ADAC-Luftrettung warnt vor Finanzierungslücke durch Krankenkassenreform
Die geplante Reform der gesetzlichen Krankenversicherung setzt die Finanzierung der Luftrettung in Deutschland unter Druck. Der ADAC sieht wachsende Risiken für Einsatzbereitschaft und Standortnetz, wenn die Vergütung von 2027 an hinter den tatsächlichen Kosten zurückbleibt.
Höhepunkte
- ADAC-Luftrettung warnt, dass das Sparpaket im Gesetzentwurf von Ministerin Nina Warken ab 2027 zu einer strukturellen Finanzierungslücke führt.
- Die Refinanzierungslücke für den Zeitraum 2027 bis 2031 wird auf rund 221 Millionen Euro beziffert, wodurch Standorte und Leistungen bedroht sind.
- Eingeschränkte Luftrettung ab 2027 könnte die Notfallversorgung in Deutschland verschlechtern und zu häufigerem Einsatz von Rettungswagen statt Hubschraubern zwingen.
Reformpläne belasten Luftrettung ab 2027
Wie zuerst von BILD berichtet, warnt die ADAC-Luftrettung vor den Folgen des Sparpakets im Gesetzentwurf zur gesetzlichen Krankenversicherung von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. Demnach darf die Vergütung im Gesundheitswesen künftig nur noch begrenzt steigen, orientiert an der Grundlohnsumme, die von 2027 bis 2029 zudem jeweils um einen Prozentpunkt reduziert werden soll.Für die Luftrettung entsteht damit nach Darstellung des ADAC eine strukturelle Finanzierungslücke, weil Ausgaben für Hubschraubertechnik, Wartung, Treibstoff, Infrastruktur und Personal stärker steigen als die vorgesehene Vergütung. Frédéric Bruder, Vorsitzender der Geschäftsführung der ADAC-Luftrettung, sagt, dass die Organisation in ihrer heutigen Form nicht mehr alle Einsätze absichern könne, falls die Reform unverändert komme.
Der ADAC betreibt nach den im Text genannten Angaben 60 Rettungshubschrauber und arbeitet mit 670 Notärzten bundesweit. Die Flotte hebt demnach rund 50.000 Mal pro Jahr zu Einsätzen ab, etwa bei schweren Verkehrsunfällen, Herzstillständen oder zeitkritischen Intensivtransporten.
Standorte und Versorgung könnten unter Druck geraten
Besonders problematisch ist aus Sicht der Luftrettung, dass sich die Kosten im Betrieb kaum kurzfristig senken lassen. Hubschrauber, Besatzungen und Stationen müssen rund um die Uhr vorgehalten werden, auch wenn gerade kein Einsatz stattfindet.Für den Zeitraum von 2027 bis 2031 beziffert der ADAC die potenzielle Refinanzierungslücke laut Text auf rund 221 Millionen Euro. Als Folge könnten Leistungen eingeschränkt und Luftrettungsstationen geschlossen werden, was die Notfallversorgung in Deutschland belasten würde.
Nach Einschätzung des ADAC würde sich damit auch die Frage verschärfen, in welchen Fällen Patienten per Hubschrauber transportiert werden und wann auf den Rettungswagen ausgewichen werden muss. Die Warnung verweist damit auf mögliche Auswirkungen der Reform weit über die Organisation selbst hinaus, insbesondere für die Erreichbarkeit schneller Notfallhilfe in zeitkritischen Fällen.
In unserer früheren Berichterstattung zum GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz haben wir zusammengefasst, dass die geplanten Einsparungen ab 2027 Krankenhäuser finanziell stark unter Druck setzen könnten. Demnach warnte die Deutsche Krankenhausgesellschaft vor spürbaren Erlösverlusten, Stellenabbau und einem steigenden Insolvenzrisiko vieler Standorte, was die Patientenversorgung belasten würde.
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