Berliner Erwerbstätigkeit sinkt im ersten Quartal 2026 weiter
Der Berliner Arbeitsmarkt setzt seinen Abwärtstrend zu Beginn des Jahres 2026 fort. Im ersten Quartal sind in der Hauptstadt 2.183.300 Personen erwerbstätig, das sind 6.600 weniger als ein Jahr zuvor und das vierte Minusquartal in Folge.
Höhepunkte
- Die Erwerbstätigkeit in Berlin sinkt im ersten Quartal 2026 um 0,3 %, vierte Rückgangsquartal in Folge, bundesweit ebenfalls minus 0,3 %.
- Im Berliner Dienstleistungssektor sind im ersten Quartal 2026 5.300 Personen oder 0,3 % weniger beschäftigt, besonders stark minus 1,5 % bei Unternehmens- und Finanzdienstleistern.
- Im Produzierenden Gewerbe liegt der Rückgang der Erwerbstätigkeit in Berlin bei 0,5 % und damit unter dem bundesweiten Minus von 1,9 %.
Beschäftigungsrückgang setzt sich in Berlin fort
Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, geht die Zahl der Erwerbstätigen am Arbeitsort Berlin im ersten Quartal 2026 um 0,3 % gegenüber dem Vorjahresquartal zurück. Nach aktualisierten Berechnungen des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung der Länder“ sinkt die Erwerbstätigkeit damit bereits das vierte Quartal in Folge.Im zweiten und dritten Quartal 2025 hat der Rückgang jeweils 0,1 % betragen, im vierten Quartal 2025 lag das Minus bei 0,2 %. Im Jahresdurchschnitt 2025 unterschreitet die Erwerbstätigkeit in Berlin das Niveau von 2024 um 1.600 Personen oder 0,1 %.
Auch im Ländervergleich zeigt sich eine breite Abschwächung. In 15 Bundesländern geht die Zahl der Erwerbstätigen im ersten Quartal 2026 zurück, lediglich in Hamburg steigt sie an. Bundesweit sinkt die Erwerbstätigkeit ebenfalls um 0,3 %.
Dienstleistungen belasten, Industrie zeigt sich stabiler
Im Dienstleistungssektor sind in Berlin 5.300 Personen oder 0,3 % weniger erwerbstätig als im Vorjahresquartal. Der Rückgang setzt sich dort bereits das fünfte Quartal in Folge fort, während bundesweit im Dienstleistungsbereich noch ein leichtes Plus von 0,1 % verzeichnet wird.Besonders stark fällt das Minus bei „Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleistern, Grundstücks- und Wohnungswesen“ mit 7.800 Personen oder 1,5 % aus. Auch in „Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation“ geht die Erwerbstätigkeit um 4.700 Personen oder 0,8 % zurück. Dagegen nimmt sie bei „Öffentlichen und sonstigen Dienstleistern, Erziehung und Gesundheit“ um 7.200 Personen oder 0,8 % zu, allerdings weniger stark als im Bundesdurchschnitt von 1,3 %.
Im Produzierenden Gewerbe liegt die Zahl der Erwerbstätigen um 1.300 Personen oder 0,5 % unter dem Vorjahresquartal. Damit fällt der Rückgang in Berlin moderater aus als bundesweit mit 1,9 %. Auch im Verarbeitenden Gewerbe bleibt das Minus in Berlin mit 1,2 % unter dem Bundestrend von 2,5 %, während das Baugewerbe mit einem Rückgang von 1,1 % der bundesweiten Entwicklung entspricht.
Im Jahresdurchschnitt 2025 verzeichnet Berlin im Produzierenden Gewerbe noch einen Anstieg um 1.600 Personen oder 0,7 %. Getragen wird dies von einem Plus im Baugewerbe von 0,5 %, während das Verarbeitende Gewerbe um 0,6 % zurückgeht. Die vorgelegten Zahlen sind vorläufige Ergebnisse des AK ETR auf Basis des Rechenstands des Statistischen Bundesamtes von Mai 2026; zugleich werden die Quartale eins bis vier 2025 sowie das Gesamtjahr 2025 turnusmäßig überarbeitet.
In unserem früheren Artikel zum Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im April 2026 haben wir gezeigt, dass die Bestellungen real insgesamt stagnieren, sich aber Hochbau und Tiefbau deutlich unterschiedlich entwickeln. Gleichzeitig legten Umsatz und die Zahl der tätigen Personen im Jahresvergleich zu, was auf eine weiterhin solide Auslastung im Bau hindeutete – trotz gemischter Signale bei den Aufträgen.
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