ADAC erwartet steigende Kraftstoffpreise nach Auslaufen des Tankrabatts in Deutschland

ADAC erwartet steigende Kraftstoffpreise nach Auslaufen des Tankrabatts in Deutschland
ADAC warnt vor Preisanstieg

Mit dem Ende des Tankrabatts zum Monatswechsel steht Autofahrern in Deutschland in den ersten Juli-Tagen voraussichtlich wieder teurerer Kraftstoff bevor. Nach Einschätzung des ADAC könnte sich der Preisaufschlag bei Diesel und Benzin inklusive Mehrwertsteuer auf 16,7 Cent je Liter belaufen.

Höhepunkte

  • ADAC prognostiziert ab 1. Juli durch Wegfall des Tankrabatts einen deutlichen Anstieg der Kraftstoffpreise in Deutschland, insbesondere ab 12 Uhr mittags.
  • Verbraucher sparen im gesamten Tankrabattzeitraum laut ADAC im Durchschnitt nur rund 33 Euro (Diesel) bzw. 21 Euro (Benzin) pro Jahr.
  • Politische Debatte um staatliche Spritpreisregulierung nimmt zu, SPD fordert Preisdeckel nach Luxemburger Modell, Ministerin Reiche lehnt Eingriffe ab.

Preisanstieg zum Monatswechsel und günstige Tankzeiten

Wie BILD berichtet, rechnet der ADAC nach dem Auslaufen des Tankrabatts ab 1. Juli mit einem merklichen Anstieg der Preise an den Zapfsäulen. Für Kraftstoff, der ab diesem Datum das Tanklager oder die Raffinerie verlässt, gilt wieder die höhere Energiesteuer, was sich laut ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer direkt auf die Endpreise auswirken dürfte.

Ein sofortiger Preissprung um Mitternacht ist demnach jedoch unwahrscheinlich. Nach der geltenden 12-Uhr-Regel dürfen Tankstellen ihre Preise erst mittags anheben, sodass der größte Sprung erst am 1. Juli um 12 Uhr erwartet wird, auch wenn einzelne Anbieter ihre Preise bereits am 30. Juni tagsüber stärker anheben oder später senken könnten.

Der ADAC rät daher, noch im Juni und möglichst am späten Vormittag zu tanken. Laberer hält bereits den 29. Juni für eine vergleichsweise sichere Gelegenheit, da kurz vor dem täglichen Preissprung zur Mittagszeit längere Warteschlangen möglich sind.

Auch am Vormittag des 1. Juli könnte an vielen Tankstellen noch günstiger getankt werden, weil für die Steuer nicht der Verkaufszeitpunkt, sondern der Lieferzeitpunkt des Kraftstoffs zählt. Nach Einschätzung des ADAC dürfte vielerorts zunächst noch steuerlich verbilligter Sprit in den Tanks sein, auch wenn Erfahrungen aus dem ersten Tankrabatt 2022 einen früheren Preisanstieg wahrscheinlich erscheinen lassen.

Begrenzte Entlastung und neue Debatte über Preisregulierung

Für Verbraucher fällt der finanzielle Nutzen des Tankrabatts laut den genannten Rechenbeispielen insgesamt überschaubar aus. Ein typischer Dieselfahrer mit 17.000 Kilometern Jahresfahrleistung und sieben Litern Verbrauch auf 100 Kilometer hätte bei vollständiger Weitergabe rechnerisch rund 33 Euro gespart, ein typischer Benzinfahrer mit 9.500 Kilometern und acht Litern Verbrauch rund 21 Euro.

Ob die Preise wieder über 2 Euro je Liter steigen, hängt aus Sicht des ADAC auch von der Entwicklung am Ölmarkt ab. Wenn die jüngste Entspannung bei den Ölpreisen anhält, müssten die Kraftstoffpreise fairerweise trotz Wegfall des Rabatts unter dieser Marke bleiben, wobei es bei Benzin knapper werden könnte als bei Diesel.

Parallel dazu nimmt die politische Debatte über Eingriffe in den Kraftstoffmarkt wieder Fahrt auf. Während Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche Forderungen der SPD nach einem staatlichen Spritpreisdeckel bereits zurückweist, spricht sich SPD-Fraktionsvize Armand Zorn weiter für ein Modell nach Luxemburger Vorbild aus, um die Gewinnmargen der Mineralölwirtschaft zu begrenzen.

In unserem früheren Artikel zur Wirkung des Tankrabatts haben wir erläutert, dass die staatliche Entlastung an den Zapfsäulen je nach Kraftstoff unterschiedlich ankam: Beim Diesel wurde der Rabatt laut Untersuchung nur teilweise weitergegeben, während er bei Super E5 und E10 nahezu vollständig durchschlug. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass mit dem Auslaufen der Maßnahme zum 1. Juli trotz dämpfender Effekte durch niedrigere Ölpreise wieder Aufwärtsdruck bei den Spritpreisen möglich ist.

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