Verivox warnt vor anhaltendem Anstieg bei Gas- und Strompreisen in Deutschland

Verivox warnt vor anhaltendem Anstieg bei Gas- und Strompreisen in Deutschland
Energiepreise steigen weiter

Der Krieg im Iran erhöht den Druck auf die Energiepreise in Deutschland und könnte Gas und Strom für Millionen Haushalte länger verteuern. Nach Einschätzung von Verivox nähert sich das Preisniveau bei neuen Gasverträgen bereits wieder der früheren Gaspreisbremse an.

Höhepunkte

  • Verivox berichtet, dass Gaspreise für Neukunden aktuell bei etwa 10,5 Cent je Kilowattstunde liegen, rund 25 Prozent höher als vor Kriegsbeginn im Iran.
  • Die derzeitigen Gaspreise nähern sich der Gaspreisbremse von zwölf Cent je Kilowattstunde von 2022 an, da die Beschaffungskosten weiter steigen.
  • Neukundenpreise für Strom liegen laut Verivox aktuell bei 28 Cent je Kilowattstunde, zweieinhalb Cent über Vorkriegsniveau, mit erwarteten Haushaltskostensteigerungen von zehn Prozent.

Preisdruck durch teureres Erdgas

Wie die „Augsburger Allgemeine“ berichtet, warnt Verivox-Chef Daniel Puschmann vor weiter steigenden Belastungen für Haushalte, wenn der Konflikt im Iran anhält. Er sagt, Deutschland stehe eher am Anfang höherer Gaspreise als am Ende der Entwicklung, weil sich gestiegene Beschaffungskosten für Erdgas mit längerer Dauer zunehmend in Endkundenpreisen niederschlagen könnten.

Nach seinen Angaben ist Gas derzeit so teuer wie seit März 2023 nicht mehr. Wer einen neuen Vertrag abschließt, zahlt im Schnitt rund elf Cent je Kilowattstunde, während Verivox die aktuellen Neukundenpreise bei etwa 10,5 Cent je Kilowattstunde verortet, rund 25 Prozent mehr als vor Beginn des Kriegs im Iran.

Damit nähert sich das Niveau wieder der Gaspreisbremse von zwölf Cent je Kilowattstunde an, die nach Beginn des Ukraine-Kriegs eingeführt worden war. Die Aussage von Verivox deutet damit auf ein anhaltend hohes Kostenniveau im deutschen Energiemarkt hin.

Strommarkt könnte Haushalte zusätzlich belasten

Auch bei Strom erwartet Puschmann weiteren Aufwärtsdruck. Er hält Kostensteigerungen von zehn Prozent pro Haushalt für möglich, weil im europäischen Strommarkt nach dem Merit-Order-Prinzip häufig Gaskraftwerke als teuerste Energiequelle den Preis bestimmen.

Nach Darstellung des Vergleichsportals reagieren die Börsenstrompreise bereits auf die Gaskrise. Der Neukundenpreis für Strom liegt demnach aktuell bei 28 Cent je Kilowattstunde und damit zweieinhalb Cent über dem Wert vor Kriegsbeginn im Iran.

Als mögliche Entlastung spricht sich Puschmann für eine Senkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestniveau von 0,1 Cent je Kilowattstunde aus. Bei einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden wäre damit eine Entlastung von rund 92 Euro möglich, auch weil dann weniger Mehrwertsteuer anfällt.

In unserem früheren Artikel zur Rolle der Straße von Hormus für den Ölmarkt haben wir erläutert, warum schon das Risiko einer Eskalation rund um den Iran deutliche Preissprünge auslösen kann. Im Fokus stand, dass ein möglicher Engpass bei Hormus den Energiemarkt schnell verteuern und über höhere Importkosten auch Inflation und Konjunkturaussichten in Europa belasten könnte.

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