Deutschlands Solarsektor warnt vor Netzüberlastung an Feiertagen
An sonnigen Feiertagen mit geringer Industrienachfrage gerät die Aufnahme von Solarstrom in Deutschland an ihre Grenzen. Die Debatte dreht sich dabei nicht um einen Strommangel, sondern um fehlende Flexibilität im Netz und stark negative Preise im Intraday-Handel.
Höhepunkte
- Am 1. Mai zeigt der Intraday-Markt einen Strompreis von minus 855 Euro pro Megawattstunde wegen starker PV-Einspeisung und geringer Nachfrage.
- Experten fordern angesichts täglich 3.000 neuer Anlagen und fünf Millionen PV-Systemen gezielte Abschaltungen oder automatische Drosselungen zur Netzstabilisierung.
- Ökostromanbieter zahlen mittags über 42 Cent pro Kilowattstunde für Stromverbrauch, während ausländische Versorger bis zu 48 Cent Prämie pro Kilowattstunde erhalten.
Warnungen vor Überangebot am 1. Mai
Wie das Online-Wirtschaftsmagazin Bild berichtet, zeigt der Intraday-Markt für den 1. Mai einen Strompreis von minus 855 Euro pro Megawattstunde. Hintergrund ist laut dem Text, dass an dem Feiertag nur wenige große Verbraucher Strom abnehmen, während Photovoltaik-Anlagen weiter in großem Umfang einspeisen.In Deutschland gibt es demnach rund fünf Millionen Photovoltaik-Anlagen, täglich kommen etwa 3.000 neue hinzu. Energieökonom Lion Hirth von der Hertie School fordert deshalb auf LinkedIn, Betreiber sollten ihre PV-Anlagen an solchen Tagen abschalten und dies über das lange Wochenende möglichst bis Montag fortsetzen.
Auch Philipp Schröder, CEO des Ökostromanbieters 1Komma5°, warnt laut dem Text davor, dass mehr Strom ins Netz eingespeist wird als abgenommen werden kann. Er rät zu Steuerboxen und Smart Metern, damit kleine Anlagen automatisch gedrosselt werden können, weil viele dieser Systeme nicht direkt vom Netzbetreiber abgeschaltet werden können.
Folgen für Strommarkt und Nachbarländer
Nach Einschätzung der genannten Experten hat Deutschland kein Stromproblem, sondern ein Flexibilitätsproblem. An Tagen mit hoher Solarproduktion und schwacher Nachfrage flutet Strom die Netze, während Eingriffsmöglichkeiten begrenzt bleiben.Das zeigt sich auch bei den Endkundenpreisen. Nutzer bei Ökostromanbietern wie Octopus Energy erhalten mittags laut dem Text zeitweise mehr als 42 Cent pro Kilowattstunde fürs Verbrauchen von Strom.
Ausländische Energieversorger nehmen deutschen Strom demnach nicht nur kostenlos ab, sondern erhalten teils zusätzlich eine Prämie von bis zu 48 Cent je Kilowattstunde. Österreich und die Schweiz nutzen den bezuschussten Strom nach dieser Darstellung, um Wasser in Speicherbecken zu pumpen und den Strom später über Pumpspeicherkraftwerke teurer wieder zu verkaufen.
In unserem früheren Beitrag zur RWE-Aktie haben wir die laufende technische Stärke des Titels und den dominierenden Aufwärtstrend über mehrere Zeitfenster hinweg beleuchtet. Gleichzeitig wurde auf überkaufte Signale bei wichtigen Oszillatoren hingewiesen, weshalb kurzfristig trotz bullischer Struktur erhöhte Korrekturgefahr bestand. Als zentrale Marken galten dabei 64,50 € als Widerstand und 57,80 € als wichtige Unterstützung.
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