Hellweg und BayWa Bau & Garten sichern Zukunft für 35 Baumärkte
Im Insolvenzverfahren von Hellweg und BayWa Bau & Garten zeichnet sich eine Teilrettung des Filialnetzes ab. Von insgesamt 114 Märkten sollen 35 Standorte an Investoren gehen, während für zahlreiche weitere Filialen und Beschäftigte die Schließung bis Ende November 2026 droht.
Das Wichtigste
- 35 Standorte von BayWa Bau & Garten und Hellweg stehen vor Übernahme durch andere Betreiber, Übernahmen teils unter kartellrechtlichem Vorbehalt.
- Obi übernimmt fünf Filialen mit rund 250 Beschäftigten zum 1. Dezember, weitere sieben Standorte sind in Verhandlung, Wiedereröffnung nach Umbau für März 2027 geplant.
- Rund 4.000 Mitarbeiter drohen Kündigungen, 29 BayWa- und 50 Hellweg-Märkte könnten bis Ende November 2026 schließen; die Zentralen in Dortmund und Garching mit 340 Beschäftigten werden geschlossen.
Teilverkauf der Filialen im Insolvenzverfahren
Wie BILD.de berichtet, stehen 17 Standorte von BayWa Bau & Garten und 18 Hellweg-Märkte vor einer Übernahme durch andere Baumarktbetreiber. Die Lösungen stehen laut Kommunikationsberater Thomas Feldmann teils noch unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Freigaben oder einer abschließenden Einigung mit den jeweiligen Vermietern.Nach der Insolvenz beider Ketten im Juni war früh klar, dass das gesamte Netz nicht zu retten ist. Jede Filiale des Verbunds stand zum Verkauf, nun liegt erstmals eine konkrete Liste von Märkten vor, die voraussichtlich fortgeführt werden.
Obi hat bereits den Kauf von fünf Standorten bekanntgegeben, darunter die Hellweg-Filialen Berlin-Tiergarten, Berlin-Yorckstraße und Münster-Gievenbeck sowie die BayWa-Märkte Nördlingen und Wolfratshausen. An diesen Standorten arbeiten rund 250 Menschen, die zum 1. Dezember übernommen werden sollen. Nach Umbau und Modernisierung sollen die Märkte voraussichtlich im März 2027 unter der Marke Obi wiedereröffnen.
Darüber hinaus ist Obi für sieben weitere Standorte als bevorzugter Investor nominiert, die Verhandlungen laufen derzeit. Auch Bauhaus bietet im Verfahren für Teile des Filialnetzes mit.
Schließungen belasten Beschäftigte und Zentralen
Co-Sanierungsgeschäftsführer Prof. Dr. Gerrit Hölzle bewertet die Sicherung von 35 Standorten als ersten Erfolg und verweist auf das Ziel, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Dennoch bleibt die Zahl der Märkte ohne Lösung deutlich höher.Für Beschäftigte an nicht gesicherten Standorten wurden vorsorgliche Kündigungen ausgesprochen. Betroffen sind etwa 4.000 Mitarbeiter, während 29 BayWa- und 50 Hellweg-Märkte schließen könnten, falls keine Investoren mehr gefunden werden. Bis Ende November 2026 läuft dort ein großer Abverkauf.
Besonders einschneidend ist die Lage in den Zentralen in Dortmund und Garching. Diese Standorte mit zusammen 340 Beschäftigten sollen geschlossen werden. Als Gründe für die Insolvenz nennt der Verbund eine schwache Branchenlage, zurückhaltende Kunden, steigende Mieten und inflationsbedingte Kosten.
In unserem früheren Beitrag zur Debatte über ein mögliches AfD-Verbotsverfahren haben wir erläutert, dass Boris Pistorius und Cem Özdemir eine schnelle Einleitung eines Verfahrens befürworten und dabei besonders ostdeutsche Landesverbände in den Blick nehmen. Zugleich wurde dargestellt, dass ein Antrag nur über Bundestag, Bundesrat oder Bundesregierung möglich ist, aktuell jedoch die politische Mehrheit fehlt und ein Scheitern des Verfahrens als Risiko diskutiert wird.
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