WTI-Rohölpreisprognose: Der Preis fällt auf 92 $, da die globale Risikoprämie nach einem rasanten Anstieg nachlässt
WTI-Rohöl wird derzeit um die 92 $ gehandelt und liegt damit deutlich unter dem jüngsten Höchststand von 104 $, der erst vor wenigen Tagen erreicht wurde. Dieser plötzliche und drastische Preisrückgang durchbrach alle vier gleitenden Durchschnitte auf einmal, und dann kehrte das Kaufinteresse um 88 $ zurück.
Höhepunkte
- Der Preis hat auf 92 $ korrigiert, da die scharfe Ablehnung aus dem Bereich zwischen 103 $ und 104 $, die zu Beginn der Woche zu beobachten war, noch frisch ist.
- Der RSI liegt bei 42, die Signallinie bei 39, was auf ein schwaches Momentum und eine leichte Divergenz im Zuge der Preiskonsolidierung hindeutet.
- Die Unterstützung liegt bei 88 bis 90 $, und der Widerstand liegt jetzt bei 92 bis 95 $.
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WTI hat nach dem großen Ausverkauf alle vier wichtigen Niveaus der gleitenden Durchschnitte unterschritten. Der Preis notiert derzeit unter dem 20-Perioden-EMA bei 92 $, dem ersten Widerstandsniveau. Der Kurs wird auch unter dem 50-Perioden-EMA bei 94 $ und dem 100-Perioden-EMA bei 95 $ gehandelt und bildet damit einen Kanal, den der Kurs erst wieder durchbrechen muss, um die kurzfristige Tendenz auf neutral zu ändern. Der Preis notiert auch unter dem 200-Perioden-EMA bei 94 $.

Dynamik des WTI-Rohölpreises (Februar bis März 2026). Quelle: TradingView.
Die Geschwindigkeit des Rückgangs von 104 $ auf 88 $ in etwa zwei Sitzungen ist das, worauf man sich konzentrieren sollte. Diese Art von vertikaler Bewegung spiegelt in der Regel eher eine erzwungene Liquidation als einen geordneten Verkauf wider, und der darauf folgende Aufschwung war ebenso heftig und erholte sich schnell von 88 $ auf 92 $. Aber schnelle Aufschwünge nach Liquidationsereignissen halten nicht immer an.
Der Markt muss die Bewegung verdauen und eine Konsolidierung oberhalb von 90 $ aufbauen, bevor eine nachhaltige Erholung in Richtung der EMAs glaubwürdig wird. Der RSI von 42, mit der Signallinie bei 39, erholt sich leicht, bleibt aber unter der 50er-Mittellinie, so dass das Momentum-Bild schwach bleibt.
Scharfe Liquidation macht wochenlange Gewinne in zwei Sitzungen zunichte
Der breitere Chartkontext macht den Ausverkauf noch deutlicher. WTI hatte sich von 80 $ bis Anfang März kontinuierlich bis auf 104 $ hochgearbeitet, eine Entwicklung, die fast drei Wochen in Anspruch nahm. Der Umschwung hat den größten Teil dieses Anstiegs innerhalb von etwa 48 Stunden zunichte gemacht. Diese Diskrepanz zwischen dem Anstieg und dem Rückgang ist auch ein Hinweis darauf, dass die geopolitische Risikoprämie, die den Anstieg beflügelt hat, bis zu einem gewissen Grad wieder abgebaut wurde. Wenn es Anzeichen für eine Deeskalation der Situation gibt, die den anfänglichen Anstieg ausgelöst hat, kann ein Abwärtsdruck nicht ausgeschlossen werden.
Der Abprall von der 88 $-Marke sieht ermutigend aus, muss aber weiterverfolgt werden. Sollte die Erholung unter der 93 $-Marke zum Stillstand kommen und sich dann umkehren, würde dies bedeuten, dass die Liquidationswelle ihren Lauf genommen hat und eine weitere Abwärtsbewegung im Gange ist.
Die technische Struktur zeigt eine Pause nach einer schnellen Expansion
Hält sich WTI über der 90 $-Marke und erobert den Bereich zwischen 92 und 93 $ zurück, wird eine Erholung in Richtung des 50-Perioden-EMA bei 94 $ möglich. Ein sauberer Schlusskurs über 95 $ würde darauf hindeuten, dass sich der Ausverkauf vollständig erschöpft hat und das kurzfristige Bild in eine konstruktivere Richtung verschieben.
Auf der Abwärtsseite würde ein Durchbruch unter die 90 $-Marke die Abprallunterstützung beseitigen und den 88 $-Bereich wieder eröffnen. Eine nachhaltige Bewegung unter die 88 $-Marke würde darauf hindeuten, dass die geopolitische Risikoprämie vollständig aufgelöst wurde und dass ein erneuter Test der 84-85 $-Zone, in der sich der 200-Perioden-EMA vor dem Ausbruch befand, zum nächsten Ziel wird.
In der vorangegangenen Analyse wurde festgestellt, dass sich WTI oberhalb der 94-$-95 $-Marke halten muss, damit die übergeordnete Erholungsstruktur intakt bleibt. Die Preisentwicklung hat dieses Niveau deutlich unterschritten, was bestätigt, dass die Unterstützungszone nicht gehalten hat, und die Korrektur war aggressiver als ursprünglich erwartet.
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