Malteser warnen vor Rückzug aus dem Rettungsdienst wegen geplantem Sparpaket

Malteser warnen vor Rückzug aus dem Rettungsdienst wegen geplantem Sparpaket
Rettungsdienst in Gefahr

Die Debatte um geplante Einsparungen im Gesundheitswesen erreicht den Rettungsdienst, nachdem die Malteser vor wirtschaftlich nicht tragbaren Belastungen warnen. Nach Angaben der Organisation könnten Kürzungen von 300 Millionen Euro über drei Jahre die Versorgung eines zentralen Bereichs des Gesundheitssystems unter Druck setzen.

Höhepunkte

  • Malteser warnen, dass geplante Kürzungen von 300 Millionen Euro in drei Jahren zu Defiziten führen und einen Rückzug aus dem Rettungsdienst erzwingen könnten.
  • Die Hilfsorganisationen Malteser, ASB, DLRG, DRK und Johanniter, die zusammen 80 Prozent des Rettungsdienstes abdecken, warnen vor Risiken für Notfallversorgung durch Sparmaßnahmen.
  • Malteser-Präsident Schelleis betont, Qualitätsanbieter seien essenziell für das Vertrauen in staatliche Grundfunktionen und warnt vor weiterem Vertrauensverlust bei Kürzungen.

Warnung vor Defiziten im Rettungsdienst

Wie zuerst BILD berichtete, sehen die Malteser im Sparpaket von Gesundheitsministerin Nina Warken ein unmittelbares finanzielles Risiko für ihren Rettungsdienstbetrieb. Geschäftsführer Frank Weber sagt, die Organisation habe keine Möglichkeit, Kürzungen auszugleichen, weil alle Leistungen gesetzlich geregelt seien.

Nach Webers Darstellung würden die geplanten Einsparungen direkt zu Defiziten führen. Sollten die Kürzungen von 300 Millionen Euro in drei Jahren bestehen bleiben, müssten sich die Malteser aus diesem Bereich zurückziehen, auch wenn laufende mehrjährige Leistungsverpflichtungen gegenüber den Ländern weiterhin erfüllt würden.

Der neu gewählte Malteser-Präsident Martin Schelleis warnt zudem vor den Folgen eines Rückzugs etablierter Anbieter mit hohem Qualitätsanspruch. Der Rettungsdienst sei ein Schlüsselfundament für das Vertrauen der Bürger in staatliche Kernfunktionen, dieses Vertrauen sei bereits beschädigt.

Druck auf Notfallversorgung in Deutschland

Zu Monatsbeginn haben bereits mehrere große Hilfsorganisationen gemeinsam Alarm geschlagen, darunter Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe und der Malteser Hilfsdienst. Diese Organisationen decken zusammen rund 80 Prozent des Rettungsdienstes in Deutschland ab.

In ihrer gemeinsamen Warnung heißt es, eine Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung dürfe nicht über Maßnahmen erfolgen, die die Leistungsfähigkeit der Notfallversorgung und die Stabilität des Rettungsdienstes gefährden. Für die Malteser hatte das Schreiben noch Schelleis' Vorgänger Georg Khevenhüller unterzeichnet, der am Wochenende in Dresden als Präsident abgelöst wurde.

In unserer früheren Berichterstattung zum GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz haben wir den breiten Widerstand gegen das geplante Sparpaket im Gesundheitswesen zusammengefasst. Demnach warnten Verbände und Sachverständige vor finanziellen Risiken und spürbaren Einschnitten in der Versorgung, besonders mit Blick auf drohende Erlösverluste und ein steigendes Insolvenzrisiko für viele Klinikstandorte.

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