Dm-Chef warnt vor Wettbewerbsverlusten der deutschen Wirtschaft
In der Debatte über die Krise des Wirtschaftsstandorts Deutschland verschärft dm-Chef Christoph Werner die Kritik am politischen Reformtempo. Er sieht sinkende Nettoinvestitionen, strukturelle Schwächen im bisherigen Geschäftsmodell und politische Fehlanreize als zentrale Gründe für den Verlust an Wettbewerbsfähigkeit.
Das Wichtigste
- dm-Chef Christoph Werner warnt vor Wettbewerbsverlusten der deutschen Wirtschaft durch mangelnde Bereitschaft zu grundlegenden Reformen.
- Werners Vorschlag umfasst eine Verlängerung der Legislaturperioden auf sechs Jahre, um Regierungen mehr Zeit für Reformen und deren Wirkung zu geben.
- Werner fordert Amtszeitbegrenzungen für Politiker, um die Parlamente zu verjüngen und Berufserfahrung aus anderen Branchen stärker einzubringen.
Reformhürden und politische Anreize
Laut Bild beschreibt Werner grundlegende Reformen als Prozesse mit einer J-Kurve, bei denen sich die Lage zunächst verschlechtere, bevor langfristige Verbesserungen sichtbar würden. Gerade dieser anfängliche Abschwung halte politische Verantwortungsträger seiner Ansicht nach davon ab, tiefgreifende Veränderungen anzugehen, weil bereits der nächste Wahlkampf drohe.Als möglichen Ausweg nennt der dm-Chef längere Legislaturperioden von beispielsweise sechs Jahren. Dann bestehe eher die Chance, dass Regierungen bis zur nächsten Wahl bereits in die Erholungsphase solcher Reformen kämen und deren Nutzen sichtbar werde.
Zudem spricht sich Werner für Amtszeitbegrenzungen für Politiker aus. Das könne nach seiner Darstellung mehr Menschen mit Berufserfahrung in die Parlamente bringen und zugleich verhindern, dass politische Ämter über Jahrzehnte hinweg von denselben Personen besetzt werden.
In unserem früheren Bericht über die Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern haben wir erläutert, warum der Wahlabend für die schwarz-rote Bundesregierung zum Stresstest werden könnte. Dabei ging es um den wachsenden Druck auf Kanzler Friedrich Merz in der CDU, mögliche Nachfolgedebatten sowie darum, wie ein schwaches Ergebnis die Koalition und ihre Reformagenda zusätzlich belasten kann.
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