quadratmeter angeboten, konkrete Kriterien für Untermieter im Hauptgebäude bleiben offen.
- Die SPD rechnet infolge der Bundestagswahl 2025 mit 8,1 Millionen Stimmen und erhält künftig 54,3 Millionen Euro aus staatlicher Parteienfinanzierung statt bisher 56,1 Millionen Euro.
Vermietungspläne im Willy-Brandt-Haus
Nach BILD-Informationen soll nach den ersten beiden Stockwerken eine weitere Etage im Willy-Brandt-Haus leer geräumt und vermietet werden, damit künftig etwa die Hälfte der Parteizentrale genutzt oder untervermietet ist. Auf einen Fragenkatalog der Redaktion bestätigt eine SPD-Sprecherin, dass Generalsekretär Tim Klüssendorf das Ziel verfolgt, das Willy-Brandt-Haus zur „modernsten und schlagkräftigsten Parteizentrale in Berlin“ zu machen. Zur Modernisierung zählen demnach bauliche Maßnahmen ebenso wie Veränderungen an der Arbeitsatmosphäre. Die Partei verweist dabei auch auf das 30-jährige Bestehen des Hauses, das im Mai 1996 eröffnet wird und als spitz zulaufender Glaspalast in Berlin-Kreuzberg mit Erdgeschoss und fünf Obergeschossen beschrieben ist.Offene Konditionen und weitere Immobilienangebote
Wesentliche Details zu einer Untervermietung lässt die SPD offen, darunter den Quadratmeterpreis sowie Kriterien dafür, wer als Untermieter einziehen darf und wer nicht. Parallel dazu ist ein angrenzender Altbau, das Paul-Singer-Haus, bereits auf dem Markt. Die Immobilie gehört zur SPD-eigenen GmbH „Konzentration“ und wird laut Text über einen Makler für 26 Euro pro Quadratmeter angeboten. Als Vermarktungsargumente werden unter anderem die Entfernung zum Flughafen BER sowie eine Deckenhöhe von vier Metern genannt.Finanzrahmen durch Parteienfinanzierung unter Druck
Als Hintergrund wird ein geringerer Anspruch auf Mittel aus der staatlichen Parteienfinanzierung genannt. Nach der Bundestagswahl 2025 stehen der SPD dem Text zufolge bei 8,1 Millionen Wählerstimmen noch 54,3 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln zu, nach der Bundestagswahl 2021 sind es bei 11,9 Millionen Stimmen 56,1 Millionen Euro. Aus Spargründen verzichtet die Partei laut Bericht bereits seit 2018 auf traditionelle Wahlpartys im Willy-Brandt-Haus am Abend von Landtagswahlen. Begründet wird dies damit, dass das Hauptinteresse dann ohnehin in den jeweiligen Landeshauptstädten liege.Wir berichteten zuvor über die Programmdebatte der SPD bis 2027, die auf einem Debattencamp in Leipzig angestoßen wurde. Im Mittelpunkt standen der geplante Ausbau des Sozialstaats, zusätzliche Investitionen über bestehende Programme hinaus sowie die Frage nach neuen Einnahmen und der Finanzierbarkeit des Kurses.
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