Grüne richten Bundestagsanfrage zu Netzanschlusspaket und Redispatch-Kosten an Bundesregierung

Grüne richten Bundestagsanfrage zu Netzanschlusspaket und Redispatch-Kosten an Bundesregierung
Grüne fragen nach Kosten

Die Debatte um den geplanten Umbau der Netzanschlussregeln rückt im Bundestag stärker in den Fokus. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen verlangt von der Bundesregierung vor allem Angaben zu Kosten, Kriterien und möglichen Folgen des vorgesehenen Redispatch-Vorbehalts.

Das Wichtigste

  • Die Grünen haben eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung zu Kosten und Ausgestaltung des geplanten Netzanschlusspakets mit Fokus auf den Redispatch-Vorbehalt gestellt.
  • Gefordert werden detaillierte Angaben zu den Netzengpassmanagement-Kosten 2024 und 2025 sowie zur Kostenaufteilung zwischen erneuerbaren Abregelungen und konventionellen Kraftwerken.
  • Die Bundesregierung hält laut März-Stellungnahme am Redispatch-Vorbehalt fest, wodurch in kapazitätslimitierten Netzgebieten auf Ausgleichszahlungen verzichtet wird, was Ausbaupläne beeinflussen könnte.

Fragen zu Kosten und Ausgestaltung des Pakets

Wie der Deutsche Bundestag berichtet, ist das von der Bundesregierung geplante Netzanschlusspaket, insbesondere der darin vorgesehene Redispatch-Vorbehalt, Gegenstand einer Kleinen Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Die Abgeordneten wollen unter anderem wissen, wie hoch die Kosten für das Netzengpassmanagement in den Jahren 2024 und 2025 waren. Zudem fordern sie eine Aufschlüsselung der Redispatch-Kosten, die durch die Abregelung erneuerbarer Energien sowie durch den Einsatz konventioneller Kraftwerke entstanden sind.

Weitere Fragen beziehen sich auf Hemmnisse und Kosteneffekte beim grenzüberschreitend optimierten Redispatch. Daneben erkundigt sich die Fraktion nach den Kriterien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie für die Ausweisung kapazitätslimitierter Abschnitte im Zuge eines Redispatch-Vorbehalts.

Mögliche Folgen für Ausbau und Netzgebiete

Ein weiterer Schwerpunkt der Anfrage sind die Auswirkungen kapazitätslimitierter Gebiete und eines Redispatch-Vorbehalts auf den Ausbau standortgebundener Anlagen. Dabei nennen die Grünen insbesondere Wind-Onshore-Anlagen in Windvorranggebieten.

In ihrer Anfrage verweist die Fraktion darauf, dass die Bundesregierung laut einer Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums im März an dem Instrument des Redispatch-Vorbehalts festhält. Dieses sieht demnach in sogenannten kapazitätslimitierten Netzgebieten den Verzicht auf Redispatch-Ausgleichszahlungen vor, wenn erneuerbare Erzeugungsanlagen trotz der Kapazitätslimitierung einen Anschluss beim zuständigen Netzbetreiber verlangen.

Zur Debatte um Energiewende und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands haben wir zuvor ein Interview mit Grünen-Chef Felix Banaszak zusammengefasst. Darin betonte er, dass hohe Energiepreise aus seiner Sicht trotz und nicht wegen der Energiewende entstünden, und plädierte für Investitionen sowie den Abbau klimaschädlicher Subventionen, um die Industrie langfristig zu stärken. Außerdem forderte er mehr Verbindlichkeit bei Klimaanpassung und Hitzeschutz und äußerte sich zurückhaltend, aber nicht grundsätzlich ablehnend zu Enteignungsdebatten im Wohnungsmarkt.

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