Merz fordert EU-Kommission zu Regulierungsabbau auf und setzt auf „Entfesselung“ der Wirtschaft

Merz fordert EU-Kommission zu Regulierungsabbau auf und setzt auf „Entfesselung“ der Wirtschaft
Merz drängt auf Entfesselung

In seiner Regierungserklärung im Bundestag setzt Bundeskanzler Friedrich Merz auf einen wirtschaftspolitischen Kurswechsel hin zu weniger Bürokratie und mehr Investitionsspielraum, wie er in seiner Rede ausführt. Der CDU-Politiker beschreibt eine von internationalen Krisen und geopolitischen Verwerfungen geprägte Lage und verbindet innenpolitische Reformvorhaben mit klaren Erwartungen an die EU-Kommission.

Höhepunkte

  • Friedrich Merz fordert die EU-Kommission auf, die Gesamtheit der Vorschriften auf Regulierungsabbau zu prüfen, um Wirtschaftsimpulse und Investitionen zu fördern.
  • Merz betont die innenpolitische Reformagenda, sieht eine Stärkung von Bundeswehr und Verwaltung sowie den Kampf gegen illegale Migration als zentrale Bausteine für ein leistungsfähiges Europa.
  • Merz lehnt eine deutsche Militärbeteiligung an der Straße von Hormus ab, fordert schnellen Abschluss der US-EU-Zollvereinbarung und europäische Beteiligung bei Ukraine-Friedensverhandlungen.

Regulierungscheck als Signal an Unternehmen

Wie BILD berichtet, kündigt Merz an, er wolle Raum für Mut, Investitionen und Experimente schaffen, sowohl für Bürger als auch für Betriebe. Dafür will er „bürokratische Fesseln“ abstoßen und die Wirtschaft „entfesseln“. Aus seiner Sicht braucht es dafür Unterstützung aus Brüssel, die EU-Kommission solle die „Gesamtheit“ der Vorschriften durchforsten. Seine zentrale Forderung lautet, was an Regulierung nicht gebraucht werde, müsse weg, verbunden mit einem Arbeitsauftrag an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Innenpolitische Reformagenda und Sicherheitskurs

Innenpolitisch wiederholt Merz, die Regierung überprüfe die sozialen Sicherheitssysteme und stärke zugleich Bundeswehr und Verwaltung. Zudem betont er den Kurs gegen illegale Migration und formuliert das Ziel, Deutschland solle „wieder das Beste aus sich herausholen“ können. Er verankert diese Linie in einem europäischen Kontext und argumentiert, angesichts des „Sturms der globalen Mächte“ brauche es ein vereintes Europa. Nur vereint gebe es in der neuen Epoche ein Machtpotenzial, das europäische Interessen durchsetzungsfähig mache.

Außenpolitik: Distanz bei Hormus, Druck bei Zöllen

Merz zieht im Iran-Konflikt rhetorisch und inhaltlich die Zügel an und verweist auf die Absage vieler EU-Staaten an Forderungen von U.S.-Präsident Donald Trump nach Unterstützung im Krieg rund um die Straße von Hormus. Er sagt, er teile das Ziel der U.S. und Israels, dass das iranische Volk sein Schicksal selbst in die Hand nehmen könne, sieht aber weiter viele offene Fragen zum möglichen Ende des Krieges. Ein deutsches Engagement an der Straße von Hormus lehnt er ab, zugleich will er die Beziehungen zu Washington nicht belasten und stellt einen deutschen Beitrag nach einem Friedensschluss in Aussicht. Außerdem fordert er, die Zollvereinbarung zwischen U.S. und Europa solle schnell abgeschlossen werden, und die Europäer müssten bei Verhandlungen über einen möglichen Friedensvertrag für die Ukraine mit am Tisch sitzen.

Wir hatten zuvor über das Kraftstoffmaßnahmenpaket der Bundesregierung berichtet, das nach der Eskalation im Nahen Osten und der Blockade der Straße von Hormus gegen stark steigende Spritpreise auf den Weg gebracht wurde. Im Zentrum standen eine Begrenzung von Preiserhöhungen an Tankstellen auf einmal täglich sowie stärkere Eingriffs- und Prüfkompetenzen der Kartellbehörden, flankiert von Schritten zur Stabilisierung der Märkte wie der geplanten Freigabe nationaler Ölreserven.

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