DGB legt Renten-Gegenkonzept mit höheren Beiträgen für Gutverdiener und Arbeitgeber vor

DGB legt Renten-Gegenkonzept mit höheren Beiträgen für Gutverdiener und Arbeitgeber vor
DGBs Renten-Gegenmodell vorgestellt

Im Streit über die künftige Altersvorsorge in Deutschland stellt der Deutsche Gewerkschaftsbund ein eigenes Rentenkonzept als Alternative zu den Plänen der Bundesregierung vor. Der Vorschlag zielt auf 70 bis 90 Prozent des letzten Nettoeinkommens im Ruhestand und lehnt eine Anhebung des Rentenalters auf 70 Jahre ab.

Das Wichtigste

  • DGB präsentiert ein Rentenkonzept mit Anhebung des gesetzlichen Rentenniveaus von 48 auf 53 Prozent ohne höhere Lebensarbeitszeit.
  • Finanzierung erfolgt über leicht höhere Beiträge, größeren Bundeszuschuss, Beteiligung von Selbstständigen, Politikern und stärkere Belastung hoher Einkommen sowie Kapitaleinkünfte.
  • Regierungspläne setzen auf eine private Vorsorge als dritte Säule, 70 Prozent Nettoersatzquote, gemeinsame Zwei-Prozent-Einzahlung, sowie eine schrittweise Anhebung des Rentenalters auf 70 Jahre.

DGB-Konzept für höhere Rentenleistungen

BILD.de berichtet, dass der Deutsche Gewerkschaftsbund ein Rentenmodell präsentiert, das höhere Leistungen ohne längere Lebensarbeitszeit vorsieht. Demnach sollen Arbeitgeber verpflichtet werden, für alle Beschäftigten eine betriebliche Altersvorsorge anzubieten, während das gesetzliche Rentenniveau von derzeit 48 Prozent zunächst auf 50 und später auf 53 Prozent steigen soll.

An dem Konzept arbeiten laut dem Bericht seit Jahresbeginn Fachleute im Umfeld von DGB-Chefin Yasmin Fahimi, darunter die Grünen-Politikerin Ricarda Lang und der frühere SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert. Ihr Auftrag ist es, eine Alternative zu den Reformplänen der Regierung zu entwickeln.

Finanziert werden soll das Modell durch leicht höhere Beiträge sowie einen größeren Zuschuss aus dem Bundeshaushalt. Für diesen demografischen Zuschuss sollen nach den Vorschlägen vor allem hohe Einkommen, große Vermögen und Kapitaleinkünfte herangezogen werden, zudem sollen künftig auch Selbstständige und Politiker in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen.

Abgrenzung zu den Regierungsplänen

Der Vorstoß des DGB folgt auf die Vorlage von 33 Empfehlungen durch die offizielle Rentenkommission der Bundesregierung am Dienstag. Bundeskanzler Friedrich Merz und Sozialministerin Bärbel Bas kündigen an, das Maßnahmenpaket zügig und vollständig umzusetzen.

Das Regierungskonzept stützt sich neben der gesetzlichen und betrieblichen Vorsorge auch auf private Altersvorsorge als dritte Säule und peilt ebenfalls 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens an. Dafür sollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammen zwei Prozent des Bruttolohns einzahlen, während das Rentenalter im Gegensatz zum DGB-Modell schrittweise auf 70 Jahre steigt.

Die Vorschläge der Regierungskommission zur deutschen Rentenreform ab 2031 standen in unserem früheren Beitrag im Mittelpunkt. Wir erläuterten dabei die Kernbausteine wie die Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung, den Aufbau einer kapitalgedeckten Zusatzsäule ab 2028 sowie die erwarteten Haushaltswirkungen – stabilere Bundeszuschüsse, aber auch höhere Beitragslasten und mögliche Bremsen für Konsum und Wachstum.

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