Studie von Traders Union: Anleger ohne Notfallreserven verkaufen häufiger in Panik
Anleger, die ohne Notfallreserve in den Markt einsteigen, neigen viel eher dazu, Vermögenswerte unter Druck zu verkaufen. Eine neue Studie von Traders Union zeigt, dass Rücklagen nicht nur die persönliche finanzielle Stabilität beeinflussen, sondern auch das tatsächliche Anlageverhalten.
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In dem Bericht „Sollten Sie ohne Notfallfonds investieren?“ stellten die Analysten von Traders Union einen klaren Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein von Notfallrücklagen und den Entscheidungen von Anlegern fest. Für die Studie wurden 1.214 Privatanleger aus verschiedenen Regionen befragt. Rund 45 % der Befragten verfügten über einen Notfallfonds, der mindestens drei Monate abdeckte, während viele andere nur minimale oder gar keine Rücklagen hatten.

Der Studie zufolge verkauften 52 % der Anleger ohne Notfallersparnisse bei Marktrückgängen in Panik Vermögenswerte. Unter finanziell gut vorbereiteten Anlegern lag dieser Anteil deutlich niedriger – bei 27 %. Der Unterschied zeigt sich auch bei Zwangsverkäufen: 41 % der Befragten ohne Rücklagen verkauften Vermögenswerte mehrfach aufgrund dringenden Bargeldbedarfs, verglichen mit nur 12 % unter Anlegern mit einem Notfallfonds.
Die Kosten des Investierens ohne Ersparnisse
Die Studie zeigt, dass mangelnde Liquidität Marktvolatilität oft zu einem persönlichen finanziellen Problem macht. Wenn ein Anleger keine Barreserven hat, wird ein Marktrückgang nicht zu einem vorübergehenden Verlust „auf dem Papier“, sondern zu einer direkten Bedrohung für das Budget.
Dies beeinflusst das Verhalten. Anleger ohne Notfallfonds neigen eher dazu, in stressigen Zeiten Vermögenswerte zu verkaufen, Positionen zu früh aufzulösen und Anlagekapital für dringende Ausgaben zu verwenden. Infolgedessen können sie Verluste realisieren, anstatt auf eine Erholung des Marktes zu warten.
Analysten von Traders Union stellten zudem Unterschiede bei der Vermögensauswahl fest. Anleger ohne Notfallfonds investieren häufiger in volatile Instrumente: 42 % investierten in Kryptowährungen und 27 % in Devisen oder CFDs. Anleger mit Ersparnissen verfügten über ausgewogenere Portfolios: Sie entschieden sich häufiger für ETFs und Investmentfonds.
Ersparnisse verändern den Anlagehorizont
Ein Notfallfonds beeinflusst auch, wie lange Menschen bereit sind, am Markt zu bleiben. Unter Anlegern ohne Rücklagen gaben nur 15 % einen Anlagehorizont von mehr als drei Jahren an. Gleichzeitig konzentrierten sich 34 % auf einen Zeitraum von weniger als sechs Monaten.
Bei finanziell gut vorbereiteten Anlegern sah das Bild anders aus. In dieser Gruppe hatten 31 % einen Zeithorizont von mehr als drei Jahren, und nur 14 % konzentrierten sich auf kurzfristige Zeiträume. Dies zeigt, dass ein Notfallfonds Anlegern hilft, Volatilität gelassener zu bewältigen und übereilte Entscheidungen zu vermeiden.
Die Studie deckte zudem eine Kluft zwischen finanziellem Bewusstsein und tatsächlichem Verhalten auf. Obwohl 58 % der Befragten angaben, dass zunächst Notfallersparnisse aufgebaut werden sollten, treten viele dennoch mit einem begrenzten Notfallfonds oder gar ohne einen solchen in den Markt ein.
Die Analysten von Traders Union kommen zu dem Schluss, dass ein Notfallfonds nicht nur Schutz vor unerwarteten Ausgaben bietet. Er hilft Anlegern auch, ruhigere Entscheidungen zu treffen, Zwangsverkäufe zu vermeiden und länger im Markt zu bleiben.
Zuvor hatte Traders Union auch eine Studie darüber veröffentlicht, wie Trader KI nutzen.
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