Brandenburgs Beschäftigung sinkt im ersten Quartal weiter, Industrie belastet Arbeitsmarkt

Brandenburgs Beschäftigung sinkt im ersten Quartal weiter, Industrie belastet Arbeitsmarkt
Beschäftigung weiter rückläufig

Der Arbeitsmarkt in Brandenburg bleibt zu Jahresbeginn 2026 unter Druck. Im ersten Quartal sind 1.133.400 Personen erwerbstätig, das sind 2.100 weniger als ein Jahr zuvor und bereits der fünfte Rückgang in Folge.

Höhepunkte

  • Die Erwerbstätigkeit in Brandenburg sinkt im ersten Quartal 2026 um 0,2 %, wobei der Abwärtstrend sich seit viertem Quartal 2023 verstärkt.
  • Im Dienstleistungssektor legt die Beschäftigung im ersten Quartal 2026 um 5.300 Personen oder 0,6 % zu, getrieben von öffentlichen Dienstleistungen, Erziehung und Gesundheit.
  • Im Produzierenden Gewerbe fällt die Zahl der Erwerbstätigen um 7.000 Personen oder 2,8 % und somit stärker als im Bundesdurchschnitt von minus 1,9 %.

Dienstleistungen stützen Beschäftigung nur teilweise

Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, geht die Zahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Brandenburg im ersten Quartal 2026 um 0,2 % gegenüber dem Vorjahresquartal zurück. Nach revidierten Ergebnissen des Arbeitskreises "Erwerbstätigenrechnung der Länder" liegt die Beschäftigung bereits im ersten Quartal 2025 um 0,3 % und im zweiten bis vierten Quartal 2025 jeweils um 0,2 % unter dem jeweiligen Vorjahreswert.

Im Dienstleistungssektor steigt die Zahl der Erwerbstätigen um 5.300 Personen oder 0,6 % und entwickelt sich damit besser als im Bund, wo der Zuwachs 0,1 % beträgt. Besonders stark wächst der Bereich "Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit" mit plus 6.500 Personen oder 1,6 %, während "Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation" nahezu stagniert.

Dagegen verliert der Bereich "Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister, Grundstücks- und Wohnungswesen" 1.200 Erwerbstätige oder 0,7 %. Im Jahresdurchschnitt 2025 liegt die Beschäftigung im Dienstleistungssektor dennoch um 3.500 Personen oder 0,4 % über dem Vorjahr.

Industrie und Bau verstärken den Abwärtstrend

Im Produzierenden Gewerbe sinkt die Zahl der Erwerbstätigen um 7.000 Personen oder 2,8 % und damit stärker als im Bundesdurchschnitt von minus 1,9 %. Ausschlaggebend ist vor allem das Verarbeitende Gewerbe mit einem Rückgang von 4,1 %, während das Baugewerbe ein Minus von 1,8 % verzeichnet.

Damit setzt sich der seit dem vierten Quartal 2023 laufende Abwärtstrend in der Branche mit zunehmender Dynamik fort. Bereits im zweiten und dritten Quartal 2025 war die Erwerbstätigkeit im Produzierenden Gewerbe jeweils um 1,9 % gesunken, im vierten Quartal 2025 dann um 2,3 %.

Auch in der Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei geht die Zahl der Erwerbstätigen um 400 Personen oder 1,8 % zurück. Bundesweit sinkt die Erwerbstätigkeit im ersten Quartal 2026 um 0,3 %, in Ostdeutschland ohne Berlin um 0,8 %, während nur Hamburg ein Plus verzeichnet.

Die vorgelegten Zahlen sind vorläufige Ergebnisse, abgestimmt auf den Rechenstand des Statistischen Bundesamtes von Mai 2026. Neben der Erstberechnung für das erste Quartal 2026 werden auch die Ergebnisse für die vier Quartale 2025 sowie das Gesamtjahr 2025 turnusgemäß überarbeitet.

In unserem früheren Beitrag zum Auftragseingang im deutschen Bauhauptgewerbe im April 2026 haben wir die stabile Entwicklung gegenüber dem Vormonat sowie die deutliche Spreizung zwischen Hochbau und Tiefbau aufgezeigt. Zudem wurde erläutert, dass Umsatz und Beschäftigung im Vorjahresvergleich zulegten und warum je nach Vergleichszeitraum (Vormonat/Vorquartal vs. Vorjahr) unterschiedliche Konjunktursignale entstehen können.

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