FDP wählt Kubicki zum neuen Parteichef nach Kampfabstimmung in Berlin

FDP wählt Kubicki zum neuen Parteichef nach Kampfabstimmung in Berlin
Kubicki führt FDP

Nach einem überraschenden internen Machtkampf auf dem Bundesparteitag in Berlin übernimmt Wolfgang Kubicki den Vorsitz der FDP. Der 74-Jährige setzt sich mit 59,3 Prozent der Stimmen gegen Marie-Agnes Strack-Zimmermann durch, die ihre Kandidatur kurzfristig anmeldet.

Höhepunkte

  • Wolfgang Kubicki wird auf dem FDP-Bundesparteitag in Berlin mit 390 Stimmen zum neuen Parteivorsitzenden gewählt, Strack-Zimmermann erhält 259 Stimmen.
  • Strack-Zimmermann kritisiert Kubickis Überlegungen zur Brandmauer gegenüber der AfD und fordert im Wahlkampf einen inhaltlichen Neustart der Partei.
  • Die Kampfabstimmung zwischen Kubicki und Strack-Zimmermann betont den anhaltenden Richtungsstreit und beeinträchtigt kurzfristig die Geschlossenheit der FDP.

Überraschende Kampfabstimmung auf dem Parteitag

Wie BILD.de berichtet, entscheidet der Bundesparteitag der FDP in Berlin in einer Kampfabstimmung über den neuen Parteivorsitz. Kubicki erhält 390 Stimmen, auf Strack-Zimmermann entfallen 259 Stimmen.

Die Europapolitikerin Strack-Zimmermann tritt erst am Samstag gegen Kubicki an, der zuvor als einziger Kandidat gilt. Parteiintern gelten beide seit Langem als Kontrahenten, womit die Abstimmung dem Parteitag eine unerwartete Wendung gibt.

Strack-Zimmermann begründet ihre Gegenkandidatur damit, dass die FDP einen neuen Aufbruch benötige, den sie besser verkörpern könne als Kubicki. Zugleich übt sie scharfe Kritik an dessen Überlegungen, die sogenannte Brandmauer zur AfD infrage zu stellen.

Richtungsstreit belastet die Parteigeschlossenheit

Strack-Zimmermann räumt ein, dass ihre Kampfkandidatur der Geschlossenheit der FDP zunächst schaden könne. Zugleich sagt sie, Einigkeit könne nicht auf einem faulen Burgfrieden entstehen.

Kubicki begrüßt die Gegenkandidatur in einer ersten Reaktion und dankt Strack-Zimmermann in seiner Bewerbungsrede. Er sagt, er sei froh darüber, dass die beiden alten Schlachtrösser nun ins Geschirr gingen, womit er den offenen Richtungsstreit als Teil der parteiinternen Auseinandersetzung einordnet.

In unserem früheren Bericht über die überraschende Kampfkandidatur von Marie-Agnes Strack-Zimmermann gegen Wolfgang Kubicki beim FDP-Bundesparteitag in Berlin haben wir dargestellt, wie sich die Wahl an die Parteispitze zu einem offenen Machtkampf entwickelte. Dabei rückte neben der Personalfrage besonders der Richtungsstreit über den künftigen Kurs der FDP und den Umgang mit der AfD samt Debatte um die sogenannte „Brandmauer“ in den Mittelpunkt.

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