Carl Zeiss kündigt Sparprogramm mit Stellenabbau in Deutschland an

Carl Zeiss kündigt Sparprogramm mit Stellenabbau in Deutschland an
Zeiss baut Stellen ab

Nach dem bereits angekündigten Jobabbau bei Carl Zeiss Meditec verschärft der Technologiekonzern nun seinen Sparkurs auch auf Ebene der Carl Zeiss AG. Das Unternehmen will über die nächsten drei Jahre Einsparungen von mehreren hundert Millionen Euro pro Jahr erreichen, während schwächere Geschäfte in mehreren Sparten die Ertragslage belasten.

Höhepunkte

  • Carl Zeiss AG plant jährliche Einsparungen von mehreren hundert Millionen Euro über drei Jahre, um Investitionen in Forschung und Technologie zu sichern.
  • Drei von vier Unternehmenssparten stehen unter Druck; Umsatzwachstum verlangsamte sich im ersten Halbjahr auf 1 Prozent bei 5,84 Milliarden Euro.
  • Stellenabbau in deutschen Standorten wahrscheinlich, während parallel ein 500-Millionen-Euro-Investitionsprojekt für rund 2.500 Beschäftigte in Jena bis 2027 läuft.

Sparziel und Belastungen im Kerngeschäft

Wie BILD unter Berufung auf Aussagen des Unternehmens berichtet, plant die Carl Zeiss AG Einsparungen von mehreren hundert Millionen Euro pro Jahr über die kommenden drei Jahre. Unternehmenssprecher Julian Bosch erklärte, die Maßnahmen sollten Mittel für Zukunftsinvestitionen freisetzen und weiterhin hohe Ausgaben für Forschung und Technologieentwicklung ermöglichen.

Drei von vier Unternehmenssparten stehen nach Konzernangaben unter Druck, während nur die Halbleiterfertigungstechnologie gut läuft. Im vergangenen Jahr steigerte Zeiss den Umsatz noch um 9 Prozent auf knapp 12 Milliarden Euro, im ersten Halbjahr wächst der Erlös bislang aber nur um 1 Prozent auf 5,84 Milliarden Euro.

Vorstandschef Andreas Pecher sagt, die anhaltende Unsicherheit im Geschäftsumfeld belaste die Sparten weiter. Im Rahmen des Programms schließt das Unternehmen Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahl nicht aus, nennt bislang aber keine konkrete Zahl betroffener Stellen; auch Kündigungen werden nicht ausgeschlossen.

Umsetzung des Programms und Bedeutung für Standorte

Die einzelnen Schritte des Sparprogramms werden in den kommenden Monaten zwischen Vorstand, Management und Arbeitnehmervertretungen ausgearbeitet. Nach Unternehmensangaben sollen die Maßnahmen je nach Sparte und Funktion unterschiedlich ausfallen, die Belegschaft werde fortlaufend über die Entwicklung informiert.

Für die deutschen Standorte erhöht der neue Kurs den Druck, nachdem die Tochter Carl Zeiss Meditec erst vor wenigen Wochen den Abbau von 1.000 Stellen in Deutschland angekündigt hat. Zugleich verweist der Konzern auf seine langfristige Aufstellung und die Investitionen in Wachstum, darunter ein Projekt über 500 Millionen Euro am Gründungsstandort Jena, wo ab Mitte 2027 rund 2.500 Menschen in einem neuen Hightech-Gebäude für Entwicklung und Fertigung arbeiten sollen.

In unserem früheren Beitrag zu den industriepolitischen Beratungen im Bundeskanzleramt haben wir berichtet, wie Bundesregierung, Industrie, Gewerkschaften und Länder im Herbst 2025 über die Zukunft zentraler Branchen diskutierten. Im Mittelpunkt standen dabei Schritte zur Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft in der Automobilindustrie sowie Maßnahmen für die Stahlbranche, etwa Handelsschutz, niedrigere Energiekosten und die Umstellung auf klimafreundlichere Produktion.

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