Der Berliner Senat hat nach Angaben aus dem Senatsbeschluss vom Dienstag die Internationale Bauausstellung für die Jahre 2034 bis 2037 auf den Weg gebracht und verknüpft das Vorhaben mit einer breiteren Strategie für Wachstum, Tourismus und Stadtentwicklung. Die Hauptstadt diskutiert zugleich eine Bewerbung für die Expo 2035 und hält an Olympia-Plänen für 2040 oder 2044 fest. Damit rückt eine Serie von Großprojekten in den Fokus, obwohl Berlin weiterhin mit hohen Schulden und Infrastrukturproblemen kämpft.
Höhepunkte
- Für die Internationale Bauausstellung veranschlagt Berlin bis 2037 rund 97 Millionen Euro öffentliche Mittel und rechnet mit etwa 1 Milliarde Euro privaten Investitionen.
- Die Expo-2035-Infrastrukturpläne umfassen Investitionen von rund 2,1 Milliarden Euro, die durch Ticketeinnahmen refinanziert werden sollen, während Pavillons von den Teilnehmerländern selbst finanziert werden.
- Wirtschaftsvertreter erwarten Wachstumsimpulse durch IBA, Expo und Olympia, während der Steuerzahlerbund vor erhöhten Kreditrisiken angesichts von Berlins über 70 Milliarden Euro Schuldenstand warnt.
Investitionsrahmen für die Bauausstellung bis 2037
Die geplante Internationale Bauausstellung soll nach Darstellung von Bausenator Christian Gaebler kein kurzfristiges Einzelereignis sein, sondern ein mehrjähriger Prozess zur Entwicklung ungenutzter Flächen und leerstehender Gebäude. Im Mittelpunkt stehen Areale entlang des S-Bahnrings und an großen Ausfallstraßen. Für die künftige IBA-Gesellschaft samt Planung werden über zehn Jahre rund 97 Millionen Euro veranschlagt.
Zusätzlich sollen private Investoren nach dem Bericht rund 1 Milliarde Euro in Projekte einbringen. Für die vier Ausstellungsjahre rechnet Berlin mit etwa einer Million zusätzlichen Übernachtungen. Die Initiative ist damit nicht nur als städtebauliches, sondern auch als wirtschaftliches Impulsprogramm angelegt.
Expo 2035 und Olympia als Teil einer Wachstumsstrategie
Neben der Bauausstellung verfolgt Berlin weiter eine Bewerbung für die Expo 2035. Als mögliche Standorte werden der frühere Flughafen Tegel oder ein Areal neben dem BER in Schönefeld diskutiert. Für die notwendige Infrastruktur, darunter eine U-Bahn-Verlängerung, stehen nach dem Artikel 2,1 Milliarden Euro im Raum, die über Ticketeinnahmen refinanziert werden sollen, während Teilnehmer ihre Länderpavillons selbst finanzieren.
Parallel dazu konkurriert Berlin mit München, Hamburg und Nordrhein-Westfalen um den Zuschlag für die deutsche Bewerbung für Olympische Spiele 2040 oder 2044. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey begründet die Großprojekte mit dem Bedarf an neuen Anlässen für Reisen in die Hauptstadt. Die Zahl der Übernachtungen ist im Vorjahr deutlich unter 30 Millionen gesunken.
Wirtschaft sieht Chancen, Kritiker warnen vor Kreditrisiken
Aus Sicht der Berliner Industrie- und Handelskammer können IBA, Expo und Olympia weit über die Hauptstadt hinaus wirtschaftliche Impulse auslösen. IHK-Präsident Sebastian Stietzel bezeichnet die Kombination der Projekte als Chance für Deutschland und als möglichen Wachstumsbooster. Damit verknüpft die Wirtschaft die Erwartung, dass Bau, Tourismus und Infrastrukturinvestitionen langfristig profitieren.
Kritik kommt dagegen vom Steuerzahlerbund, der vor einer kreditfinanzierten Ausweitung der Investitionen warnt. Alexander Kraus hält insbesondere die Annahme für fraglich, dass die eingesetzten Mittel vollständig in den Landeshaushalt zurückfließen. Diese Debatte dürfte an Gewicht gewinnen, weil Berlin laut Artikel bereits mit mehr als 70 Milliarden Euro verschuldet ist.
Wir berichteten zuvor über die Debatte um eine geplante Regulierung der Spritpreise an Tankstellen, nach der Benzin und Diesel nur noch einmal täglich teurer werden dürften. In unserem Beitrag stand ein internes Bundestagspapier im Mittelpunkt, das das österreichische Vorbild wegen zuletzt stark gestiegener Preisniveaus kritisch bewertet und vor möglichen Wettbewerbs- und Verfestigungseffekten warnt.
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