Deutschlands Schattenwirtschaft wächst weiter, Anteil am BIP steigt
Die Schattenwirtschaft in Deutschland hat ihren Anteil an der Wirtschaftsleistung 2024 erneut ausgeweitet und erreicht 11,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Damit setzt sich ein mehrjähriger Anstieg fort, während sich zugleich die Kontroll- und Ermittlungstätigkeit der Finanzkontrolle Schwarzarbeit in mehreren Bereichen verändert.
Höhepunkte
- Der Anteil der Schattenwirtschaft am BIP steigt laut Regierungsbericht von 9,2 Prozent in 2021 auf 11,1 Prozent in 2024.
- Die Zahl der Arbeitsplätze bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit wächst 2021 bis 2024 von 7.770 auf 9.477, während Arbeitgeberprüfungen von 48.064 auf 25.274 fallen.
- Trotz mehr Planstellen bei der FKS nimmt der Anpassungsdruck auf Behörden zu, da Verstöße und die Schattenwirtschaft weiterhin wachsen.
Regierungsbericht zeigt Anstieg und veränderte Kontrolle
Wie aus dem Fünfzehnten Bericht der Bundesregierung über die Auswirkungen des Gesetzes zur Bekämpfung der illegalen Beschäftigung hervorgeht, berichtet der Bundestag, steigt der Anteil nicht regulärer Tätigkeiten 2024 auf 11,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. 2023 liegt der Wert demnach bei 10,1 Prozent, 2022 bei 9,7 Prozent und 2021 bei 9,2 Prozent.Zugleich wächst die Zahl der Stellen bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit der Zollverwaltung, FKS, in diesem Zeitraum von 7.770 auf 9.477. Der Fehlbestand sinkt zwar, liegt aber weiterhin bei 11,1 Prozent. Im Bericht heißt es zudem, die FKS solle auf Grundlage bestehender Haushaltsvermerke sowie durch das Gesetz zur Modernisierung und Digitalisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung weiter mit zusätzlichen Planstellen gestärkt werden.
Deutlich zurück geht dagegen die Zahl der Arbeitgeberprüfungen. Sie sinkt von 48.064 im Jahr 2021 auf 25.274 im Jahr 2024, während die eingeleiteten Ermittlungsverfahren wegen Straftaten von 120.345 auf 96.813 fallen.
Auch die Summe der erwirkten Freiheitsstrafen, gemessen in Jahren, geht von 1.624 auf 1.277 zurück, nachdem sie 2023 bei 987 gelegen hat. Gleichzeitig steigt die Zahl der eingeleiteten Ermittlungsverfahren wegen Ordnungswidrigkeiten von 40.462 auf 46.475.
Folgen für Schwarzarbeitsbekämpfung und Wirtschaftsaufsicht
Nach Darstellung der Bundesregierung entwickelt die FKS ihre Ausrichtung im Berichtszeitraum nach dem Grundsatz „Qualität vor Quantität“ konsequent weiter. Diese Neuausrichtung spiegele sich in den aktuellen Arbeitsergebnissen wider und stoße bei Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften auf hohe Akzeptanz.Für die Wirtschaftsaufsicht bedeutet das einen stärkeren Fokus auf gezieltere Verfahren statt auf eine höhere Zahl von Prüfungen. Zugleich zeigt der weitere Anstieg der Schattenwirtschaft, dass der Anpassungsdruck auf Behörden und Politik hoch bleibt, obwohl die personelle Ausstattung der FKS ausgebaut wird.
Die Bundesregierung berichtet zudem über 187 Verfahren der FKS, die im Zeitraum von 2021 bis 2024 von den zuständigen Staatsanwaltschaften als OK-Verfahren eingestuft werden. Davon entfallen 43 auf 2021, 45 auf 2022, 51 auf 2023 und 48 auf 2024.
In unserem früheren Beitrag zum Auftritt von Bundeskanzler Friedrich Merz beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum haben wir berichtet, dass er bei Unternehmern für mehr Zuversicht beim Wirtschaftsstandort Deutschland warb und schrittweise Reformen statt eines „Big Bang“ ankündigte. Zugleich betonte Merz die Bedeutung von Verlässlichkeit und gesellschaftlicher Stabilität für Investoren und grenzte sich klar von einer Zusammenarbeit mit der AfD ab.
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